Die unendliche Geschichte

Berlin hat einen Großflughafen, der am Sankt Nimmerleinstag fertig sein wird, Rathenow die Berliner Straße. Wurde noch vor zwei Jahren großspurig verkündet, Berliner Straße, Brandenburger und Fehrbelliner würden von Grund auf erneuert werden, schrumpfte das Vorhaben dann auf die Berliner Straße zusammen. Dabei waren alle drei genannten Straßen und der Märkische Platz vor Beginn der Arbeiten in einwandfreiem Zustand.
Nun werden Eröffnungstermine genannt und wieder und wieder verschoben. Orientiert man sich da am Berliner Vorbild? Gibt es keine Verträge, die einfach nur einzuhalten wären? Oder haben die Baufirmen mit der Stadtverwaltung Stundenlöhne ausgehandelt? Dann braucht sich natürlich niemand zu wundern, dass sich manch eine Baufirma auf Kosten der Steuerzahler sanieren möchte. Im vergangenen Jahr gingen die Arbeiten sehr schleppend voran, man schien auf den Winter zu warten. Und als es dann endlich etwas kälter wurde, hatte man eine Erklärung für wochenlangen Stillstand parat: Es war zu kalt. Im Sommer war es dann zu heiß oder die Bauarbeiter im wohlverdienten Urlaub.
Gestern wurden schon mal Kinder aus Rathenower Schulen eingeladen, sich auf der neuen Straße zu orientieren. Dabei können sich die heutigen Zweitklässler schon gar nicht mehr erinnern, wie die Straße vorher aussah. Die Straße wurde gesperrt, ehe diese Kinder überhaupt das erste Mal zur Schule gingen. Wenn sie Glück haben, erfolgt die Freigabe, bevor die Kinder zur weiterführenden Schule wechseln.
Hoffen wir, dass es wenigstens den Bauarbeitern gut geht. Den Rathenower Händlern und Anwohnern vergeht der Spaß an dieser Geschichte.
Vielleicht hätten die Händler vor Beginn der Bauarbeiten doch geschlossen ins sowieso leerstehende Körcenter umziehen sollen.

Ein Gedanke zu „Die unendliche Geschichte

  1. Sebastian

    Nach gefühlten fünf Jahren Bauzeit ist jetzt ein Großteil der Gehwege begehbar und ja, auch die Fahrbahn befahrbar. Licht am Ende des Tunnels.

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