Rathenow- Schildbürgerstadt Teil I

Ewig hatte es gedauert, bis wenige hundert Meter Berliner Straße saniert waren. Fast fertig ist seit dem letzten Herbst nun das kleine Stück zwischen der Mittelstraße und der Goethestraße. Was die Bauerei gebracht hat, spottet jeder Beschreibung.
Von sicheren Radwegen war vor dem Bau die Rede. Entstanden sind kurze Stückchen Radweg, die vor jedem Kreisel enden und die Radfahrer in die ohnehin sehr engen Kreisel zwingen. Die kurzen Radwegstücke sind nicht deutlich vom Gehweg abgegrenzt, sodass Fußgänger dort gemütlich spazieren gehen.
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Außerdem werden Radfahrer vor dem Rathaus beispielsweise auf den Radweg gelotst, hatten aber wochenlang durch Absperrungen und zusammengeschobenen Schnee keine Möglichkeit, diesen Weg wieder zu verlassen.
Zwei Kreisel sollten den Verkehr flüssiger gestalten. In Wiklichkeit bremsen sie jeden Kraftfahrer aus. Will man im Feierabendverkehr Richtung Westen fahren, stauen sich die Fahrzeuge oft bis zum Märkischen Platz zurück. Die Ampel B102/ Berliner Straße lässt jeweils nur drei Fahrzeuge in westlicher Richtung passieren. Ist dann noch ein Rechtsabbieger dabei, der Fußgängern den Vorrang gewähren muss, haben auch die beiden Hinterleute das Nachsehen.

4 Gedanken zu „Rathenow- Schildbürgerstadt Teil I

  1. Ramon

    Die Rückstaus wegen der Ampel sind nur logisch, wurde aus der Stadtverwaltung ja auch schon bestätigt. Das Konzept wurde für den Fall ausgelegt, wenn auch die Hauptkreuzung ein Kreisel ist. Frühestens dann kann man das Ganze abschließend beurteilen. Ist doch klar, dass es sich staut, wenn die Ampel rot ist, war früher auch nicht anders. Man wird sehen, was wird, wenn der dritte Kreisel da ist. Ab Juni wird gebaut, dann haben wir ohnehin wieder eine andere Verkehrslage. Mal sehen, worüber dann gemeckert wird. Ach ja, und wer sich als Radfahrer nicht in den Kreisel traut, sollte absteigen und schieben. Ich komme mit der Wegeführung gut klar. Nur müssen halt auch die Radler mal einen Schulterblick in Kauf nehmen, bevor sie auf die Straße abbiegen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Vorausschauen gelten für alle Verkehrsteilnehmer. Sicher sind die Wege nämlich nur, wenn auch alle, die sich darauf bewegen, sichere Verkehrsteilnehmer sind.

  2. Helga Artikelautor

    Das heißt also, dass eine ungünstig programmierte Ampel so eingestellt bleiben soll, nur weil die Stadtverwaltung das befürwortet und es ja sowieso mal einen weiteren Kreisel geben wird?
    Und die Benutzung der Kreisel hat nichts mit sich trauen zu tun. Es dürfte auch dem letzten Ignoranten klar sein, dass Radfahrer die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind, die weder Airbag, noch Seitenaufprallschutz oder eine Knautschzone haben. Und wie viele motorisierte Fahrzeuge mit der vorgegebenen Kreiselfahrspur kaum klar kommen, konnte man in den letzten Wochen anhand der Spuren im frisch gefallenen Schnee gut erkennen.

    1. Ramon

      Wer sagt denn, dass die Stadtverwaltung die Situation befürwortet?! Die werden sich auch ärgern, wenn sie da stehen. Allerdings wissen sie wahrscheinlich , dass es eben nur eine Übergangslösung ist. Und die sind in der Regel selten ideal. Im Übrigen habe ich gestern beobachten können, wie ganze neun Pkw die Hauptkreuzung in Richtung Rathenow-West überquert haben (inklusive Rechtsabbieger). Ganz so schlimm, wie im Artikel beschrieben, ist es dann wohl doch nicht. Dass es sich zu den Stoßzeiten staut, ist mit Sicherheit auch nicht nur in Rathenow der Fall. Von daher sollte man sich mit der aktuellen Lage einfach abfinden und gegebenenfalls ein paar Minuten mehr einplanen, ab Juni wird sowieso gebaut.

  3. Thomas

    Zum Glück, oder leider, muß ich zurzeit nicht oft nach Rathenow rein. Wenn doch, dann ist es jedesmal eine kleine Meisterleistung das Ziel zu erreichen. So ist’s eben, meine ich, das Ende der Hindernisse in, wenn auch ferner, Sicht.

    Vor meinem geistigen Auge sehe ich nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen eine mauschelige Innenstadt, gemieden von Autofahrern (einheimisch oder fremd), bunt und einladend zum flanieren, schauen, sitzen und Käffchen trinken. Ich hoffe, daß man sich als Ottonormalverbraucher Letzteres künftig noch leisten kann und das die ansässigen Geschäfte durchhalten. Mal sehen was die Zukunft bringt, denn alles ist am Fließen.

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