Kinderzirkus

Wer in der vergangenen Woche an der Havellandhalle vorbeikam, sah schon von Ferne das große Zirkuszelt.

Dieses Zelt gehört zum „1. Ostdeutschen Projektcircus“, in dem Kinder die Akteure sind.

Bereits vor vier Jahren nutzten die Schüler der Grundschule „Geschwister Scholl“ eine Projektwoche für ihre Zirkusarbeit. Dadurch waren die älteren Schüler schon zum zweiten Mal die Stars in der Manege, für die jüngeren war es die Premiere. Die Kinder hatten sich vorher für ihren Beitrag entscheiden können. Sämtliche Schüler waren auf zwei etwa gleich starke Gruppen A und B aufgeteilt worden, in denen die gleichen Programmteile erarbeitet wurden. An nur zwei Trainingstagen wurde in den einzelnen Gruppen ein anspruchsvolles, knapp zweistündiges Programm einstudiert.
Zu den Generalproben waren Kindergartenkinder und die jeweils andere Gruppe als Zuschauer anwesend, sodass auch jedes Kind das gesamte Programm einmal anschauen konnte. Danach hatte jede Gruppe zwei Auftritte vor Eltern, Großeltern und vielen anderen Zuschauern. Und was den Gästen dabei geboten wurde, ließ sie oftmals vergessen, dass es ganz gewöhnliche Grundschüler waren, die dort agierten. Jedes einzelne Kind zeigte vollen Einsatz.

Mädchen mit Tüchern bei der Gymnastik.

Junge „Dresseure“ bei der Arbeit mit Haustieren.

Gelungene Übungen am Trapez.

Junge Fakire mit freiem Oberkörper auf dem Nagelbrett, barfuß oder im Kopfstand auf Scherben. Sogar als Feuerspucker durften einige Kinder auftreten.

Starke Kinder mit einer lebenden Python.

Kleine Clowns sorgten für manchen Lacher.

Natürlich fehlten auch akrobatische Darbietungen, Seiltänzerinnen und Zauberer nicht. Ein Pirat wurde gefangen, in ein Fass gesteckt und konnte den Säbeln ausweichen.
Die Projektwoche forderte von den Beteiligten vollen Einsatz, aber am Ende der Woche steht fest: Die Mühe hat sich wirklich gelohnt. Jedes Kind hatte seinen Auftritt und damit sein ganz persönliches Erfolgserlebnis. Selbst die Schulanfänger, die erst eine Woche zuvor zum ersten Mal die Schule betreten hatten und mehrere Asylbewerberkinder, die gerade erst hier angekommen sind, wurden voll in das Programm mit einbezogen.
Zirkusdirektor Andre Sperlich forderte deshalb in seinem Schlusswort auch die Kinder auf, den gleichen Ehrgeiz, die Aufmerksamkeit und die Rücksichtnahme mitzunehmen in den Schulalltag.
In der kommenden Woche werden die Schüler der Premnitzer Dachsberg-Grundschule den Projektzirkus nutzen. Danach zieht er nach Peine in Niedersachsen.