Filiale geschlossen

Lidl hat gestern seine Filiale in Rathenow-West geschlossen. Angekündigt wurde die Schließung am Beginn der Woche. Am Kundenstrom kann es nicht liegen. Es war der einzige Supermarkt in diesem Stadtgebiet und für alle in westlicher Richtung liegenden Dörfer. Dadurch waren ständig Kunden im Geschäft. Und auch die Mitarbeiter können keine Schuld tragen. Das Personal rannte stets zwischen Kasse und zu bestückenden Regalen hin und her. Da wurde keine Zeit untätig verbracht. Offiziell begründete Lidl die Schließung damit, dass die Verkaufsfläche zu klein wäre, um das gesamte Sortiment anzubieten. Die zahlreichen, meist älteren Kunden, wären sicher mit einem weniger umfangreichen Angebot in der Nähe auch zufrieden gewesen. Die Geschäftsleitung hat auf die Filiale in Rathenow-Ost verwiesen. Die fünf Kilometer wird wohl kaum jemand in Kauf nehmen.
Kaufland kann sich freuen. Bis dorthin sind es maximal zwei Kilometer von der geschlossenen Lidl-Filiale.

7 Gedanken zu „Filiale geschlossen

  1. tomtom58

    Kein Supermarkt, keine Apotheke, demnächst nur eine halbe Brücke. Rathenow-West wird langsam von der Aussenwelt abgetrennt.

    Macht Rathenow-West zur kreisfreien Stadt mit Freihandelszone und Flughafen.

    1. Xaverl

      Alles geht fort. Und das Blog wird jetzt auch von Panama gesteuert.

      1. Helga Artikelautor

        Und warum wird vieles eher im Ausland als bei uns erledigt? Vielleicht ist es wieder eine Frage des Geldes?

  2. maddin

    Vielleicht sollte man die Schließung und die Begründung dafür mal ganz nüchtern aufblättern:
    Die LIDL-Filiale „West“ war – nach meiner Erinnerung – vor der Filiale „Ost“ fertig und geöffnet.
    Mit „Ost“ meine ich nicht den derzeitigen LIDL-Standort dort, sondern den vorher genutzten Bau,
    jetzt leerstehend, zuletzt vom CC-Getränkemarkt gemietet.
    Und dann gab es noch den LIDL im Körcenter, mittelgroß und zentral gelegen.
    Damals hieß der SM im Schwedendamm – wir erinnern uns? – noch „Magnet“ – btw: Wie firmierte
    eigentlich das Kaufland in der Milower anfänglich? MarktKauf glaube ich? – ist mir entfallen…
    Das alles sind Relikte aus einer Zeit, die – wenn ich recht erinnere – „Aufbau Ost“ genannt wurde.
    Maxime für das Errichten neuer Standorte war und ist für die Betreiber aber nicht, die Kundschaft vor Ort zufrieden zu machen,
    man baut wo man kann bevor es die Konkurrenz tut, und wenn die erst aus dem Feld geschlagen ist…

    In West wird niemand mehr einen Markt bauen oder betreiben, der Kreis eines möglichen Stammpublikums ist zu klein,
    die „Laufkundschaft“ wegen der 188n (Ortsumgehung) rechnerisch(!) weitgehend weggebrochen.
    Deshalb kann LIDL diesen Standort auch problemlos schliessen, billigend in Kauf nehmend, daß ein Teil der
    Stammkundschaft ins Kaufland Schwedendamm abwandert und sich nicht zur Filiale Ost durchkämpft.

    Und dann ist da noch die Diskussion um einen Discounter-Neubau hinter dem ReWe-Parkplatz offen.
    Doch doch, die ist offen bzw. wird neu angestoßen – spätestens wenn ALDI den Standort Nord schließt.
    Dort ist übrigens die Situation ähnlich verschärft wie in West – in der näheren Umgebung gibt es auch da nichts…

    LIDL-Märkte werden derzeit mit dem FrischBack – Angebot erweitert, in Ost ab 2. Februarwoche.
    Das wäre in West fast unmöglich gewesen, dort wurde schon zuletzt der Verkaufsraum als zweites Lager mißbraucht,
    weil nach dem Einbau des Leergutautomaten im Hauptlager kein Platz mehr war – Paletten in den Gängen, und das nicht nur während der Nachfüllphase. Nicht angenehm für Kunden jeden Alters.

    Die Schließung dieses Standorts wird m.E. übrigens noch weitere Konsequenzen haben:
    Die Bedarfsampel für Fußgänger dort verliert einen großen Teil ihrer Berechtigung, und nur wegen der Bushaltestelle bleibt die da nicht mehr lange stehen…

    Es ist halt wie überall: ES GEHT VORAN!

    maddin (der gerne Kunde bei LIDL „West“ war)

  3. Helga Artikelautor

    Deine Argumente sind plausibel. Das wird mit Sicherheit noch nicht die letzte Schließung gewesen sein. Es werden immer weniger Kunden und die können ihr Geld nun einfach nur einmal ausgeben.
    Mir fällt gerade ein, dass Kaufland in der Milower Straße ursprünglich als „Plaza“ gebaut worden war.

  4. maddin

    Jetzt, ja, Danke Helga!
    MarktKauf war mal kurzfristig nach Magnet im Schwedendamm, oder irre ich da?
    Mein fotografisches Gedächtnis kommt da immer mit dem Götzen (vor TOOM) durcheinander – alles so schön grün 😉

    Schade finde ich manchmal, daß das hier ein Blog und kein Forum ist – obwohl ich das verstehe, der Wartungsaufwand wäre viel höher.

    Andererseits kommen Diskussionsketten im Blog immer etwas zu kurz – schade, da wäre vermutlich mehr Potenzial drin…

    @tomtom58
    Mir würde es reichen, wenn Rathenow Kreise-frei wäre – den fehlenden Flughafen finde ich eher verzichtbar…

    maddin

  5. Helga Artikelautor

    Hallo Maddin, ich weiß nicht, ob wirklich viele Leser hier überhaupt reinschauen. Augenblicklich schreibe ich selbst nur sehr sporadisch. Es gab schon mal bessere Zeiten. Außerdem will ich nicht nur die negativen Seiten von Rathenow beleuchten (wozu auch der obige Beitrag zählt). Leider könnte man damit dickere Ordner füllen als mit positiven Berichten. Ich denke nur an die „Innenstadtsanierung“.
    Noch mal zu den Marktnamen: Ich bin mir nicht mal sicher, ob aus Plaza gleich Kaufland wurde oder ob das noch anders hieß. Und aus Magnet am Schwedendamm wurde erst Kaufmarkt und dann Kaufland. Marktkauf hatten wir in Rathenow nicht. Das war in Premnitz vor E-Center. Aber die haben ja inzwischen alle mal gewechselt oder wurden geschlossen. Augenblicklich sind sie gerade dabei, „Ihr Platz“ im City-Center in Rossmann umzuwandeln.

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