Schriftwechsel mit der Agentur

Frau Harke kennt nämlich jemanden, der es tatsächlich gewagt hat, die Agentur für Arbeit auf eine konkrete Maßnahme anzusprechen. Zunächst einmal hatte diese Person an die Amtsleiterin persönlich geschrieben. Da die Amtsleiterin aber das Amt leiten muss und sich nicht um irgendeinen mickrigen Arbeitslosen kümmern kann, hat sie diesen Brief einem anderen im Amt gegeben und dieser hat ihn noch ein Stückchen weiter nach unten gereicht. Aber schließlich blieb er doch auf einem Schreibtisch liegen. Und weil ihn nun schon so viele im Amt gelesen hatten, konnte der „Bearbeiter“ ihn nicht mehr einfach in den Papierkorb werfen. Er musste sich eine Antwort einfallen lassen. Und damit hatte er dann ein echtes Problem am Hals. Er konnte ja nicht sagen, dass die Agentur gar keine Arbeitslosen vermitteln will, um dann selbst arbeitslose Mitarbeiter zu haben. Also schrieb er, dass er einen Termin beim Rathenower Vermittler vereinbart hätte und dieses Gespräch am 17. Juni stattgefunden hätte. Da kann man mal sehen, dass die in der Agentur sogar hellseherische Fähigkeiten haben. Der Termin mit dem Rathenower Vermittler war nämlich schon am 15. April festgelegt worden. Der Brief an die Neuruppiner Agentur wurde aber erst am 2. Juni geschrieben. Und bei diesem Termin sei dann auch ein Suchlauf im Internet erfolgt. Die betreffende Person ist zwar nicht mehr ganz jung, aber mit dem Internet kommt sie auch ohne Arbeitsvermittler zurecht. Und da der Vermittler nichts fand, womit er dienen konnte, wurde gesagt, es läge an der Mobilität der Person. Irgendwas muss doch schließlich als Begründung herhalten. Allen kann man nun nicht sagen, dass sie zu doof oder zu faul zum Arbeiten wären. Das fällt ja dann auf. Frau Harke hat der Person nun geraten, noch mal einen Brief an die Agentur zu schreiben. Auf die Antwort sind wir dann echt gespannt.