Jeder ist sich selbst der Nächste?

Für viele Gelegenheiten muss es eine gesetzliche Regelung des Zusammenlebens geben, so zum Beispiel für den Straßenverkehr. Wenn sich jeder an die Spielregeln (Straßenverkehrsordnung) halten würde, dürfte es kaum Probleme geben. Aber wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, hat man oft den Eindruck, viele legen die Vorschriften nach eigenem Ermessen aus, sprich: der Stärkere ist im Recht. So passierte es mir heute früh um 6.58 Uhr mal wieder, dass ein Lkw der HAW, als er sich auf einer Höhe mit mir als Radfahrer befand (beleuchtet und den rechten Radweg benutzend), sich kurz entschloss, von der Steinstraße nach rechts in die Schleusenstraße abbiegen zu wollen. Ich hatte nämlich schon auf der Brücke mal kurz nach links geschaut, um zu sehen, ob mein Nachbar eventuell die Änderung der Fahrtrichtung beabsichtige. Von Blinken keine Spur. Als dann aber abzusehen war, dass die Ampel bei seiner Ankunft auf „Rot“ stehen würde, kam wohl kurzfristig die Entscheidung zum Abbiegen. Während ich stark bremste, stoppte auch der Lkw.
Liebe Kraftfahrer, denkt bitte daran, dass die paar auf diese Weise gewonnenen Sekunden schnell zu mehrstündigen Verzögerungen führen können, sollte es zum Zusammenstoß kommen. Radfahrer haben weder Airbag, noch Seitenaufprallschutz oder Stoßdämpfer.