Gehweg nach Göttlin – die Abzocke wird angedroht

Nachdem der Gehweg den keiner wirklich haben will nun endlich fertig ist, soll es ans Bezahlen gehen.

Mit einer pfiffigen Geschäftsidee hat die Stadt Rathenow vor die Last der Kosten zu 90% auf alle Eigentümer abzuwälzen. Die Fördermittel reichen dicke aus, um den Anteil der Stadt zu decken (wenn da mal nicht noch ein ordentlicher Batzen übrig bleibt).

Mit der fadenscheinigen Begründung, dass die Göttliner Straße/Göttliner Chaussee doch nur eine „Anliegerstrasse“ sei ist die geplante Abrechung  gerechtfertigt. Nebenbei ist die Strasse ja auch neu erschlossen worden;  ein Gerichtsurteil, aus Falkensee soll den Anwohnern Angst machen und designierte Widerständler in die Schranken weisen.

Vielen Anwohnern stecken noch die Schocks für Strassenbeleuchtung und Entwässerung in den Knochen, sprich sie zahlen heute noch und bis weit in die Zukunft. Und nun soll noch der Gehweg in Raten drauf gelegt werden. Seit Tagen steht nicht nur das Wasser im Keller (oder im Haus) sondern auch noch neue Schulden vor der Tür. Ich vergaß: Wir haben ja alle Wassergrundstücke, fahren dicke Autos, verreisen drei Mal im Jahr 1. Klasse und leben nur von Champagner und Kaviar.

Nebenbei: Ein klein wenig Rechtfertigung für den Gehweg wäre die Grundschule in Rathenow-West schon gewesen. Aber die soll ja weg.

Was machen die im Bauamt eigentlich? Eine Verwaltung sollte zum Wohl der Bürger arbeiten und nicht mit jeder Form von Trickserei und Gewalt versuchen auch die letzten zu vergnatzen.

Na dann liebes Bauamt – ein fröhliches Prozessieren. Im Fall einer Niederlage zahlt eh der Steuerzahler, also wieder wir. Neben „Jahrhundert-Fluten“ kann man auch bald von „Jahrhundert-Fehlentscheidungen“ zu Lasten der Bürger reden. Die Verwaltung in Rathenow arbeitet jedoch daran diesen Level wenigstens ein paar Mal im Jahr zu toppen.

7 Gedanken zu „Gehweg nach Göttlin – die Abzocke wird angedroht

  1. Helga

    Bin schon gespannt, ob die Anlieger auch an den Kosten der pompösen BUGA-Brücke beteiligt werden.

  2. Kaddi

    Hm, sind die Fördergelder nicht zweckgebunden? Warum ist die betroffene Strasse jetzt eine Anliegerstrasse? Was war sie vorher? Naja, in der Strasse wohnen genug schlaue Leute, die sich doch hoffentlich entsprechend wehren, sollte das wirklich auf den von Dir benannten Tatsachen beruhen…

    Ansonsten, was soll ich sagen, wenn bei uns hier irgendwann mal eine schöne neue Strasse entsteht, so dass noch besser durch die 30 Zone gerast wird, gehts auch ans Eingemachte…. LG Kaddi

  3. tomtom Artikelautor

    Ich bin kein Verwaltungsprofi, aber Fördergelder sind wahscheinlich „sehr zweckgebunden“ und können nicht eben in leere Kassen verteilt oder „umgewidmet“ werden. Meine fragende Feststellung zu der Verwendung der Fördergelder war sarkastisch und nicht ganz ernst gemeint.

    An der „Buga-Brücke“ werden alle Anwohner beteiligt, in dem man ihnen Steuern abnimmt. Da nicht unendlich viele Steuern zur Verfügung stehen, werden die allgemeinen Einnahmen/Ausgaben priorisiert; was heißt Kitas/Schulen werden nicht saniert, eine Schule wird geschlossen, die Schlaglöcher in Nebenstrassen bleiben usw. (beispielhaft).

    Nein, die Göttliner Str./Göttliner Chaussee ist keine Anliegerstrasse. Das behauptet das Bauamt einfach, hängt ein (nicht passendes) Gerichtsurteil an die Ankündigung. Zack hat man manchen Bürgern Angst gemacht und die zahlen kommentarlos jeden Betrag. Nach dem Prinzip die Stadt hat immer Recht, Widerstand ist zwecklos. Aber wofür gibt es Gerichte. Das verteuert zwar alles und wenn die Stadt verliert muss sie das zuviel kassierte Geld zurückzahlen, plus Gerichtskosten, plus Anwaltskosten der Kläger (Bürger), plus eigene Anwaltskosten. Wer zahlt die Mehrkosten? Der Bürger über Steuern. Also noch eine Schule zumachen und Schuld haben die Anwohner, die nicht gekuscht haben.

  4. tomtom Artikelautor

    Ein PS habe ich noch:
    Da der Geh-/Radweg teilweise wenige Zentimeter an den Grundstücken vorbeiführt, wird es in Zukunft zu gefährlichen Situationen oder Unfällen zwischen Radfahrern und Autofahrern die ihre Grundstücke verlassen kommen.

    Grund ist, dass die Autofahrer erst sehr spät Einblick auf den Gehweg bekommen und schnell herannahende Radfahrer spät bemerken. Ich sehe schon den „Rennrad-Fahrer“ der mit Hochgeschwindigkeit zum Termin rast, mit 20 km/h in ein ausfahrendes Auto knallt, über die Motorhaube absteigt und mit Schädelbruch liegen bleibt.

    Wenn es knallt ist immer der Autofahrer dran, denn der hat sich notfalls einweisen zu lassen. Das nennt man Einfahren in den fließenden Verkehr. Wie ich das morgens um 4:30 Uhr machen soll ist mir ein Rätsel.

    Also der Rat an alle: Immer schön langsam fahren und als Radfahrer an jeder Einfahrt mit dem Schlimmsten rechnen.

  5. Kaddi

    Tomtom, meinst Du, dass morgens halb fünf ein Raseradfahrer kommt? Das Problem haben doch aber viele, wenn sie von ihren Grundstücken fahren, kann man nicht wirklich gelten lassen.

    Ich habe jedenfalls im Falkensee Blog gelesen, dass sich Anwohner erfolgreich gegen einen falschen Bescheid der Stadt gewehrt haben. Und die Dame meinte, dass das auch zuallererst kostenlos ging-als Anfrage beim Verwaltungsgericht. Ich denke auch, dass man ruhig hinterfragen darf, was man da zahlt und ob das rechtens ist. Gerichtsurteil hin oder her… Notfalls eben noch mehr Druck durch Presse und wie hier machen. LG Kaddi

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