Archiv für den Monat: Mai 2015

Gut getarnt

Jahrelang war das ehemalige Produktionsgebäude der Rathenower Optischen Werke an der Berliner Straße ein Schandfleck. Eingeworfene Fensterscheiben und großflächige Schmierereien boten wahrlich keinen schönen Anblick.
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Kurz vor Eröffnung der BUGA ließ die Fielmann AG, der das Gebäude gehört, die Front verhüllen.
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Potemkin lässt grüßen.

Blühende Landschaften

Vor fünfundzwanzig Jahren hatte uns der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl blühende Landschaften prophezeit. So schnell ging das leider nicht. Erst einmal musste ja alles, was an die DDR erinnerte, kaputt gemacht werden. In diesem Jahr stimmt die Vorhersage zumindest für die Region entlang der unteren Havel. Wer sich jetzt auf den Weg macht, trifft wirklich auf unzählige Schönheiten. Die Bäume tragen frisches, zartes Grün. Die Rapsfelder stehen in voller Blüte.

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Selbst die Orte, die nicht unmittelbar an der BUGA beteiligt sind, haben sich herausgeputzt. Viele Häuser, Vorgärten und Straßenränder wurden einer Schönheitskur unterzogen. So wurden auch in den Dörfern Frühblüher gepflanzt oder neue Kübel mit Pflanzen aufgestellt.

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Man sieht mehr Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen auf den Straßen. Der Parkplatz für Wohnmobile an der Altstadt-Apotheke reicht nicht aus. Und auch auf dem Wasser scheint der Verkehr zugenommen zu haben. Der Anleger an der alten Mühle ist gut besucht. Und wenn man von der Aussichtsplattform in Premnitz auf die Havel schaut, kann man bei jedem Wetter die unterschiedlichsten Wasserfahrzeuge sehen.

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Bleibt zu hoffen, dass die BUGA so nachhaltig auf die Region wirkt, wie es vor neun Jahren die LAGA tat.

Die Macht der Konzerne

Kürzlich hatten wir mehrere Anrufe der Telekom. Es ging um die Umstellung des Systems. Ich erklärte, dass ich keine weiteren Anrufe wünsche und die Technik für unseren Gebrauch ausreicht.
Wie kann es sein, dass einem von irgendwelchen Unternehmen immer wieder Neuerungen aufgezwungen werden? Vor wenigen Jahren war es das Fernsehen. Jeder musste sich neue Geräte oder Zubehör kaufen, ob er wollte oder nicht. Jetzt also Telefon und Internet. Seltsamerweise bricht nach meiner Absage an die Telekom ganz oft ein Telefongespräch plötzlich ab oder der Internetanschluss ist nicht mehr verfügbar. Eigenartiger Zufall oder bewusste Manipulation? Leider hat ein Wechsel zu einem anderen Anbieter auch keinen Sinn. Die anderen sind nicht besser.
Was kommt als nächstes? Werden Fahrräder verboten, weil jeder Radfahrer bergauf zu viel Sauerstoff verbraucht? Muss man dann auf E-Bike umsteigen?
Kann man sich dem ganzen nur entziehen, dass man auf Technik verzichtet und wie im Mittelalter lebt?

Fragen zur BUGA

In Vorbereitung auf die BUGA wurde besonders in Rathenow sehr viel getan. Die Weinbergbrücke und der umgestaltete Weinberg werden immer wieder von Einheimischen und Besuchern gelobt. Dennoch bleiben etliche Fragen offen:
Woher kommen die Leute, die an den Eingängen die Tickets kontrollieren bzw verkaufen? Ich habe eine Dauerkarte und war seit der Eröffnung wohl schon zehnmal auf dem Rathenower Gelände. Noch niemals habe ich dabei einen Rathenower/ eine Rathenowerin am Einlass getroffen. Und ich kenne viele Leute in Rathenow. Es geht ja nicht nur um den Verkauf oder die Kontrolle der Eintrittskarten. Ortsfremde möchten Auskunft haben über den Standort. Und wenn am Eingang Sportplatz Schwedendamm nicht die Frage beantwortet werden kann, ob der Optikpark noch einen anderen Ausgang hat (den hat er am Leuchtturm über den Schubleichter zum Mühlenhof), dann ist das schon traurig.
Oder wenn am Friedhofsausgang auf dem Weinberg niemand von drei Anwesenden sagen kann, ob man von dort direkt auf den Friedhof und zur Auferstehungskirche gelangen kann.
Warum wurden neue Flößer eingestellt? Die Männer, die seit der LAGA die Flöße von einem Anleger zum anderen stakten, erzählten während der Fahrt so mancherlei. Ich bin jetzt schon zweimal Floß gefahren. Beide Flößer verrichteten gewissenhaft und stumm ihre Arbeit.
Warum wurden die Bronzeplastiken (Biber, Gans) am Ufer des Havelaltarms entfernt?
Warum überlässt man die Entscheidung, den Bismarckturm zu betreten nicht einfach den Besuchern? Wer Platzangst oder Höhenangst hat, wird ihn sowieso nicht erklimmen wollen. Der Geschäftsführer war offenbar noch nie im Hamburger Michel oder anderen bekannten Kirchen. Dort ist das Gedränge wesentlich größer als es auf dem Bismarckturm zu erwarten wäre.
Ich werde weitere Fragen stellen, damit auftretende Mängel zugunsten der Gäste beseitigt werden.

Lob und Kritik zur BUGA

Nach als zögernd empfundenem Start in Rathenow sah man am langen Wochenende zum Anfang des Mai die Massen auf dem BUGA-Gelände spazieren. Und wo man sich auch umhörte, alle waren voll des Lobes über die gelungenen Anlagen auf dem Weinberg, über die Weinbergbrücke und über den Erhalt des Optikparks. Die Besucher legten eine Pause ein auf den Bänken der Weinbergbrücke, um Sonnenschein und tolle Aussicht zu genießen. Auf jedem der zahlreichen Spielplätze tummelten sich die Kinder. Es war an alle Altergruppen gedacht worden.
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Die Kritik daran, dass der Bismarckturm nicht betreten werden kann, wird allerdings immer lauter. Auch die Stadtverordneten haben sich noch einmal an den BUGA-Geschäftsführer gewandt, um eine Öffnung zu erreichen. Zur LAGA 2006 war es möglich, vom Turm aus einen Blick ins Land zu werfen. Jetzt wurden Bedenken für die Sicherheit der Besucher als Vorwand genannt.
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Da kann man nur sagen, dass es sich mal wieder um einen Schildbürgerstreich handelt. Allerdings kann sowieso niemand an einem Tag alle BUGA-Standorte besuchen. Deshalb lohnt sich in Rathenow auf jeden Fall ein Abstecher in die Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Es werden während der Saison Führungen angeboten und für zwei Euro kann man den Kirchturm besteigen. Auf jeder Etage wird Wissenswertes vermittelt, zum Beispiel kann man ein Video ansehen über den Wiederaufbau der Turmspitze. Man erfährt etwas zu den wichtigsten Religionen der Welt, zur Bedeutung der Farben in der Kirche, kann Uhrwerk und Glocken aus der Nähe betrachten. Oben angekommen, hat man einen herrlichen Panoramablick auf das Havelland. Mit dem kann ganz sicher auch der Skyliner nicht mithalten, der in den nächsten Wochen in Rathenow Station machen soll. Man sieht mehr als vom Bismarckturm, da keine Bäume mit Laub die Sicht versperren.