Agentur für Arbeit und die Statistik

Am Anfang wurden alle Arbeitslosen umgeschult. Der Tischler wurde Bäcker, der Bäcker Elektriker und der Elektriker Tischler, obwohl keine freien Arbeitsplätze vorhanden waren. Damit konnte aber die Agentur melden, dass die Arbeitslosen fast alle beschäftigt wären. Das sieht dann für die monatliche Meldung viel besser aus, als wenn man zugeben müsste, dass so viele keine bezahlte Arbeit haben. Inzwischen haben leider zu viele Leute diesen Trick durchschaut. Also muss man sich wieder etwas anderes einfallen lassen.
Darum gab es in Rathenow ein Projekt Jumper (Jugend mit Perspektive). Dabei mussten die jungen Leute bei Bildungsträgern ein wenig mit dem Computer umgehen lernen (konnten aber die meisten schon, weil sie mit ihm aufgewachsen sind). Dann mussten sie sich einen Betrieb suchen, in dem sie ein Praktikum machen konnten. So lange sie ein Praktikum machten (also umsonst arbeiteten), ging alles gut. Sollten dann Arbeitsverträge geschrieben werden, war der Bedarf plötzlich nicht mehr da, Deshalb wird auch dieses Projekt gestrichen. Jugend hat bei uns eben keine Perspektive. Aber für die bereits erwähnte Statistik war es vorteilhaft. Nun gibt es noch Maßnahmen für ältere Langzeitarbeitslose. Da stand bereits mehrmals in der Zeitung, dass für diese Leute besondere Arbeitsplätze geschaffen werden. Das steht aber bloß in der Zeitung. In Wirklichkeit gibt es das gar nicht. Das schreiben sie nur, um die Alten, die ja laut Gesetz bis zum Umfallen, aber mindestens bis 65 arbeiten sollen, nicht mehr mitzählen müssen. Ist einfach gut für die Statistik.