Bewährtes wird kaputtgespart

Viele Jahre war die Waldschule ein beliebtes Ziel für Rathenower Kindergartengruppen und Schulklassen. Nicht nur Grundschüler lernten viel Wissenswertes über den Wald. Auch die siebenten Klassen des Jahngymnasiums hatten in jedem Schuljahr einen mehrtägigen Einsatz in der Waldschule. Sie führten Pflanzenbestimmungspraktika in der Natur durch, erfuhren viel über die Bedeutung des Waldes und beobachteten seine tierischen Bewohner. Einen Tag nutzten die größeren Schüler für Waldpflege und Erhaltungsarbeiten.
Helma Adermann führte viele Jahre Rathenower Kinder auf unkomplizierte Weise an die Natur heran. Leider wurde durch die Forstreform diese wichtige Stelle gestrichen. Die Waldschule liegt verwaist im Forstrevier, obwohl mit viel Mühe zahlreiche Stationen der Wissensvermittlung errichtet worden sind.

Heute hatten die Schüler der sechsten Klasse der Geschwister-Scholl-Grundschule nochmals Gelegenheit, die Waldschule zu besuchen. Frau Adermann und Herr Sörnitz begleiteten sie ehrenamtlich.
Dass den Schülern die einzelnen Stationen sehr gefallen haben, beweisen wohl die Fotos ohne Kommentar.

4 Gedanken zu „Bewährtes wird kaputtgespart

  1. Thomas

    Stellen streichen, Kultur und Wissenserlangung „rückbauen“, zum Zwecke der Geldeinsparung, ja, das ist ein fortlaufender Trend, dem das Ende nicht abzusehen ist.

    Da ich das Heidegrab der Elise Friederike von Bornstedt auf den Fotos erkenne, fällt mir ein, daß ich erst voriges Jahr mal neugieriger Weise diesem Ort aufsuchte, weil mein letzter Besuch dort mindestens 18 Jahre zurück liegt. Habe zu diesem Zweck gleich meine Tochter (10) dorthin mitgenommen, man weiß ja nie, wie lange solche Stätten noch erhalten bleiben.

  2. Helga Artikelautor

    Dann werdet ihr mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Waldlehrpfad an die Grabstelle gekommen sein. Mit viel Mühe, Ideenreichtum und Einsatzfreude sind die zahlreichen Stationen aufgebaut worden. Wenn sich nun niemand mehr darum kümmert, wird das alles dem Verfall preisgegeben. Nur auf ehrenamtlicher Grundlage kann es nicht funktionieren. Von irgendwas müssen die Leute schließlich auch leben.
    Schade drum!

  3. Thomas

    Auf den Waldlehrpfad sind wir schnell gestoßen. Meine Tochter liebt solche Einrichtungen. Kinder werden das generell tun, weil es sich um die Kombination von Spaß und Wissensvermittlung handelt, eine nicht zu unterschätzende Kombination, die jeder noch nachhaltig in Erinnerung haben wird. Und der „Spaß“ dabei beinhaltet zudem das Austesten eigener körperlicher Fähigkeiten. In Zeiten intensiver Telekommunikation und Fastfood ein klares Muss. Die Kinder müssen raus in die natur und deren Zusammenhänge kennen zu lernen. Wissen kann man heute schnell und beinahe überall abgreifen, wirklich lernen kann man aber nur durch das Erleben. Deshalb ist es immer sehr traurig, wenn die Gesellschaft zwar ähnliches immer predigt, aber langfristig nicht dafür sorgt. Schnell folgt man Trends und ebenso schnell sind sie aus Kostengründen wieder abgeschafft.

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