Archiv für den Monat: August 2015

Welch ein Irrsinn!

Täglich werden neue Flüchtlingszahlen präsentiert. Immer mehr Menschen verlassen ihre Heimat und suchen anderswo Schutz vor Verfolgung, Gewalt und Hunger. Und viele von ihnen landen irgendwann bei uns. Städte und Landkreise beklagen, dass sie keine Unterkünfte hätten. In Rathenow sind in den letzten zwanzig Jahren viele intakte, teilweise sogar noch kurz zuvor sanierte Wohnblocks abgerissen worden. Stadtumbau nennt man das. Und es gibt Fördergelder vom Staat für diesen gewollten Abriss. Spätestens seit man nun aber weiß, dass viel mehr Heimatlose bei uns eine sichere Unterkunft suchen werden, hätte man diesen Abriss stoppen sollen. Aber nein, es geht weiter mit dem Vernichten von Wohnraum. Wie gesagt, es ist im Plan festgehalten und es gibt Fördergelder dafür. Hier wird zentrumsnahe ein Wohnblock abgerissen, in dem noch vor einiger Zeit Familien gewohnt haben.
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Stadtverwaltung, Landratsamt, Einkaufsmöglichkeiten, Krankenhaus, Bahnhof, alles zu Fuß innerhalb von Minuten erreichbar. Nein, der Wohnblock wird abgerissen. Dafür werden Schutzbedürftige in Zelten, Turnhallen, neu aufgestellten Wohncontainern zusammengepfercht. Denn auch dafür gibt es Mittel vom Staat. Kann unsere deutsche Bürokratie nicht auf sich verändernde Parameter reagieren? Wer soll das verstehen?

Wie geht es weiter?

Nach dem Unwetter vom vergangenen Wochenende nimmt das Leben seinen alltäglichen Verlauf. Die Natur kennt kein Innehalten, keine Trauer. Raben und Tauben, die durch den Sturm ihre Nester verloren haben, orientieren sich bereits neu. Vom Eichhörnchen ist nichts zu sehen. Durch das Chaos am Waldboden und durch lose Äste in den Kronen kann man sich aber auch nicht überall hin wagen. Ein Kleiber sitzt auf einen Aststumpf und sucht nach Larven und Insekten.
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Beim genauen Betrachten könnte man sogar noch in der Zerstörung Interessantes und Schönes sehen.
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Wäre diese mächtige Eiche wie die anderen Bäume in nördliche Richtung gestürzt, wäre der entstandene Schaden mit Sicherheit noch größer gewesen. Seltsamerweise ist sie in östliche Richtung gekippt.
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Wenn das Holz behutsam geborgen wird, kann sich in einigen Jahrzehnten der Wald sogar selbst regenerieren. Auf dem Waldboden sieht man eine Vielzahl von Sämlingen, die durch die großen Bäume kaum Chancen hatten zu wachsen.
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Wenn jetzt mehr Licht zu ihnen durchdringt, können sie sich entfalten. Auch Ahornsamen der Straßenbäume werden nun zum Zuge kommen. In den vergangenen Jahren versuchten sie in den angrenzenden Gärten zu wachsen.

Unwetterfolgen

Nach dem Unwetter vom Sonnabend begannen Anwohner und Rettungskräfte mit den Aufräumarbeiten. Feuerwehren waren bis in die späten Abendstunden damit beschäftigt, die Straßen wieder passierbar zu machen. Besonders betroffen waren Rathenow und der Ortsteil Steckelsdorf, aber auch andere Dörfer im Westhavelland weisen massive Unwetterschäden auf.
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Hier räumen Feuerwehrleute den Buckower Weg in Steckelsdorf wieder frei.
Auf dem BUGA-Gelände in Rathenow kam es erneut zu Beschädigungen von Bäumen und Pavillons. Wegen der Aufräumarbeiten muss das Rathenower BUGA-Gelände abermals geschlossen bleiben. Voraussichtlich bis Donnerstag darf kein Besucher den Optikpark und das Weinbergareal betreten. Das ist natürlich für Gäste mit einer weiten Anreise ärgerlich, dient aber der Sicherheit. An heißen Tagen unter alten Schatten spendenden Bäumen zu spazieren, ist ganz sicher eine Wohltat. Nun erweist sich allerdings das Gelände mit seinem alten Baumbestand als Risikofaktor. Dass es in diesem Jahr zu solch extremen Wetterbedingungen kommen würde, konnte niemand vorhersehen. Der Skyliner und der Mühlenhof mit verschiedenen Veranstaltungen bleiben zugänglich. Auch die weithin sichtbare Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist für Besucher geöffnet. Wer sich fit genug fühlt, kann für zwei Euro den Turm besteigen und Rathenow und Umgebung in aller Ruhe von oben betrachten.
In einem Wald in Steckelsdorf ist kaum ein Baum verschont geblieben.
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Auch der Campingplatz in Steckelsdorf und die Bungalowsiedlung auf der gegenüberliegenden Seite des Sees sind stark betroffen. Dieser PKW war in der Hofeinfahrt geparkt und wurde unter einem umstürzenden Baum begraben.

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Unwetter im Westhavelland

Es ist Sonnabendnachmittag. Es zieht ein Unwetter über das Westhavelland. Die Situation erinnert an das schlimme Ereignis vor neun Wochen. Sturm, Starkregen und Hagel wüten. Es ist schlagartig dunkel wie am späten Abend. Grundstücke stehen nach kurzer Zeit köcheltief unter Wasser. Innerhalb weniger Minuten hat ein Gewitter ein Waldstück in Steckelsdorf fast komplett vernichtet. Der Buckower Weg ist durch umgestürzte Bäume blockiert. Ein PKW ist unter einem Baum begraben, ein anderer durch die Äste beschädigt. Zum Glück waren beide Fahrzeuge in der Einfahrt geparkt. Es befand sich niemand in den Autos.

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BUGA-Fotowettbewerb

Die Märkische Allgemeine hat einen Wettbewerb ausgeschrieben. Es werden die schönsten BUGA-Fotos gesucht. Den Einsendemodus und die Bedingungen kann jeder sebst nachlesen oder sich durch die bereits vorhandenen Galerien klicken.
Wie gut, dass heute die meisten Menschen über entsprechende Fototechnik verfügen. So kann man gewonnene Eindrücke „konservieren“. Es dauert nicht mehr lange, dann gehört die BUGA 2015 der Vergangenheit an. Zwei Drittel sind bereits herum. Wer noch nicht da war, sollte sich nun auf den Weg machen. Es gibt eine große Vielfalt und Schönheit zu entdecken. Ein Tipp noch: Die BUGA ist in diesem Jahr extrem weitläufig. Da sind bequeme Schuhe unbedingt erforderlich.
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BUGA-Stadt Havelberg

Die alte Bischofsstadt an der Havel versprüht einen eigenen Charme. Die Kirche Sankt Laurentius ist neben der Brandenburger Johanniskirche die zweite, die während der BUGA eine Blumenschau beherbergt. So werden die Besucher nicht nur zum Dom und das angrenzende Gelände geführt, sondern auch in den Stadtkern. Und dieser ist einen Besuch wert. Zahlreiche Gebäude hier sind frisch renoviert. Kleine Geschäfte laden zum Schauen und Kaufen ein. Es gibt einen gut sortierten Regionalmarkt, auf dem die BUGA-Gäste und natürlich auch die Gastgeber entspannen und neue Kräfte sammeln können. So bekommt man als Stärkung beispielsweise frisch zubereitete Kartoffelpuffer, wahlweise traditionell mit Apfelmus und Zucker oder mit Räucherlachs und Kräuterquark. Eine tolle Alternative zu den überall üblichen Brat- oder Currywürsten.
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Ehemalige BUGA-Stadt Koblenz

Bei der Halbzeitanalyse wurde ja vom Havelland aus recht neidisch auf Koblenz geschaut. Während am Rhein vor vier Jahren satte Gewinne erzielt wurden, hat das Havelland zu kämpfen, um die Schau noch einigermaßen zu retten. Dabei kann man beide Regionen überhaupt nicht miteinander vergleichen. Der Mittelrhein (ob mit oder ohne BUGA) zieht täglich Scharen von Touristen aus aller Welt an. Dennoch hat die Stadt Koblenz durch die BUGA gewaltig profitiert. Wer sie vor und nach der Schau gesehen hat, wird viele positive Veränderungen registrieren. Die Festung Ehrenbreitstein war damals ein BUGA-Areal. Vorher war sie von Rheinufer aus beliebtes Fotomotiv, hatte aber kaum Besucherzulauf. Seit der BUGA kann man die Festung mit der Seilbahn erreichen. Diese Möglichkeit nutzen täglich viele Menschen.
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Die seinerzeit angelegten Spielplätze sind sehr gut erhalten und werden intensiv genutzt. Es gibt einen Informationsstand, an dem kostenlos Spielgeräte wie Bälle, Tischtenniszubehör, Sandspielzeug und Liegestühle ausgeliehen werden können. Das hat man in Rathenow im Echsenland leider nicht mal zur BUGA hinbekommen.
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Vom Aussichtspunkt auf dem Festungsplateau kann man das Deutsche Eck (den Zusammenfluss von Mosel und Rhein) mit dem Kaiserdenkmal sehen. Auch dieser Aussichtspunkt wurde extra zur BUGA 2011 geschaffen.

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Vor dem Schloss befand sich ein großer gepflasterter Parkplatz. Dieser wurde zur BUGA komplett umgestaltet. Eine Allee führt direkt auf das Schloss und wird auch jetzt noch von gewaltigen Kübelpflanzen wie Zitrusarten, Feigen und Granatapfel gesäumt. Die Stadt hat die Einlagerung dieser Pflanzen übernommen, die zum größten Teil gestiftet wurden.
Schlossallee
Links und rechts der Schlossallee befinden sich ein gepflegter Spielplatz und eine attraktive Skateranlage.
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Skaterbahn
In Koblenz kümmert sich ein engagierter „Verein der Freunde der Bundesgartenschau“ um den Erhalt der geschaffenen Werte. Hoffen wir, dass es dem Optikpark-Team gelingen möge nach der BUGA genau wie nach der LAGA 2006 möglichst viel zu bewahren.