Kirchendach muss erneuert werden

Im Jahr 2001 wurde die Sankt-Marien-Andreas-Kirche wieder zum echten Wahrzeichen der Stadt, denn nach vielen Jahren „oben ohne“ erhielt sie eine neue Turmspitze. Die alte war im Krieg stark beschädigt und in den 60er Jahren weiter abgetragen worden. Nachdem in den letzten Jahren Chorraum und Chorraumfenster erneuert wurden, ist nun das Dach dringend sanierungsbedürftig. Nach dem Sturm vor einigen Wochen sind die heruntergefallenen Ziegel notdürftig ersetzt worden. Der Förderkreis will möglichst viele Rathenower Bürger gewinnen, die einen oder mehrere symbolische Biberschwänze spenden. Heinz-Walter Knackmuß vom Förderkreis rechnete vor, wenn jeder Rathenower nur zwei dieser Ziegel zum Preis von je zehn Euro erwerben würde, wären fast die benötigten 50.000 Dachsteine beisammen.

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So sah die Kirche bis Ende 2001 aus, darunter ist ein aktueller Anblick.

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2 Gedanken zu „Kirchendach muss erneuert werden

  1. Hans- Jürgen Wodtke

    Die St.-M.-A.-Kirche ist eines der wichtigsten Erkennungszeichen Rathenows und somit auch ein wichtiges Identifikationssymbole für Rathenows Bürger und auch für die Bürger der näheren Umgebung.
    Als am 28. April 1945 durch Beschuß die Kirche in Brand geschossen wurde, empfanden es viele Rathenower als ein Fanal für das Ende der Stadt. Während die Kirche noch mehr als zwei Tage brannte, dauerten die Kämpfe in Rathenow noch bis zum 4.Mai 1945 an. Im Ergebnis wurden allein in der Rathenower Altstadt mehr als 50% des vorhandenen Wohnsubstanz zerstört.
    Der Rathenower Architekt und Stadthistoriker Wolfram Bleis hat jetzt in seinem unlängst erschienen Buch „Rathenow, die verschwundene Stadt“ erstmalig den Niedergang der Rathenower Altstadtinsel, nicht nur sehr anschaulich und eindrucksvoll beschrieben, sondern auch mit sehr vielen Bilder nachhaltig belegt.

    Nach der erfolgreichen Aufstockung des Turmes der St.-M.-A.-Kirche im Herbst 2001, wurde in unserem Büro ein Modell der Kirche im Maßstab 1:100 angefertigt. Dieses Modell präsentierten wir Anfang 2002 auf der Handwerker- und Gewerbeschau in der Havelland-Halle in Rathenow. Ziel der Aktion war es damals, die Kommunalpolitiker, für eine noch fehlende Anstrahlung der Kirche zu begeistern.
    Während der Messe kamen zahlreiche Rathenower und Gäste und schauten sich das Modell an. Viele der Besucher erzählten dann ihre Erlebnisse mit und um die St.-M.-A.-Kirche und berichteten über ihre Empfindungen nach der erfolgreichen Wiederaufstockung.

    Erst da wurde mir so richtig bewusst, wie wichtig diese Kirche auch Nichtchristen ist und wie glücklich die Menschen waren, dass die Kirche wieder nahezu ihr altes Aussehen zurückbekommen hatte.
    Aus diesen Erfahrungen bin ich zuversichtlich, dass es auch dieses mal wieder gelingen wird, das Geld für die Dachsanierung aufzutreiben. Es muss einfach gelingen, denn die Kirche liegt den Rathenower doch so am Herzen.

    Anmerkung: Das Buch „Rathenow, die verschwundene Stadt“ ist in allen Rathenower Buchhandlungen oder unter http://www.havelland-kiosk.de weltweit über das Internet zu erwerben

  2. Helga Artikelautor

    Ich war schon vor der Erneuerung der Turmspitze mehrmals auf dem Kirchturm, um mir die Stadt von oben anzusehen. Aber seit der Rekonstruktion war ich in jedem Jahr mehrmals oben. Man kommt nun noch etliche Meter höher als früher, außerdem gab es vorher nicht so oft Gelegenheit zur Turmbesteigung. Im vergangenen Jahr waren wir ein paarmal mit Besuchern dort, auch mit Schülern habe ich oft einen Blick von oben auf die Stadt geworfen. Ich finde, das gehört einfach dazu, wenn man körperlich dazu in der Lage ist, die Stadt mal aus der Perspektive zu sehen.
    Das oben erwähnte Buch haben wir Anfang Februar einem Kollegen zum Geburtstag geschenkt.Er war total begeistert davon. Ich will es mir demnächst auch kaufen. Einiges ist mir seit meiner Zeit hier in Rathenow (ich gehöre erst seit 1973 dazu) auch noch in Erinnerung, anderes kannte ich nur aus Erzählungen der Familie meines Mannes oder aus Zeitungsartikeln. Zum Beispiel hat das inzwischen längst verstorbene Paar Rudolf und Erika Guthjahr viel zum Bewahren historischer Überlieferungen beigetragen.

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