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RE 4 Bahnchaos ab 9. Dezember?

 

Wer den Artikel in der MAZ vom 8. Dezember liest (oder online in der Kurzform) dem schwant nichts Gutes.

Eigentlich sollte die ODEG 1:1 die DB-Regio ablösen. Auch geplant mit Doppelstockzügen wie bei der DB, nur neu und modern.

Leider hat das nicht hingehauen; der Hersteller hat massive Lieferprobleme und das Eisenbahnbundesamt hat die vorhandenen Züge noch nicht zugelassen. Wann der Hersteller liefert, weiß keiner. Wie das EBA tickt haben wir beim „Talent“ der DB gesehen. Die „Talent“ standen monatelang in Elstal auf den Abstellgleisen.

Nun sollen vier Loks und ein paar Ersatzwagen das Desaster lichten. Ich will ja nicht schwarz malen, aber meiner Meinung nach sind das viel zu wenig Wagen pro Zug (vier Stück). Derzeit fahren vier Doppelstockwagen und sind ab Elstal rappelvoll (Richtung Berlin) oder platzen am Potsdamer Platz aus allen Nähten (Richtung Rathenow). Und die Passagiere sollen jetzt in vier einstöckige Wagen passen? Die Bahn hatte zeitweise ebenfalls einstöckige Ersatzzüge im Einsatz; mit sechs Wagen. Die waren zwar voll und die meisten mussten stehen – teilweise bis Rathenow – aber es kamen mehr oder weniger alle mit.

Die Folge wird wohl eine Kundenwanderung sein: Immer einen Bahnhof weiter nach vorne fahren (Potsdamer Platz fährt zum Südkreuz, Hauptbahnhof fährt zum Potsdamer Platz). Damit werden es zwar nicht weniger Fahrgäste, aber man hofft auf eine höhere Chance mitgenommen zu werden.

Keine schönen Aussichten. Weniger Komfort als bei der DB – und der Winter samt aller Unwägbarkeiten hat gerade erst angefangen. Die erste Weichenstörung nahe Wustermark hatten wir schon.

Wir möchten uns schon vorab für dieses schöne Weihnachtsgeschenk bedanken.

Nachtrag vom 11.12.12.: MAZ-Artikel – als wenn ich hellsehen könnte 🙁

Nachtrag vom 19.12.12: Endlich ist es so weit. Rathenow hat eine S-Bahn (Flirt). Zitat der ODEG:

Im Zusammenhang mit dem ODEG-Ersatzkonzept seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 kamen bisher vier Bm-Wagen von Euro-Express auf der Linie RE4 zum Einsatz. Diese vier Wagen werden ab Freitag, den 14. Dezember 2012, durch einen modernen vierteiligen Elektrotriebwagen vom Typ FLIRT ersetzt. Dieser kommt mit seinen 230 Sitzplätzen in der Nebenverkehrszeit zum Einsatz. Die vier Bm-Wagen von Euro-Express stehen der ODEG weiterhin als Ersatz-Fahrzeuge zur Verfügung.

Meine Meinung: Eng, für 150-cm-Chinesen gebaut, Ablagen für Gepäck schlecht, Mitnahme von Fahrrädern oder Kinderwagen kaum möglich, im vollen Zug kann man die Luft mit einem Messer schneiden. Nebenbei hat es nach Döner, Currywurst und Bier gerochen – wie in einem Schnellimbiss. Personal der ODEG fährt scheinbar keins mit; nur in der Führerkanzel saßen drei oder vier Typen, hermetisch von den Fahrgästen abgeriegelt.

Irreführung der Kunden? Nun auch das noch. Auf der Internetseite der ODEG wirbt diese, dass die RE4 von Jüterbog nach Stendal und zurück fährt. Wer das unbedarft liest denkt, dass alle Stunde ein Zug Richtung Stendal  oder von dort los fährt. Das ist schlicht falsch. Es fährt morgens eine RE4 ab Stendal (ab 04:47 Uhr) und eine RE4 nach Stendal (an 00:18 Uhr) – eigentlich nur, um dort für die Nacht geparkt zu werden. Schnipp, schnapp mit einer mehr oder weniger falschen, weil völlig überzogenen, Information sieht die Strecke Rathenow – Jüterborg schon bombastischer aus. Wer will schon nach Rathenow, dem Pupsdorf auf halber Strecke nach Stendal. Zu DB-Regio-Zeiten fuhr die RE4 auch nur von Rathenow nach Jüterbog und zurück.

Auf der Fahrt zur Buga 2015 höre ich die Fahrgäste in Berlin schon fragen: „Fährt die Bahn nach Rathenow?“ – „Nee nach Stendal!“

Ein Märchen am Samstag

 

Es ist Samstag am Vormittag. Das Wetter ist schön und macht Lust auf einen Spaziergang. Wo wir doch jetzt so einen schönen Gehweg vor der Tür haben wird das kein Problem denkt der Verfasser.

Also, Hunde an die Leine, Gartentor auf – der Herzschlag steigt. Jetzt gilt es ohne Schaden auf den Gehweg zu kommen. Vorbei rasende Radfahrer hätten mich (oder die Hunde) schon ein paar Mal umgenietet. Wozu langsam fahren, ist doch ein Radweg auf dem Fußgänge nichts zu suchen haben – und wenn doch ist das ihre Schuld wenn es kracht. Die Luft ist rein; es kann losgehen.

Nach ein paar Schritten schwenken wir Richtung Felder. Hier sind wir sicher. Die Hunde können toben und keine Kamikaze-Rentner mit Fahrräder bewaffnet, deren einziges Ziel es ist den Fußgängern klar zu machen, dass sie auf ihrem „Radweg“ nichts zu suchen haben, in Sicht.

Über eine Querstrasse geht es dann nach Hause. Auch ein gutes Stück auf der Göttliner Chaussee entlang Richtung Rathenow, da wo der „Radweg“ als Gehweg ausgeschildert ist. Es kommt was kommen musste. Ein Radfahre nähert sich frontal. Wozu bremsen? Ich ziehe die Hunde auf meine Seite, es ist noch knapp ein Meter Platz. Die Hunde werden unruhig. Kein Wunder wenn sich jemand mit hoher Geschwindgkeit nähert und die Hunde anvisiert. Aber es klappt – zunächst.

Irgendwie kommt der Radfahrer von Gehweg ab und rutscht ins Strassengrün, schleudert, fängt sich und fährt weiter. Nichst passiert denke ich und laufe weiter.

Am Nachmittag dann die Quittung im Briefkasten.

Herr oder Frau Anonym musste seinen Senf dazu abgeben (Zitat sinngemäß): Ich habe die Hunde nicht unter Kontrolle. Sie hätte den (armen) Radfahrer fast zu Fall gebracht. Ich habe das mit Absicht herbeigeführt. Und im Übrigen schei… meine Hunde alles voll und ich mache das nicht weg. Außerdem hat man 6.000 Euro für den Radweg bezahlt und ich soll mich da anständig auf „ihrem Teil“ benehmen. Das Ganze immer noch ein paar Mal in verschiedener Reihenfolge wiederholt (aus Frust oder Vergesslichkeit?) ergab einen zwei Seiten langen Hetzbrief in blauer Farbe. Passend zur Tonne worin er nach dem Lesen auch landete.

Frustierend daran ist nur, dass ein paar verbohrte Menschen immer noch nicht begriffen haben, dass der Streifen aus Steinen neben der Fahrbahn ein Gehweg ist. Das sagt jedesfalls ein großes, rundes, blaues Schild an einem langen Mast mit einer „Frau und einem Kind an der Hand“. Radfahrer düfen ihn benutzen, müssen aber nicht. Fußgänger haben immer Vorrang. Es gilt Schrittgeschwindigket auf der geamten Länge des Weges. Notfalls müssen Radfahrer absteigen. Das ist geltendes Recht und kann massig im Internet nachgelesen werden (Verwaltungsvorschriften zur StVO, Gerichtsurteile).

Da die Stadt Rathenow bereits in das Problem involviert war (MAZ-Artikel) und als Blabla abgetan hat, bleibt zu hoffen, dass es nicht irgendwann zu ernsthaften Unfällen mit Verletzen kommt. Ändern will sie den Zustand jedenfals nicht. Die Stadt haftet natürlich nicht wenn etwas passiert. Aber wer hat schon gerne einen gebrochenen Arm oder ein blaues Auge? Herr Remus und Herr Seeger sind fein raus; die benutzen den Gehweg wahrscheinlich nicht.

Des Einen Freud, des Anderen Leid – Hackschnitzel für Jederman

 

War Göttlin bis vor einiger Zeit noch Landidylle, hat sich das mit einem Mal geändert. Ein stillgelegter Betrieb wurde kurzerhand umgewidmet und wieder in Betrieb genommen – vorher Kuhstall; nachher Maschinenpark. Der Betreiber machte sich wenige Gedanken um Genehmigungen und legte erst mal los. Die Verwaltung nickte nachträglich ab und schon war aus dem „illegalen Geschäft“ ein Gewerbebetrieb geworden (Anmerkung des Verfassers: Vermutlich ging es wieder mal um viel Geld in Form von Steuereinnahmen). Die Anwohner in Göttlin und Rathenow/West wurden natürlich nicht gefragt. Genauso wenig machte sich jemand Gedanken, ob so ein Maschinenbetrieb auf’s Dorf gehört oder besser in die Industrieecke von Rathenow.

Jetzt motzen doch die Göttliner über den Betrieb, weil es staubt und lärmt – oder auch nicht? Beweise, so die Verwaltung, gibt es nicht. Klar auch, wer soll die Beweise liefern? Der Bürger mit seinen Ohren und Nasen? Die sind leider nicht beweiskräftig genug für einen negativen Verwaltungsbescheid. Fotos vom Lärm, Luftanalysen auf eigene Kosten? So klagte man vor dem Landkreis sein Leid und der wollte den Betrieb einfach schließen. Die Folgen in dieser Woche: Proteste gegen die Schließung, (fast) himmlische Ruhe auf der Göttliner Strasse/Göttliner Chaussee, keine klimpenrnden Tassen im Schrank, keine Lkw – vermutlich kein Staub und Lärm in Göttlin. Doch damit ist voererst wieder Schluß. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass der Betrieb vorerst weiter gehen kann.

Wenn ich drei Wünsche frei hätte:

1. Verlegung des Betriebes in den Industriebereich von Rathenow – auf Kosten des Betreibers.

2. Ein Bußgeld für die Entscheider in fünfstelliger Höhe für eine, sagen wir mal unkluge Entscheidung zur Duldung, zahlbar aus eigener Tasche per Gehaltspfändung.

3. Eine Jobgarantie für die Mitarbeiter des Hackschnitzelwerkes in Göttlin, egal wo.

Der Artikel in der MAZ: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12339411/61759/

Gehweg Göttlin/Rathenow – unendliche Geschichte?

Eigentlich sollte das Thema Gehweg Göttlin/Rathenow abgegessen sein. Die Anwohner durften sich massiv an den Kosten beteiligen, ob sie wollten oder nicht und nun ist er da – der Gehweg. Wenn ich mich dunkel erinnere wollte der Ortsvorsteher von Göttlin lieber einen Radweg, damit seine Leute besser von und nach Rathenow kommen. Und nun das … ein Gehweg.

Also hat man den Gehweg kurzerhand mit einem Schild „Gehweg“ und einem Zusatzschild (Radfahrer frei) versehen. So konnte man über den Aufwand für zusätzliche Verkehrsschilder die Gesamtkosten noch einmal steigern.

Zu dumm, dass einige (und es werden immer mehr) Radfahrer der Meinung sind, dass dieser Weg – wie vom Ortsvorsteher gefordert – nun ihrer wäre und die lästigen Fußgänger endlich wieder verschwinden. Dazu radelt man dicht an den Fußgänger, klingelt wie irre und wenn der nicht schlagartig im Dreck steht, tötet man ihn mit Blicken.

Dumm nur, dass die meisten Fußgänger die Anwohner sind, die den Gehweg bezahlt haben und in Schuß halten dürfen.

Dumm nur, dass diese Fußgänger das ziemlich dumm finden, dass sie ihren eigenen Weg nicht gefahrlos benutzen dürfen. Dumm für die Omas mit Rollator, die Muttis mit Kinderwagen und andere nicht olympisch gestählte Spitzensportler, die den Salto rückwärts aus dem Stand beherrschen.

Dumm für den, der mal eben unbedacht von seinem Grundstück auf den Gehweg tritt und den vorbeidonnernden Radfahrer übersieht, der 20 cm neben dem Zaun, mit eingezogenem Kopf und Höchstgeschwindigkeit auf den stehenden Fußgänger prallt. Autsch, das treibt die Unfallstatistik endlich in die Höhe.

Dumm für den Autofahrer der von seinem Grundstück über den „Radweg“ muss. Trotz ultimativem Schneckentempo, einem Fuß auf der Kupplung und einen Fuß auf der Bremse – Radfahrer rauschen immer mit leichtem Bogen hinter dem Auto vorbei; zehnter Gang drinne, Kopf nach unten und grimmig verzerrtes Gesicht.

Meine Prognose, auch aus eigener Erfahrung: Im Frühjahr, Sommer und Herbst wird es richtig heftig. Wenn nicht mehr ein Radfahrer gegen einen Fußgänger antritt, sondern ganze Horden von Radfahrern auf einen Fußgänger zuhalten (Betriebsausflüge?).

Im Zweifel hat der Fußgänger zwar Recht, denn das Schild „Radfahrer frei“ besagt nur, dass Radfahrer den Weg mit Schrittgeschwindigkeit beutzen dürfen und Fußgänger nicht verjagen, erschrecken, mit Blicken töten oder gar verprügeln dürfen. Was nützt ihm aber „Recht“ wenn er mit einem blauen Auge auf der Polizeiwache sitzt, zehn Radfahrer die Hand heben und im Chor singen „… der hat angefangen“.

Mein Fazit: Am besten wäre wenn das Schild „Radfahrer frei“ verschwindet. Damit ist auch für Radfahrer die Lage eindeutig und einfach zu durchschauen und wir Fußgänger müssen uns nur vor den letzten Querdenkern in acht nehmen, die sowieso immer auf dem Gehweg fahren.

Die zweite Wahl wäre, sich als Fußgänger mit mehreren Hunden, Baseballschläger und Reizgas zu bewaffnen. Die warme Saison und die Rad-Kohorten kommen garatiert.

Nachtrag vom Wochenende:

Ich will mit dem Auto weg und stehe für ein paar Sekunden auf dem Gehweg. Tor zumachen, fließenden Verkehr durchlassen und dann weg. So der Plan und hätte 15 Sekunden gedauert. Kommt ein älterer „Herr“ und eine Frau auf dem Gehweg angeradelt und pammt sofort los. „Wie sollen wir denn hier vorbei kommen? Verschwinden Sie sofort vom Radweg!“. Bis dahin hatte ich noch kein Wort gesagt. Mein folgender Einwand, dass auf der Fahrbahn hinter mir alles frei sei und das hier ein Fußgängerweg sei, wurde mit verbalen Drohungen (Polizei, Ordnungsamt, etc.) beantwortet. Dann strebte der „Herr“ auf mein Auto zu – weg kam ich ja nicht, denn man musste mit mir diskutieren und ich sah schon die Beule im Kotflügel, nur weil ich nicht sofort gekuscht habe. Jetzt liegt ein Baseballschläger neben dem Fahrersitz im Auto. Ich hatte nicht gedacht, dass man sich in Rathenow zur Selbstverteidigung bewaffnen muss.

Die Bahn, die Bahn – und nichts wird besser

Wer regelmässig mit der Regionalbahn (DB-Regio, RE2) nach und von Berlin pendelt kennt das Problem zur Genüge: Die Bahn ist selten pünktlich, übervoll und teilweise dreckig.

Früher hat der Winter der Bahn in aller Regelmässigkeit das Genick gebrochen (Weichen eingefroren, kaputte Züge) oder dreiste Kabeldiebe haben der Bahn Kummer und Sorgen gemacht. Der Kummer und die Sorgen die letztendlich auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wurden. Die kamen nicht oder zu spät am Ziel an. Was soll’s, die haben doch im Voraus per Monatskarte bezahlt.

Der neuste Coup der Bahn ist, dass die zweite Bahn Richtung Berlin am Morgen aus Stendal kommt und mit aller Regelmässigkeit zu spät in Rathenow ankommt. Grund hierfür sind Anschlussreisende in Stendal, die zur Abfahrt der RE2 noch nicht am Bahnhof sind. Hier hält der Bahn-General in Sachsen-Anhalt einfach die Räder an, läßt seine drei, vier Leute noch in die RE2 steigen und ab geht’s. Zehn,  15 oder gar 20 Minuten Verspätung sind dann normal. Sind wir nicht alle solidarisch? In Rathenow warten ja nur die ersten 100 – 200 Pendler nach Berlin. Bis Dallgow-Döberitz dürfte der Zug voll sein. Alle haben vollstes Verständnis für die Umtriebe der Bahn und sind froh zu später am Arbeitsplatz zu sein, ihre Anschlüsse zu verpassen oder einfach nur 20 Minuten nach zu arbeiten – weil es die Bahn so will. Mir täten die drei, vier Leutchen in Stendal echt leid, wenn sie 45 Minuten auf den nächsten Zug warten müssten. Warum die Bahn keine Abhilfe schafft ist ein ewiges Rätsel.

Beschweren bei der Bahn führt quasi zu nichts. Man bedauert zu tiefst, dass es wieder Probleme gab, gelobt Besserung und entschuldigt sich tausendmal. Wie man anhand der verschiedenen Schriftarten bei den Antworten im Text (Email) erkennen kann sind das auch nur zusammengeklaubte Textbausteine – vielleicht sogar ein Roboter(?).

Vielleicht schaut die Bahn mal Richtung Schweiz oder Taiwan. Wie die das dort machen ist einfach rätselhaft, aber weit über 95% pünktliche Züge, gemessen von unabhängigen Unternehmen, ist schon toll. Die Bahn liegt nach eigenen Angaben bei etwas unter 90%. Hier misst die Bahn selber ihre Pünktlichkeit und wertet nach einem geheimen Verfahren die Zeiten aus.

Wer jeden Tag einmal hin und zurück pendelt gewinnt schnell den Eindruck, dass jeder zweite Zug mindestens fünf Minuten Verspätung hat. Das sind dann 50% unpünktlich. Natürlich darf man für Statistiken nicht einfach einen Wert aus der Masse nehmen, aber wen es immer wieder trifft ….

PS: Wenn ich um 15:47 am Ostbahnhof in die RE2 steige und nach Rathenow fahre weiß ich genau, dass wir nie um 16:54 Uhr ankommen – eher 17 Uhr und später. Schade, dass die Busse am Bahnhof in Rathenow nur begrenzt warten. Wer jetzt keinen Kumpel hat der ihn mitnimmt oder abholt, darf auch hier wieder 45 Minuten auf den nächsten Bus warten.

Wohin mit dem (Grund)Wasser?

 

 

Jetzt liegt das hydrologische Gutachten für den hohen Grundwasserspiegel in Rathenow vor.

http://www.rathenow.de/Newsdetailansicht.59+M5e3d6ed0792.0.html

Leider sieht es darin zur Zeit nicht gut aus. Schuld sind die starken Niederschläge der letzten Monate/Jahre und der geringe Abfluss, bzw. die geminderte Entnahme des Grundwassers.

Stellt sich der Bürger die Frage: Und nun? Mein Keller steht seit Monaten unter Wasser, ich weiß wo es herkommt, meine Schuld ist es nicht … und einen Plan, um dem Abhilfe zu schaffen gibt es nicht wirklich.

Das Wasser abpumpen kostet Geld. Geld für die Anschaffung und Installation von Pumpen und Infrastruktur. Und Geld für den Betrieb. Geld was die Stadt natürlich wieder mal nicht hat, denn das meiste Geld landet offensichtlich im Projekt „Buga“; einschließlich jahrelanger Folgekosten für das Projekt.

Ich bin kein Hellseher, aber alt genug, um zu wissen wie Politiker ticken. Der „Nutzeffekt“ das Grundwasser abzupumpen ist für die Stadt quasi „null“. Die Grundstücke können Stück für Stück entwidmet werden, die Häuser verfallen und keiner will dort Land kaufen. Über kurz oder lang ist Rathenow – Ost wieder Waldgebiet oder Moorlandschaft. Die fehlende Grundsteuer ist verschmerzbar. Noch ein Vorteil wäre, dass man sich dort nun auch nicht mehr um die Infrastruktur kümmern muss (Strom, Telefon, Be- und Entwässerung, Strassen, Fernheizung). Das spart zusätzlich Geld. Sieht so der 20-Jahresplan der Stadt aus? Da bin ich ja mal gespannt.

Wenn man sieht wie verzeweifelt die Stadt versucht Geld zu verdienen, wird wohl für einen maroden Bezirk von RN kaum Geld übrig sein. In wie weit der Landkreis, das Bundesland, der Bund oder gar die EU unterstützen wird ist ungewiss. Wie sagte der Landrat von MOL anläßlich der Oder-Hochwasser so politisch einfühlsam und treffend im Fernsehen: Warum ziehen die aber auch da hin? Die sind doch selber Schuld.

Fragt sich nur wie die Stadt in 20 Jahren aussieht. 10.000 Einwohner, Tendenz weiter fallend, überwiegend Wochenend-Bürger die hier nicht wirklich leben wollen? Auch wenn Rathenow langsam aber sicher zur Partystadt wird, jedes Wochenende irgendwo dröhnende Musik über die Freiflächen schallt, sind das fast alles nur Gäste die einen Abend hier sind und dann wieder in ihre trockenen, ruhigen Häuser außerhalb zurückkehren. Die Kennzeichen der Autos auf dem Obi-Parkplatz sind bei den Veranstaltungen jedenfalls nicht alle HVL.

Liebe Stadtverwaltung, macht nur weiter so. Zum Schluss lebt die Stadt nur noch vom Optikpark, dem Kino und seinen Kneipen. Unter Wasser und im Dauerlärm will vielleicht keiner mehr leben.

 

 

Gehweg nach Göttlin – jetzt wird abgezockt

Nun ist es soweit: Der Gehweg durfte endlich bezahlt werden. Mit Riesenfreude nahmen wir alle zur Kenntnis, dass die Stadtverwaltung Rathenow ihre Drohungen ernst gemacht hat.

Laut Bauamt ist der Gehweg eine „Neuerschließung“ und kostet die Anwohner 90% der Baukosten (plus exorbiant teuere Einfahrten auf der Westseite). Keller und Dachböden wurde einfach als Wohnfläche deklariert (ab zwei Metern ist es Wohnraum, egal wofür er wirklich genutzt wird).

Nun flatterten allen die Rechnungen im guten viertstelligen Bereich ins Haus. Rentner, Geringverdiener und alle die sonst das Geld nicht dick haben stöhnen unter der Last. Stundungen und Raten gibt es nur wenn man nachweist pleite zu sein (kurz vor der Insolvenz?). Ansonsten muss man zusehen wie man seinen Anteil finanziert.

Eine Nachfrage bei den „Zahlern“ ob der Weg wirklich gewünscht ist gab es nie. In einer Veranstaltung angekündigte EU-Fördermittel tauchen in der Abrechnung nicht auf (wo die wohl geblieben sind?). Die Begründung über die „Verkehrssicherheit“ verstehe ich ja, aber obliegt es nicht den Kommunen für die Verkehrssicherheit zu sorgen? Gab es vor dem Gehweg keine Verkehrsunfälle wird es jetzt auch keine geben; höchstens, dass ein rasender Radfahrer mal einen Fußgänger auf dem Gehweg über den Haufen fährt.

Um die Streifen zwischen Straße/Gehweg und Grundstücken/Gehweg kümmert sich keiner. Das Unkraut ist inzwischen über einen Meter hoch. Die Stadt sollte sich kümmern, hat aber kein Geld für Personal. Wenn wir wollen, können wir das ja selber weg machen …. so das Bausamt.

DSL für alle – Part II

Je größer die Unternehmen, um so größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Rechte nicht weiß was die Linke macht.

Erst hat die „T“ im Februar erklärt: DSL in Rathenow-West ist nicht. Keine Leitungen, keine Ports, was auch immer.

„V“ hat meinen Vertrag verlängert und ich mich geärgert.

Nun ging es auf einmal doch. Es ging schon immer mit dem DSL. Die „T“ hat nur eine Falschinformation gegeben und mir einen Stapel an Scherereien und Mehrkosten eingebracht.

Danke noch mal dafür; 300 € extra für einen alten, unkündbaren Vertrag und über 100 € Wechselprämien-Verlust, da ich den Provider nicht geweschselt sondern einen Neunaschluss beantragt habe … Anders ging es aber nicht.

Kneipennacht 2011 ein voller Erfolg ???

Na bitte, man konnte wieder mal eine Nacht durchsaufen. Am Schwedendamm ging der Lärm wieder weit bis nach Mitternacht. Dröhnende Musik, alle Stunde ein Feuerwerk mit Geknalle.

Das tut uns allen gut. Bei der Wärme mit geschlossenem Fenster schlafen, alle Stunde die völlig verängstigten Tiere im Schlafzimmer.

Auf der einen Seite verweigert Rathenow den Bau neuer Häuser in Rathenow-West. Grund ist der „Naturschutz“. Läßt es aber zu, dass immer wieder die Ruhe mit nächtlichem Lärm gestört wird. Wildtiere lieben, genau wie der Mensch, nächtlichen Lärm.

Wenigstens hat des die paar Gäste am Schwedendamm erfreut, dem Wirt ein paar Euros in die Kasse geschaufelt und der Stadt ein paar Steuereinnahmen ermöglicht.

DSL für alle (?????)

Vor zwei Jahren zog ich als DSL-Verwöhnter von Berlin nach Rathenow – welch herbe Pleite: Mein Stammunternehmen, das mit dem großen „V“, bietet in Rathenow-West kein DSL.

Flugs zum Unternehmen mit dem großen „T“, die hätten DSL; zwar nur 1,5 MBit aber besser als nichts.

Dann begann die DSL-Misere seinen Lauf zu nehmen. Durch den Wohnortwechsel wurde bei „V“ ein neuer Vertrag fällig (ganz schön clever) und den kann man erst in zwei Jahren kündigen. Macht nichts, dachte ich mir, ist eben so. Trotzdem lief die Kündigung durch „T“ weiter und der Wechsel wäre jetzt fällig gewesen.“V“ hat die Kündigung übrigens schriftlich bestätigt.

Zum Jahreswechsel lief die große DSL-Initiative in Rathenow-West. Jeder bekam DSL bis 16 MBit, wenn er wollte; nur ich nicht, denn mein Vertrag bei „V“ war noch immer nicht zu Ende.

Aber jetzt, jetzt sollte es soweit sein.

Denkste. Kein DSL-Modem, kein Begrüßungsschreiben, kein Hinweis, dass beim Umschalten auf den neuen („T“) Anbieter ein paar Stunden das Telefon nicht funktioniert.

Also hin zu Poldi und fragen was da los ist.

Poldi rief bei der „T“ an – und ich habe dort keinen Vertrag und bin denen unbekannt. Ja aber, ich habe doch die Unterlagen von „T“, dass ich wechseln will? Bei Poldi Kopfkratzen und Ratlosigkeit.

Also über den Damm zu Poldi-„V“. Die junge Dame am Tresen war so nett und rief bei „V“ an. Ja, Sie haben bei „V“ einen Vertrag. Wieso das denn, den habe ich doch gekündigt (lege das Schreiben auf den Tresen). Aber irgendwas ist da was schiefgelaufen.

Wieder zu Poldi-„T“. Kopfkratzen und Ratlosigkeit. Rufen Sie doch mal bei „V“ an warum die Kündigung zurückgenommen wurde, war der Vorschlag.

Also nach Hause und zwanzig Minuten Musik hören. Dann war ich dran bei „V“.

Tja, „T“ hat zwar gekündigt – in meinem Auftrag –  aber die Kündigung widerrufen. Leider hat „T“ mir davon nie was erzählt.

So sitze ich jetzt hier, mit einem um einen Jahr verlängerten Vertrag bei „V“, von dem ich nichts wußte, habe kein DSL nur ein sehr schlechtes UMTS und darf dank der Ignoranz zweier Großunternehmen eine Strafrunde drehen.

Danke für den Slogan „DSL für alle“.

 

Gehweg nach Göttlin (liebe Radfahrer/innen)

So, nun ist er in Betrieb der neue Gehweg nach Göttlin und wird genutzt – eher wenig, aber immerhin; von mir mit zwei Hunden zum Beispiel.

Was wirklich zum Ärgernis und Streitpunkt wird ist das Zusatzschild zum Gehweg „Radfahrer frei“. Einige, und leider nicht wenige, Radfahrer sind der Meinung das wäre nun ihr Weg. Klingelnd wird auf Fußgänger zugehalten, bis einige Meter herangefahren und dann geflucht, wenn man nicht sofort in den Dreck neben dem Weg springt. Nicht immer leicht wenn man als Mutter mit Kinderwagen, als Eltern mit mehreren Kinder, als Fußgänger mit Hunden oder einfach mal so unterwegs ist.

Liebe Radfahrer: Das ist ein Gehweg und ihr dürft ihn mitbenutzen. Vorrang haben immer die Fußgänger. Ihr müsst Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn es nicht anders geht absteigen und notfalls auf die Fahrbahn ausweichen. Kommt es zum Unfall seid ihr dran.

Gehweg nach Göttlin – die Abzocke wird angedroht

Nachdem der Gehweg den keiner wirklich haben will nun endlich fertig ist, soll es ans Bezahlen gehen.

Mit einer pfiffigen Geschäftsidee hat die Stadt Rathenow vor die Last der Kosten zu 90% auf alle Eigentümer abzuwälzen. Die Fördermittel reichen dicke aus, um den Anteil der Stadt zu decken (wenn da mal nicht noch ein ordentlicher Batzen übrig bleibt).

Mit der fadenscheinigen Begründung, dass die Göttliner Straße/Göttliner Chaussee doch nur eine „Anliegerstrasse“ sei ist die geplante Abrechung  gerechtfertigt. Nebenbei ist die Strasse ja auch neu erschlossen worden;  ein Gerichtsurteil, aus Falkensee soll den Anwohnern Angst machen und designierte Widerständler in die Schranken weisen.

Vielen Anwohnern stecken noch die Schocks für Strassenbeleuchtung und Entwässerung in den Knochen, sprich sie zahlen heute noch und bis weit in die Zukunft. Und nun soll noch der Gehweg in Raten drauf gelegt werden. Seit Tagen steht nicht nur das Wasser im Keller (oder im Haus) sondern auch noch neue Schulden vor der Tür. Ich vergaß: Wir haben ja alle Wassergrundstücke, fahren dicke Autos, verreisen drei Mal im Jahr 1. Klasse und leben nur von Champagner und Kaviar.

Nebenbei: Ein klein wenig Rechtfertigung für den Gehweg wäre die Grundschule in Rathenow-West schon gewesen. Aber die soll ja weg.

Was machen die im Bauamt eigentlich? Eine Verwaltung sollte zum Wohl der Bürger arbeiten und nicht mit jeder Form von Trickserei und Gewalt versuchen auch die letzten zu vergnatzen.

Na dann liebes Bauamt – ein fröhliches Prozessieren. Im Fall einer Niederlage zahlt eh der Steuerzahler, also wieder wir. Neben „Jahrhundert-Fluten“ kann man auch bald von „Jahrhundert-Fehlentscheidungen“ zu Lasten der Bürger reden. Die Verwaltung in Rathenow arbeitet jedoch daran diesen Level wenigstens ein paar Mal im Jahr zu toppen.

Gehweg nach Göttlin IV

Wie es scheint geht der Gehwegbau von Rathenow nach Göttlin dem Ende zu. Bis auf ein paar Meter innerorts ist alles fertig. Bisher gibt es einen Fußgänger, der den Gehweg komplett von Göttlin nach Rathenow (zu Fuß) benutzt. Gut angelegte 500.000 Euro (Kostenvoranschlag); wenn Rathenow für jeden von uns den Betrag locker machen könnte … ich hätte da auch ein paar Ideen.

Fragt sich nur was dieser Fußgänger nach 18 Uhr macht, wenn es dunkel ist. Hinter der Ortsausfahrt ist es duster wie auf der Rückseite vom Mond. Welche Freude wenn die Autos mit Fernlicht auf den Fußgänger zufahren und ihn das strahlende Licht der Sonne in der Nacht blendet. Ist ein Taschenlampen-Verleih geplant? Oder wird ein Nachtwächter nebst Laterne voranschreiten? Nö, kostet zu viel Geld. Kauf Dir eine eigene Taschenlampe nebst Laserpointer (für die Fernlicht-Rowdies).

Aber Hand aufs Herz ihr Anwohner die ihr den Gehweg jetzt bald bezahlen dürft: Ihr nutzt ihn doch auch; und wenn es nur auf dem Weg zum Nachbarn ist. Dumm nur wenn der Nachbar auf der Ostseite wohnt. Dann muss man die sicheren Gefilde des Gehweges verlassen und bei Lebensgefahr die Fahrbahn überqueren. Denn jetzt gibt es für die Autofahrer kein Halten mehr auch innerhalb Rathenows 100 Km/h zu fahren. Oder sind noch ein paar Ampeln geplant? Nö. kosten unnötig Geld und zu schnell fahren ist eh verboten.

Wirklich blöd wird es, wenn es heftig und lange regnet. Dann wird der Gehweg außerorst geflutet und ist nur noch mit dem Kanu zu nutzen (jetzt weiß ich was eine Binnenwasserstrasse ist) – bei Dunkelheit bitte mit dem entsprechenden Licht. Das Ankern auf den Feldern ist übrigens zur Beobachtung von Fischen gestattet.

Und jetzt kommt’s: Das alles zu einem Preis. Einen kombinierten Geh- /Wasserweg, ohne Ampel zur Überquerung (Abenteuerfaktor) und ohne Licht (Steigerung des Abenteuerfaktors). Da Rathenow alles Geld für die Buga braucht wird der Weg wahrscheinlich im Winter weder gestreut noch geräumt. Noch eine Erhöhung des Abenteuerfaktors.

 Im Winter 2015 soll es den Iron-Rathenow-Lauf geben: Lebend im Dunkeln auf dem Gehweg nach Göttlin und zurück.

Ist das Leben in Rathenow gesund?

Die Frage stelle ich mir immer wieder.

Es geht um Lärm, der wie allgemein bekannt ist, gesundheitsschädlich ist.

Da geben sich allerorts die Stadtoberen die größte Mühe „umweltfreundlich“ und „gesund“ zu sein, bauen Biogas- und riesige Photovoltaik-Anlagen, bauen Radwege in die Natur – weg von Lärm und Streß.

Nur beim selbstgemachten Lärm steht man im Rathaus scheinbar mit der offenen Geldbörse und Stöpseln im Ohr am Strassenrand und läßt alle zahlen (Steuern z.B.) die sich das Kulturprogramm Rathenows zu Gemüte führen. Natürlich macht Ratehnow keinen Lärm, läßt ihn aber zu und unternimmt nichts, um den Lärm zu mindern.

So wieder mal am Freitag als „Pur“ Rathenow-West bis Göttlin und Steckelsdorf beschallte. Ob man will oder nicht, man muss sich das anhören, es sei denn man fährt woanders hin. Nicht, dass wir hier „Pur“ hören könnten, nein, nein, nur die Bässe. Nicht, dass es besser wäre wenn wir alles hören könnten, quasi als Schadenersatz für den Lärm. Nicht jeder steht auf „Pur“ oder „Luxus Lärm“ (was für ein abartiger Name, wie Luxus Klopperei, Luxus Mord oder Luxus Brandstiftung). Ich habe nichts gegen „Pur“ aber hingehen würde ich trozdem nicht – dafür werde ich zwangsbeschallt (ist das nicht eine illegale Folter in Guantanamo?).

Das ist so als wenn man sich im Sommer auf den Strand am See legt, ein schönes Buch aufschlägt und dann der Nachbar mit dem Kofferradio kommt und genau das hört was man gerade nicht hören will – Lärm. Die Bitte etwas leiser zu sein oder woanders hinzugehen wird mit dusseligen Sprüchen wie „hau doch ab“, „willste was in die Fresse“ beantwortet.

Heute ist Sonntag, kurz nach zehn Uhr. Es hämmert schon wieder aus Richtung Optikpark. Diesmal eine Trommel die seit einer halben Stunde Krach macht.

Wenn das so weitergeht haben wir bald auf den Freiflächen in Rathenow Sondermülldeponien, Raketenabschussbasen, eine Formel-1 Rennstrecke, eine Cart-Bahn mitten im Wohngebiet, die jährliche, mehrtägige Antwort auf „Woodstock“, vielleicht ein Atommüll-Endlager und im Rathaus einen Automaten mit Kreditkartenschlitz für die behördenfreie Ausnahmegenehmigung – weil es halt Kohle in die Stadtkasse schaufelt.

Quo vadis Rathenow? Anwohnerfreie Stadt mit 20.000 kostenlosen Parkplätzen? Bloss, wer wählt dann den Bürgemeister?

Gehweg nach Göttlin – es geht weiter Teil 2

Na endlich.

Seit einem Monat bastelt eine Baufirma an dem Gehweg von Rathenow/West nach Göttlin den kein Rathenower wirklich haben will.

Sicher haben die Arbeiter von der Lustlosigkeit der Anwohner gehört und arbeiten mit Turbo-Nachdruck an dem Werk des Jahrhunderts.

Seit einem Monat haben sie immerhin schon den Weg von der Genthiner Str. bis zur Clara-Zetkin-Str. (fast) vorantreiben können. Für immerhin 130 Meter mehr als einen Monat? Oder reißen die Anwohner dort den Weg nachts aus Protest wieder auf?

Nach groben Schätzungen müßten die in 35 bis 40 Wochen den Ortsausgang von Rathenow erreichen. Zieht man die Wintermonate mit Frost ab – in einem guten Jahr. Von Ortsausgang bis Göttlin muss ja auch noch gebaut werden.

Das nennt man mal Konjunkturföderung. Eine Baufirma, neben Maschinen für mehr als ein Jahr für einen Gehweg. Hoffentlich steigen die Kosten bei der Stundenanzahl nicht ins Unermessliche.

Adminrechte im Blog?

Hallo – hat jemand Admin-Rechte in diesem Blog und kann diese a) mißlungene b) unerwünschte Reklame für Designerbags löschen?

Es reicht doch wenn wir in Kaufhäusern mit dieser drögen Musik zwangsweise vollgejault werden – Reklame im Blog muss nun wirklich nicht sein.

Gehweg nach Göttlin – es geht weiter

Unbeirrt folgt die Stadt ihrem Plan einen Gehweg nach Göttlin zu bauen.

In den letzten Tagen wurden erbarmungslos Bäume gefällt die im Wege stehen. Wenn ich mit dem Auto vorbei fahre sehen die Stümpfe nicht so aus, als wenn das kleine Bäumchen waren – eher richtig alte, dicke Strassenbäume.

Macht nichts: Weg mit dem Störzeug. Aber wehe Du fällst im Garten einen Baum. Dann hast Du das Ordnungsamt am Hals.

Sinnvollerweise hat man den Sägedreck gleich in grossen Haufen am Fahrbahnrand liegen lassen. Ebenso sinnvollerweise auf tauenden Schneehaufen, so dass jetzt langsam alles auf die Fahrbahn rutscht.

Macht nichts: Wo gefällt wird fallen Späne und wegmachen können das doch mal die Anwohner. So können sie schon mal fegen üben.

Mal schauen was als nächstes kommt. Wochenlang gesperrte Zugänge zu den Grundstücken weil sich die Baumassnahmen verzögern?

Hoher Pegelstand der Havel

Hallo – schon bemerkt, dass der Pegelstand der „Unteren Havel“ von normal ca. 1,60 Meter gestern innerhalb von wenigen Stunden auf 2,33 Meter geklettert ist?

Ist das im Winter normal, dass der mir nichts dir nichts mal eben um 70 cm steigt?

Bis jetzt fehlt noch ein knapper Meter, aber dann läuft es in die (Heizungs-) Keller. Bei -10 Grad nicht gerade lustig.

Seit ein paar Stunden stagniert der Pegel bei 2,33 Meter. Mal sehen ob es o bleibt und wir nicht geflutet werden.

Fortsetzung 26.01.10, 09:45 Uhr: Nach Auskunft der Wasserbehörde gibt es Eisverwerfungen. Die stauen das Havelwasser auf der unteren Havel. Man arbeitet mit Eisbrechern an dem Problem. Der Pegel ist seit 24 Stunden statisch – minimal fallend.

Fortsetzung 01.02.2010, 10:00 Uhr: Der Pegel fällt wieder (leicht). Wer sich mehr dafür interessiert:

http://www.pegelonline.wsv.de/webservices/zeitreihe/visualisierung?parameter=WASSERSTAND%20ROHDATEN&pegelnummer=580650&start=2010-01-01T00:00&ende=2010-02-01T23:59

Der Pegel ist aber Rathenow UP. Alle anderen muss man noch auswählen.

Gefährdungen und Behinderungen durch Schnee

Scheinbar gibt es immer noch Ecken in Rathenow wo der Schnee vom Jahreswechsel bis heute in voller unangetasteter Pracht zu bewundern ist.

Leider auf Geh- und Fußgängerüberwegen, an Haltestellen, vor dem Bahnhof in diversen Nebenstrassen usw.

Wer sowas sieht kann das auch der Stadt mitteilen (seid höflich):

http://maerker.brandenburg.de/lis/list.php?page=maerker&sv%5Bkommune%5D=138344&_k=138344

Gruß Tomtom

 PS: Es sind schon einige Einträge zum Thema vorhanden.

Schnee räumen für alle?

Auf der Internetpräsenz der Weltstadt Rathenow befand sich am 06.01.2010 ein Hinweis, dass jeder Alieger vor seinem Grundstück brav den Schnee zu räumen hat. Aha, klar wer soll das sonst machen – und die restlichen Gehwege, quasi die die der Stadt gehören macht die Stadt? Oder die Wege auf den Brücken?

Heute, am 11.01. musste ich in die „Stadt“. Hin ging es gut mit dem Bus. Zurück waren die Gehwege angesagt – zu Fuß.

Und da begann das Elend. Vor der Apotheke Steinstraße 1 war die Welt noch in Ordnung. Aber dahinter, Richtung Steckelsdrorf, war nichts mehr geräumt. Der Platz der Jugend nicht, am Optikpark nicht, die Fußgängerüberwege an den Ampeln nicht, die Brücken nicht.

Leute im Rathaus: Zählt ihr nur die Bußgelder wegen nicht geräumter Wege, oder kümmert ihr euch auch mal um das was gerade aktuell ist? Es war 10:30 Uhr und nicht morgens halb vier; es war hell und nicht wenige rutschende, fluchende Menschen zu Fuß unterwegs. Oder müßt ihr gar selber räumen und es war zu kalt dafür?

Gehweg von/nach Göttlin – Abzocke für Rathenows Prestige?

Vor längerer Zeit im Rathaus beschlossen wird es nun ernst – mit dem Gehweg durch Rathenow/West bis nach Göttlin.

„Betroffen“ sein wird die Göttliner Straße und Göttliner Chaussee und zwar auf der westlichen Seite. Um die 160 cm breit soll er sein, der legendäre Gehweg und ein paar Kilometer lang.

Und nun kommen die Fragen der Anwohner aus den beiden Strassen, denn die müssen den Gehweg teuer bezahlen.

Wer will den haben?

Auf der Bürgerversammlung waren die positiven Meinungen nicht zu hören. Nur Tumult über die Art und Weise wie der Gehweg entschieden und geplant wurde und wie die Kosten nachher verteilt werden sollen. Also die Anwohner wollen den Gehweg wohl nicht so gerne und meckern nur rum. Ja wer will ihn denn nun? Die Göttliner!, so der Ortsvorsteher von Göttlin (wenn ich das recht mitbekommen habe). Die haben über eine Bürgerinitiative 1.000 Unterschriften gesammelt und im Rathaus Druck gemacht. Das sind natürlich nicht nur 1.000 Göttliner, sonder Hinz und Kunz die zufällig beim Sammeln der Unterschriften in der Nähe waren und, so lange es nichts kostet, hier geschrien haben. Geschickter Weise haben sich die Entscheider zum Thema „Gehweg nach Göttlin“ aus der Debatte rausgehalten – sie waren einfach nicht dabei.

Und wer zahlt das alles?

Kosten soll der Spass eine halbe Mio. Euro. Ein Teil wird über Fördermittel gedeckelt, die streicht aber die Stadt ein. Einen Teil muss die Stadt zahlen und, so schätze ich das mal ein, den Bärenanteil die Anwohner. Göttliner Straße zahlt 50% (die haben einen Trampelpfad) und Göttliner Chaussee 90% (die haben keinen Trampelpfad) der Kosten. Entschieden per „Order Mufti“nach dem Gesetz „Pi mal Daumen“.

Fazit.

Diejenigen die den Gehweg nicht wirklich haben wollen müssen wohl am meisten dafür aufbringen. Pech, aber zu einer Prachtstrasse in einer Weltmetropole wie Rathenow gehört eben auch ein Gehweg. Nutzen werden ihn am meisten die Rad-Wanderer die ins Umland und an die Havel wollen – kostenlos incl. Wartung und Winterdienst. Früher hatten die Städte und Gemeinden für ihre Imageaufbesserungen selber gesorgt und nicht selektiv eine handvoll Bürger, die sich kaum wehren können, abgezockt. Aber mal ganz unter uns: Da die Fußgänger und Radfahrer von der Fahrbahn verschwinden, können die Autofahrer endlich auch in Rathenow gefahrlos 80 – 100 km/h fahren. So hat jeder was davon.

Nachtrag.

Wie gerade der aktuellen Presse (online) zu entnehmen war, ist der Verbund der „Hochherrschaftlichen“ aus dem Rathaus von der Idee einen etwas billigeren Gehweg zu bauen nicht sonderlich angetan. Angeblich kosten beide Ausführungen (rote Steine, Asphalt) gleich viel.

Noch spannender war die Einlassung, dass „viele“ den Weg haben wollen – aus Göttlin (hört, hört) und aus Rathenow/West (wer?).  Wenn Göttlin den Weg will, soll es ihn doch bitte auch bezahlen. Und was nicht vergessen werden sollte: Es soll ein Gehweg sein auf dem auch Radfahrer als Sekundärnutzer fahren dürfen. Wer ist bitte so bekloppt und latscht von der Genthiner Straße/Göttliner Straße nach Göttlin zu Fuß? Also doch ein Radweg?