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Wer verarscht hier eigentlich Wen?

Das die Graffiti-Schmierereien in Rathenow auch im Jahre 2009 kein Ende nehmen werden, hätte eigentlich jedem Einwohner schon am 01. Januar klar sein müssen. Allerdings konnte wohl niemand so richtig abschätzen, was es in diesem Jahr für neue Konzeptionen in diese Richtungen geben würde und welche Auswirkungen diese direkt und indirekt auf die öffentliche und vor allem private Bausubstanz haben würden.

Nun ja, nach Unterzeichnung der neuen Ordnungspartnerschaft, welche unter dem maßgeblichen Einfluss der Streetworker Martin Skowronek und Tilo Wind von der Stadt Münster nach Rathenow kopiert wurde, entstehen plötzlich Umtriebe, die es so zumindest vorher in der Stadt nicht gegeben hat. So durfte man zwar in der Vergangenheit an den unmöglichsten Stellen Tags und Bombings von Rathenower Freizeitschmierern feststellen, aber zumindest wurde noch nie die Freilassung von verbrieften Straftätern gefordert. So wurde vor kurzem von dem ebenfalls stadtbekannten Sprayer Stefan B. und unter Aufsicht von Martin Skowronek ein großer Schriftzug an der Stirnseite des KWR-Blocks Fehrbelliner Straße Ecke Große Hagenstraße gesprayt, wo u.a. für die Freilassung des Straftäters Sebastian R. (Schmierername: Maros) mit dem Schriftzug „FREEMAROS“ aufgerufen wird.

“Kunstwerk” der 12er-Schmierer

Am meisten verwundert dann aber die Stellungnahme des Martin Skowronek im Westhavelländer vom 28.08.2009. Der Streetworker gibt in dem besagten Zeitungsartikel  nachfolgendes zum Besten:

Die machen ein Foto davon, dass sie ihrem Freund dann ins Gefängnis schicken.

und weiter . . .

Die Jungs wissen, dass ihr Freund Mist gebaut hat. Es geht eher darum, ihm später zu helfen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen.

Zwar nicht als Zitat des Streetworkers Skowronek aber doch in dem Artikel ist dann schlußendlich noch die Aussage

Von daher enthalte das Bild viel eher eine private als eine politische Botschaft.

zu finden.

Mmmh, könnte es sein, dass Herr Skowronek die Leserschaft der MAZ etwas auf die Schippe nehmen möchte, wie meine Oma für eine eiskalte Verarsche so gerne zu sagen pflegte? Oder hat der Streetworker seine Aussagen im MAZ-Interview etwa ernst gemeint und inhaltlich die Meinung der Sprayer glaubhaft aufgenommen und dem Reporter durchgereicht? Fragen über Fragen, deren Beantwortung mich mehr als brennend interessieren würden.

Auf jeden Fall haben die Sprayer in Südafrika mit ihrer Botschaft „Free Mandela“ ganz sicher die Freilassung Nelson Mandelas gefordert und allen Betrachtern eine politische Botschaft vermitteln wollen.

Nur hier in Rathenow ist natürlich alles irgendwie anders. . .will man uns Glauben machen.

Ich kann nur hoffen, dass man auch in der Stadtverwaltung schnellstmöglich erkennt, dass man sich mit den vielen legalen Wänden mehr Probleme schafft, als diese lösen können.  Alleine die immense Zunahme der illegalen Schmierereien im Umfeld der legalen Wände und die neuen Müllhalden mit Sprayerutensilien sollten die Verantwortlichen aufhorchen lassen.