Inventur im Storchennest

Der Nabu-Beauftragte und Storchenexperte Tino Wachowiak führte Ende Juni die Beringung der Jungstörche durch. Interessierte Beobachter hatte er wie immer dabei: Die Havelbiber, die Nachwuchsgruppe des Nabu. Außerdem nutzten Mitarbeiter des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit die Gelegenheit, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Im Frühjahr hatte es Fälle von Vogelgrippe im benachbarten Sachsen-Anhalt gegeben. Deshalb wurden bei der Storchenberingung Kot-, Feder-, Blut- und Speichelproben genommen, um Erkenntnisse zu gewinnen über den Gesundheitszustand der Tiere. Die Zählung der Störche im Altkreis Rathenow ergab, dass 38 Brutpaare sich hier niedergelassen hatten. Insgesamt hatten sie aber weniger Nachwuchs als im vergangenen Jahr, denn elf Paare blieben ganz ohne Bruterfolg, eins hatte nur ein Junges, fünf Paare zogen je zwei Junge groß, elfmal gab es drei Jungtiere im Nest und bei zehn Paaren gab es jeweils vier Junge, sodass insgesamt 84 junge Störche gezählt werden konnten. Im vergangenen Jahr waren es zwar zwei Brutpaare weniger, aber sie zogen insgesamt 105 Jugtiere groß. Der Nabu-Experte führt den niedriger ausfallenden Zuchterfolg auf zu starke und langanhaltende Regenfälle zurück. Die Jungstörche haben kein dichtes, wasserabweisendes Gefieder. Dadurch unterkühlen sie bei Dauerregen und sterben dann schließlich.
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Ausgewachsener Storch auf Futtersuche