Archiv für den Monat: Juli 2014

Der Blog sollte leben und die Stadt auch?

es ist immer schwer sich zu raffen und Initiative zu ergreifen. Zunächst möchte ich diesen Blog insgesamt loben und finde es toll das sich doch hin und wieder einige Menschen hier äußern. Letztlich bemerkt man aber auch, dass kaum Reaktionen zu bemerken sind. Das drückt sich auch in der allgemeinen Stimmung in dieser Stadt aus. Seit geraumer Zeit frage ich mich auch, wo möchte diese Stadt hin? Was für Ziele verfolgt diese Stadt für sich und Ihre Mitbürger. Gibt es noch Mitbürger? Eine alternde Stadt! Eine Träne steht mir in den Augen, wenn man dieses gesamte Disaster sieht. Hat jemand der hier Tummelnden das Gefühl das dieser Dornröschenschlaf irgendwann endet? Gewerbe wird ziemlich stark beschnitten. Drogen, Krimminalität widerrum sind sehr stark ausgeprägt. Macht es Sinn dieser Stadt auf Dauer die Treue zu halten? Es bewegen mich viele Sachen. Leider darf man nicht öffentlich antreten um seiner Meinung oder Idee eine Form zu geben. Ich glaube da ist in dieser Angelegenheit seit der Wende nicht viel aufgearbeitet worden.

10 Sterne weniger im Havelland

Wir gratulieren dem Landkreis Havelland, der Stadt Rathenow, dem Ingenieurbüro Hirth Rathenow und Herrn Lieberkühn samt seinen Investoren ( Eigentümer Golf Resort Semlin, Eigentümer Erdlaakegrundstücksgesellschaft mbH) zur erfolgreich angestrebten Schließung unserer F5-Sterne- Ferienhäuser in Semlin. Sie haben sich korrekt nach den Paragraphen gerichtet und wollen nicht zulässiges stilles Gewerbe in unserer Straße (laut Bebauungsplan) untersagen.

Ein Punkt, der uns nicht bekannt war. Hier war solange wir hier wohnen, immerhin 11 Jahre, immer stilles Gewerbe.

Trotz einer Überprüfung der Grundstücke der Erdlaake durch das Bau-und Ordnungsamt der Stadt Rathenow im September 2012, bei der es dem Amt bekannt war, dass das Haus als Ferienhaus genutzt wurde, bekamen wir keinen Hinweis und kein amtliches Schreiben.

Heute, nachdem wir uns gegen ein Großprojekt der Investoren um Herrn Lieberkühn ausgesprochen haben und er uns hat durch das Ingenieurbüro Hirth anzeigen lassen, wird schon mal geschwindelt und behauptet, man hätte uns das gesagt. Auf ein schriftliches Resultat der Überprüfung warten heute noch alle Anwohner der Erdlaake. Wir begannen nur 4 Wochen nach der Überprüfung sogar noch mit einem zweiten Haus, was schwer nachvollziehbar ist, wenn wir das gewusst hätten. Wurden doch in einem Aufruf die Bürger der Region angehalten, Unterkünfte für die BUGA zu schaffen.

Das nennen wir dann auch mal eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Behörden und Investoren.

Liebe Havelländer! Wir hoffen, dass Sie sich weiterhin zu großen Projekten, die Ihre Dörfer und Städte langfristig verändern, kritisch äußern. Dass sie Ihre gewählten Vertreter auffordern, Investoren und ihre Projekte zu hinterfragen auf Verträglichkeit und Sinn. Dass Sie sich fragen, ob Massentourismus der Weg für das Havelland ist, oder ob es sinnvoller ist, kleine Unternehmen zu fördern. Wenn dann ein Projekt nicht erfolgreich ist, verkraftet die Region und Natur so etwas einfacher.

Nur einer freut sich noch mehr als die Gruppe um Herrn Lieberkühn und seine Handlanger über die Schließung – unser Enkel Anton. Wir werden ein ruhiges Buga-Jahr haben mit Zeit für ihn.
Unsere “krawallorientierten“ Gäste mit einem Durchschnittsalter von über 60 Jahren und die auf einen Rollstuhl angewiesenen Gäste, die in der Region kaum geeignete Ferienhäuser finden, werden niemanden mehr stören.

Und Ruhe werden wir haben-

es sei denn, die Lieberkühnschen Bagger rücken an, denn auf der Wiese uns gegenüber in der Erdlaake sollen 5 Doppelhäuser mit 30 darin integrierten Apartments für Dauerwochenendler und Angestellte des Golfhotels entstehen.
Sollen das dann die auf dem Golfplatz durch das Umweltministerium nicht erlaubten Unterkünfte werden, die das Projekt rentabel machen? Machen die bei der Menge, denn eigentlich stehen im Bebauungsplan ja Einfamilien- oder Doppelhäuser, weniger Belastung. Wahrscheinlich. Es ist ja nur die dreifache Menge an Parteien, die hier in der schmalen Fehlplanung von Einbahnstraße (Ingeniuerbüro Hirth) angesiedelt werden sollen. Spätestens wenn diese Projekte Wirklichkeit werden, wacht auch der letzte Bewohner im Dorf, der bisher dachte, das ihn das im Ausbau nicht betrifft, auf. Denn Baulärm und der dann stetig steigende Verkehr im Dorf werden auch sie belasten. Bebauungspläne haben nämlich keine Schallschutzwände.

Constanze Gliege und Familie

www.ferienhaus-constanze.de

Constanze und Eugen Gliege, Erdlaake 5-11, 14712 Rathenow, Tel.: 03385-496222

Ferienhäuser im Landschaftsschutzgebiet – oder brauchen wir Massentourismus wirklich?

Sehr geehrte Damen und Herren des Bau-und Ordnungsamtes Rathenow,

wir hatten Ihnen als direkt Betroffene bereits in unserem Schreiben vom 1.4.2013 unsere Bedenken und Einwände gegen den Bebauungsplan Nr. 48 der Stadt Rathenow „Neubau Ferienhäuser Golfplatz Semlin“ mitgeteilt. Da nun ein erneuter Versuch unternommen wird, möchten wir auf folgende Fakten hinweisen:
–  Der Ferienort Semlin ist bei den meisten Gästen wegen der unberührten Natur, dem See, den Wäldern, Wiesen und Feldern und der Ruhe so beliebt. Diese Gäste kommen in den Ort, weil es hier noch keinen Massentourismus gibt. Sie kommen auch nicht wegen irgendwelcher Events oder anderer Massenveranstaltungen. Sie wollen Wandern, Radfahren und ihren Urlaub ungestört verbringen. Dies haben uns alle Gäste unserer beiden Ferienhäuser immer wieder bestätigt, was Sie in den Gästebüchern nachlesen können.
– Wir befürchten, dass durch die geplante massive Bebauung innerhalb eines Landschafts-schutzgebietes nicht nur die Natur beeinträchtigt und zerstört wird, sondern auch eine unkalkulierbare Belästigung der Anwohner im Reihenweg, in der Ferchesarer Straße und in der Erdlaake die Folge sein wird.
Die Werbung mit der „schönen Natur“ und dem „Landschaftsschutzgebiet Westhavelland“ wird durch die Versiegelung dieser großen Fläche unglaubwürdig, zumal eine Erweiterung der Anlage jetzt schon in Erwägung gezogen wird.
–  Wir befürchten gleichzeitig eine Belästigung durch das steigende Verkehraufkommen der Gäste von 50-66 Ferienhäusern. Schon jetzt müssen wir den Verkehrslärm auf der Ferchesarer Straße bei Veranstaltungen des Golfplatzes hinnehmen, dazu kommen noch die zahlreichen LKW, die täglich die Straße benutzen.
Eine Zufahrt über den Reihenweg bedeutet sicher eine nicht unbedeutende Belastung für die Bewohner des Reihenwegs und der angrenzenden Grundstücke.
–  Wir befürchten, dass die geplante Zufahrt über den Golfplatz mit Golf-carts bei schlechter Witterung, für Familien mit Kindern oder für behinderte Gäste sehr problematisch wird.
–  Wir befürchten eine erhebliche Lärmbelästigung für alle Anwohner des Golfplatzes, der schon jetzt bei bestimmten Anlässen ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht auf  Berufstätige, Kranke, Kinder oder Tiere durch das Getöse der Feuerwerke die Anwohner belästigt.
– Wir befürchten, dass diese große Zahl von Ferienhäusern den bestehenden kleinen Familien-unternehmen in Semlin schaden wird. Wie man dabei vorgeht, zeigt die Anzeige desIngenieur-Büros Hirth aus Rathenow, die im Auftrag der Erdlaakegesellschaft – Geschäftsführer Lieberkühn -tätig sind, beim Landkreis, um unsere 5-Sterne-Ferienhäuser schließen zu lassen. Wir haben weder von Beschwerden unserer Nachbarn noch anderer Semliner Bürger gehört, auch wissen wir nicht, auf welche Weise wir die Anzeigenden belästigt hätten.
–  Probleme sehen wir auch beim Zustand der Straße von Ferchesar bzw. von Semlin zum Golfplatz, die wohl der größte Teil der Gäste benutzen wird und die jetzt schon durch stärker werdenden LKW-Verkehr (Mautpreller, Zulieferer von Biogas-Anlagen) in Mitleidenschaft gezogen wird.
–  Problematisch ist auch der für diese zu erwartende Anzahl von Ferienhausnutzern viel zu kleine Badestrand am Bauerndeich sowie die fehlende Infrastruktur im Ort (fehlende Läden).
–  Wir glauben auch nicht an das Versprechen, neue Arbeitsplätze durch die Ferienanlage zu schaffen, da wir uns das Hafendorf in Rheinsberg angesehen haben. Von einigen Hausbesitzern dort erhielten wir die Information, dass dort keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen wurden, sondern dass die Anlage von Mitarbeitern des Hotels (Hausmeister) mitbetreut wird. Im Gegenzug wird mit der geplanten Bebauung der Erdlaake mit 5 Doppelhäusern, in denen laut dem dem Ortsbeirat vorgelegten Plan je 6 Wohneinheiten (je 50 m2 )  geplant sind, eine Ausweitung der Ferienanlage einhergehen könnte. Ob nun durch  Ferienhäuser oder die dreifache Belegung mit Dauer-Wochenendlern – die Belastung bleibt für die Anwohner dieselbe!
Die durch das Ingenieurbüro Hirth einst geplante schmale Einbahn-Straße ist aus unserer Erfahrung eine Fehlplanung und für so eine Belastung völlig ungeeignet. Allein das Fehlen von den erforderlichen Parkflächen wird sicher zu einem ständigen Streit unter den Nachbarn führen.
–  Wir wundern uns auch über die Absicht der Stadt Rathenow, dass als Gegenleistung das alte Wasserwerk an der Lötze durch den Investor abgerissen werden soll. Unserer Meinung nach setzt sich die Stadt dadurch in den Verdacht der Vorteilsnahme.
–    Das ganze Projekt „Ferienhäuser auf dem Golfplatz“ wurde dem Ortsbeirat in Semlin durch den Beigeordneten Dr. Lemle als Maßnahme für die Bundesgartenschau vorgestellt. Dies dürfte wohl nicht zu schaffen sein. Außerdem war die Begründung, dass die  Übernachtungsplätze  im Golfhotel für den großen Bedarf nicht ausreichten. Der Belegungsplan des Hotels zeigt das nicht!

– Wir halten das geplante Projekt für unökologisch und unökonomisch. Welchen Standard sollen die 50 Ferienhäuser bei einer Investitionssumme von 3 Mio Euro haben? Bei 60.000,- € pro Haus kann man sich das leicht ausrechnen, und da sind dann die Erschließungs- und Betreuungskosten noch gar nicht enthalten. Erst recht nicht die immensen Kosten für die geplante „Wasserlandschaft“.
Vollkommen widersprüchlich ist ein solches Projekt gegenüber dem gerade erklärten „Sternenpark Westhavelland“. Diese große Anzahl von Häusern ist auf einen Schlag wie ein zusätzliches Dorf, da sicher auch die Wege vom Golfhotel zu den Häusern nachts beleuchtet werden sein müssen.

Wir bitten Sie deshalb, unsere Bedenken ernsthaft zu prüfen, denn eine problematische oder möglicherweise insolvente Ferienanlage oder eine Bauruine wünschen wir uns nicht für Semlin.
Wir wären auch dankbar, wenn wir dieses Mal eine schriftliche Antwort auf unsere Bedenken erhalten könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Constanze und Eugen Gliege