Archiv für den Autor: Italian Stallion

Kaufland bis 22:00 Uhr geöffnet

Der Lebensmitteleinzelhandel dreht langsam aber sicher durch. In einem Städtchen wie Rathenow, was neben Strukturschwäche besonders aufgrund seiner hohen Arbeitslosigkeit auffällt müssen, die Supermärkte nun mittlerweile also 14 Stunden/6 Tage die Woche geöffnet haben. Wo nimmt der Durchschnitts-Rathenower die Kaufkraft her, der es benötigt um zu später Stunde konsumierend durch Einkaufstempel zu schwadronieren?
Das ist die erste Frage? Die zweite, viel wichtigere, wie ich finde, ist, wer veräußert dem kaufwütigen Pack um kurz vor zehn seine Ware? Sind da gar besorgte Eltern unter dem Personal, die vor lauter Arbeit nicht wissen, wer ihr Kind ins Bett bringen soll?
Ist nicht ein gemütliches Abendbrot im Kreise der Familie ein Eckpfeiler der Kommunikation innerhalb der Sippe?
Wenn Mutti/Vati allerdings erst kurz nach zehn (eher kurz vor elf) aus der Leibeigenschaft nachhause kommen, können sich die Kleinen wohl nur schwer am Tisch halten.
Die Schandmäuler des Kapitals werden jetz rufen: „Ja dafür hat der Arbeiter der Spätschicht ja auch den ganzen Vormittag frei.“
Richtig, dann sind die Kinder allerdings in der Kita oder in der Schule.
Schöne neue Welt.

Bekloppte Ampelschaltung

Vermutlich sein übertriebener Gerechtigkeitssinn trieb den Hirni der die Ampelschaltung in Mögelin zu verantworten hat zu dieser Scheiße: Immer wenn die Schranken den Rechts- bzw. Linksabbiegern die Überquerung der Bahngleise verwähren, muss auch der Verkehr der sich, wenn nicht zum Stillstand gezwungen, parallel zu den Schienen bewegen würde, seine Fahrt unterbrechen und das Schauspiel verfolgen. Das nennt man Solidarität. In diesem Fall finde ich das allerdings reichlich unpassend. Ist ja nicht so, dass dafür die Fußgänger die Möglichkeit hätten auf die andere Fahrbahnseite zu gelangen.(jedenfalls nicht unbeschadet, mit der Unterstützung durch eine Grünphase.). Nein alle Beteiligten, außer jene die den Weg des Zuges kreuzen würden, müssen völlig sinnlos warten. Mann, Mann, Mann!!!
Als Denkanstoß empfehle ich mindesten 30 Stockschläge auf die Fußsohle des oder der Verantwortlichen. Gute Nacht!

Landesgartenschau – gelungenes Endzeitszenario

Die LAGA ist ja an und für sich eine tolle Sache! Nicht nur, dass Besucher aus ganz Deutschland die Ausstellung besuchen und Geld in Rathenows Taschen stecken, auch optisch ist das pittoreske Blumenarrangement eine Bereicherung. Klingt traumhaft. Wäre da nicht die Natur, die ebenfalls für das Prestigeprojekt zahlen musste. Um der Landesgartenschau ihre neidlos anzuerkennende Ansehnlichkeit zu verpassen, musste die nämlich erst einmal den Schwedendamm verlassen. All die hässlichen Büsche und Sträucher die das Gelände säumten, waren zwar schon immer da, passen aber nicht ins Konzept der wohlgeordneten Farbenfreude. Auch stellen Naturerscheinungen wie genanntes Grünwerk den Lebensraum für eine Vielzahl Vögel und Kleinsäuger dar, haben aber, ein Gärtner wird es mir bestätigen, in einem Garten, in dem es darum geht die schönsten Pflanzen zu selektieren und zur Schau zu stellen, nichts verloren. Wer mag, kann da gerne Parallelen ziehen.
Nicht minder widerlich finde ich den gelungen Versuch den Weinberg für Besucherströme gangbar zu machen. Um genügend Platz für asphaltierte Wege zu schaffen wurden jahrhundertealte Bäume einfach umgeschlagen. Wo bitte ist da die Logik? Ich kann doch niemandem etwas als Natur verkaufen, was vor urbaner Bequemlichkeit nur so strotzt. Was kommt als nächstes: betonierte Waldböden, rasierte Eichhörnchen, Eintrittskassen? Warten wir mal ab.