Freier Journalismus

Vor etwa zehn Tagen bat mich eine Mitarbeiterin des „PreußenSpiegel“ um ein Interview. Sie würde gern der Öffentlichkeit die Bloggerin des Rathenow-Blogs vorstellen. Da ich nichts zu verbergen habe, willigte ich ein. Wir verabredeten uns für Dienstag zu einem Gespräch. Mit gut 20-minütiger Verspätung erschien dann ein junger Mann. So weit noch kein Problem. Allerdings hätte ich mir vielleicht doch erbitten sollen, vorher den Artikel zu sehen. Schon die Überschrift „Der Klick zum Glück“ und der erste Satz des heute erschienen Beitrags: „Auf der Jagd nach einem guten Foto und einer Story….“ entsprechen in keiner Weise den Tatsachen. Ich verbreite hier keine Stories und ich bin auch nicht auf der Jagd. Ich hatte ihm erzählt, dass sich die meisten Beiträge von selbst ergeben aus dem Alltagsgeschehen. Als zweite stört mich die Art, wie über mich geschrieben wird. Bringt man jemandem Respekt entgegen, dürfte es wohl nicht schwer sein, im Artikel vor dem Namen Frau unterzubringen. Auf die Frage des jungen Mannes nach Reaktionen auf meine Bloggerei in meinem Umfeld sagte ich ihm, dass die wenigsten wüssten, wer sich hinter Helga verbirgt und dass das für mich auch unwichtig sei. Im Zeitungsartikel lese ich heute, dass ich von Gleichaltrigen bewundert werde. Totaler Quatsch, kann ich da nur sagen.

6 Gedanken zu „Freier Journalismus

  1. Herrman

    Erwischt?!

    Jaja, liebe Helga – nun hat es Sie wohl auch einmal „erwischt“. Ich habe mir den Artikel im PreußenSpiegel genau durchgelesen und musste nun hier bei Ihrer Rechtfertigung (ich nenn sie mal so, auch wenn sie sicherlich nicht so gemeint ist…) so manches mal schmunzeln.

    So ist er halt, der FREIE JOURNALISMUS. Im Inet, in der Zeitung oder im so genanntem Blog – überall wird auf Leserfang gegangen.
    Ob nun Artikel zum Thema „Gefahr auf Radwegen“ mit Fotos der betreffenden Personen – allerdings ohne deren Zustimmung oder „Dem Handel geht es schlecht“ mit m.M.n. pauschalisierten Feststellungen oder halt in der Presse mit der Überschrift „Der Klick zum Glück” mit Passagen wie “Auf der Jagd nach…“. All das findet man in der großen Welt des Freien Journalismus. Da kann man nur sagen: Touché!

  2. Xaverl

    Das erinnert mich an ein Theaterstück. Schüler wurden über Goethe ausgefragt. Da erschien einem Schüler Goethe selbst und erklärte sich bereit als Geist ihm die Antworten zu zu flüstern. Der Schüler war begeistert und erwartete eine gute Note.

    Da täuschte er sich aber. Er (bzw Goethe) fiel durch. Goethe hatte leider keine Ahnung was der Goethe in seinem Leben so getrieben hat.

  3. tudo bem?

    Ich denke es lohnt sich nicht, sich so darüber zu ereifern.

    Den Artikel habe ich gelesen und fand ihn sehr interessant.

    Doch die Art wie er geschrieben wurde, entspricht auch nicht meinem Stil. Ist ein typischer PreußenSpiegel- Beitrag. Von dem bewussten Journalisten auch nicht anders zu erwarten. Der ist wohl eher für GRÖSSERES als für das „Provinznest Rathenow“ bestimmt. ( jedenfalls erscheint er mir immer wieder so)

    Ich fand es mutig, dass Du Dich als Bloggerin in der Zeitung geäußert hast.
    Klasse, ich mache es mit meinem Beitrag Dir nicht nach. Deshalb Respekt!

    Zur fehlenden Anrede „Frau“ muss ich den Journalisten aber in Schutz nehmen. Das ist Standard, entweder mit Vorname und Nachname oder nur mit Nachname. Finde ich persönlich auch nicht schlimm. Du solltest darüber auch hinwegsehen.

    … und überhaupt: Es lohnt sich nicht, sich so darüber zu ereifern. Gedruckt ist gedruckt- das nächste Mal musst Du halt etwas wachsamer sein. Ich hoffe jedenfalls noch viel von Dir zu lesen, ob im Blog oder in der Zeitung.

  4. Helga Artikelautor

    Danke für eure Meinungsäußerung, zeigt sie mir doch, dass tatsächlich manchmal jemand hier reinguckt.

  5. frigemo

    Hallo, liebe Helga, auch ich aus Berlin schaue ab und an auf die Seite. Ohne den Zeitungsartikel bei Euch gelesen zu haben,erkennt man diese „Leute“ hier bei uns schon an ihrem arroganten Gang, an den Händen in den Hosentaschen. Das Verdrehen des Gesagten ist bereits vorprogrammiert. Aber wir sind ja immer noch lernfähig. Bekanntlich sollte man nicht dumm sterben!! Mach weiter so mit den interessanten Themen.

  6. Katrin

    Auch ich habe den Artikel gelesen und fand ihn doch sehr schmeichelhaft, verstehe gar nicht, warum darauf so dünnhäutig reagiert wird… Der Blog ist doch hier wirklich der absolute Vorreiter und dessen Potential wird völlig verspielt. Ich rede nicht von großen Werbeeinnahmen, sondern von Werbung für Rathenow.
    Ich lese jedenfalls gern hier. Das Rathenower Forum wurde ja auch so nach und nach eingeschläfert, ich finde solche Blogs wie hier, kann es nicht genug geben… LG Kaddi

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