Fluch und Segen der Technik

Zu DDR-Zeiten hatte kaum ein Privathaushalt einen Telefonanschluss. Da nützte auch eine jährliche Wiederholung der Antragstellung nichts. Die wenigen vorhandenen Leitungen wurden für Betriebe, Institutionen und wenige privilegierte Genossen gebraucht. Die Folge war, dass sich die Menschen schriftlich, also per Brief oder Karte, verständigen mussten.
Heute verfügt wohl fast jeder über eine Festnetz- oder/und Mobilfunkverbindung. Hatte früher jemand Geburtstag oder irgendein Jubiläum, bekam er die Glückwünsche schriftlich. Man nahm die Karten und Briefe aus dem Kasten und konnte sie dann lesen, wenn man die nötige Muße dafür hatte. Heute findet man eine einzige einsame Glückwunschkarte im Briefkasten. Dafür kommt man kaum dazu, den Telefonhörer aus der Hand zu legen.
So lieb die Anrufe auch gemeint sein mögen und so sehr sie einem auch zeigen, dass andere das Ereignis nicht vergessen haben, so sehr stresst es aber auch, wenn man Stunden des Ehrentages am Telefon verbringt.