Abwahlverfahren am kommenden Sonntag

Am kommenden Sonntag haben alle wahlberechtigten Bürger der Gemeinde Milower Land die Möglichkeit, sich am Abwahlverfahren gegen den Bürgermeister Peter Wittstock zu beteiligen. Diese Wahl wurde wegen ehemaliger Stasitätigkeit des Herrn Wittstock initiiert.
Man sollte meinen, dass nach fast zwanzig Jahren endlich dieses Thema abgearbeitet wäre. Wer in jungen Jahren einen Fehler gemacht und anschließend stets ordentliche Arbeit geleistet hat, dem sollte man das nicht ewig nachtragen. Aber wie hieß es früher schon: Ist endlich über eine Sache Gras gewachsen, kommt ein Schaf und frisst es ab. Dabei sind auch die Kritiker nicht immer mit weißer Weste aus dieser Schlammschlacht herausgegangen. Jedenfalls werden alle Zeitungsleser froh sein, wenn der Wahltag und damit das Thema Wittstock und Stasi endlich vorbei sind. Man kann es einfach nicht mehr lesen.
Ob es in zwanzig Jahren wieder ähnliche Querelen geben wird über diejenigen, die heute alles ausspionieren? Es soll keiner sagen, sowas gibt es nicht. Woher haben denn alle möglichen Leute Kontodaten, Adressen und andere persönliche Informationen? Damals musste man einen Antrag stellen, wenn man mal die DDR von außen sehen wollte. Heute muss jeder Hartz-IV-Empfänger sich bei seiner Behörde abmelden, will er mal seinen Wohnort verlassen und die Familie besuchen. Macht das einen Unterschied?