Die unendliche Geschichte mit dem Splitt

In den letzten Wintern hat sich auf den Straßen Deutschlands Streusalz als Mittel gegen Glätte durchgesetzt. Leider wird es auch dort verwendet, wo es gar nicht notwendig ist. So wird schon frisch gefallener Neuschnee mit einer dicken Salzschicht bekämpft, anstatt erst mal mit dem Schneepflug anzurücken. Welche Auswirkungen diese Massen an Streusalz auf die Pflanzen und Bäume am Straßenrand haben, wird sich bestimmt erst in ein paar Jahren zeigen.
In Rathenow wird zu Beginn eines jeden Winters eine dicke Schicht Splitt auf Geh- und Radwege geschüttet, egal ob Glätte herrscht oder nicht. Damit werden die Schuhsohlen der Fußgänger beschädigt, Hunde verletzen sich an den Pfoten und so mancher Radfahrer muss mehrmals im Winter die Bereifung wechseln, da die spitzen Steinchen und Scherben für Platten sorgen. Alle Beschwerden der Bevölkerung werden im Rathaus ignoriert. So war erst kürzlich auf einen Bürgerhinweis am „Sorgentelefon“ der MAZ wieder mit der lapidaren Erklärung geantwortet worden, dass der Winter noch nicht vorbei sei und der Splitt deshalb liegen bleibe. Die Herren im Ordnungsamt haben noch nicht mitbekommen, dass bei erneutem Schneefall das Streumaterial vom Schnee bedeckt wird und damit gar nichts mehr nützt. Wir haben in den zurückliegenden Wochen erleben müssen, wie glatt zahlreiche Gehwege (besonders Märkischer Platz, Schleusenbrücke, Berliner Straße beidseitig) in Rathenow waren. Wieso wird dann in Rathenow überhaupt noch von Zeit zu Zeit eine Straßenreinigung durchgeführt? Sand hat doch auch eine abstumpfende Wirkung, also kann man sich das Streuen im Winter sparen, wenn man ganzjährig nicht mehr reinigt, oder?