Archiv für den Monat: September 2012

Die unendliche Geschichte

Berlin hat einen Großflughafen, der am Sankt Nimmerleinstag fertig sein wird, Rathenow die Berliner Straße. Wurde noch vor zwei Jahren großspurig verkündet, Berliner Straße, Brandenburger und Fehrbelliner würden von Grund auf erneuert werden, schrumpfte das Vorhaben dann auf die Berliner Straße zusammen. Dabei waren alle drei genannten Straßen und der Märkische Platz vor Beginn der Arbeiten in einwandfreiem Zustand.
Nun werden Eröffnungstermine genannt und wieder und wieder verschoben. Orientiert man sich da am Berliner Vorbild? Gibt es keine Verträge, die einfach nur einzuhalten wären? Oder haben die Baufirmen mit der Stadtverwaltung Stundenlöhne ausgehandelt? Dann braucht sich natürlich niemand zu wundern, dass sich manch eine Baufirma auf Kosten der Steuerzahler sanieren möchte. Im vergangenen Jahr gingen die Arbeiten sehr schleppend voran, man schien auf den Winter zu warten. Und als es dann endlich etwas kälter wurde, hatte man eine Erklärung für wochenlangen Stillstand parat: Es war zu kalt. Im Sommer war es dann zu heiß oder die Bauarbeiter im wohlverdienten Urlaub.
Gestern wurden schon mal Kinder aus Rathenower Schulen eingeladen, sich auf der neuen Straße zu orientieren. Dabei können sich die heutigen Zweitklässler schon gar nicht mehr erinnern, wie die Straße vorher aussah. Die Straße wurde gesperrt, ehe diese Kinder überhaupt das erste Mal zur Schule gingen. Wenn sie Glück haben, erfolgt die Freigabe, bevor die Kinder zur weiterführenden Schule wechseln.
Hoffen wir, dass es wenigstens den Bauarbeitern gut geht. Den Rathenower Händlern und Anwohnern vergeht der Spaß an dieser Geschichte.
Vielleicht hätten die Händler vor Beginn der Bauarbeiten doch geschlossen ins sowieso leerstehende Körcenter umziehen sollen.

August-Bebel-Platz, oder wie er früher hieß

In Rathenow wird der August-Bebel-Platz eine, örtlich gesehen, zentrale Rolle spielen. Im Mittelpunkt des Platzes fand nun der Abtragejunge seine, nun hoffentlich, längerfristige Stätte.

Zu Kaisers Zeiten, und darüber hinaus, hieß dieser Ort Zietenplatz. Ein Denkmal schmückte bis in die Mitte der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auch diesen Platz. Es war ein Erinnerungszeichen an den Regimentskommandeur der Zietenhusaren von 1875 bis 1888, Heinrich von Rosenberg. Bekannt war er als unkonventioneller und in diesem Zusammenhang bahnbrechender Reitlehrer. Unter seiner Führung wurde die deutsche Kavallerie, man kann sagen, reformiert. Über alle Grenzen hinweg war er bekannt und ein Meister seines Faches. Die Grundsteinlegung dieses Denkmales erfolgte, wie seinerzeit stets, unter großem Tamtam, unmittelbar vor dem Postamt.

Dieses Denkmal wurde, aufgrund seines Materials, zum Ende des dritten Reiches als kriegswichtiges Material angesehen, demontiert und eingeschmolzen. Rosenbergs Grabmal findet man noch auf dem historischen Friedhof Rathenows.

Es wäre interessant zu wissen, ob im Zuge der Tiefbauarbeiten der Grundstein gefunden wurde.

Mehr zum Thema gibt es >HIER< nachzulesen.

Rücksichtslos

Heute früh um sieben auf dem Radweg von Steckelsdorf kurz vor dem Kreisel in Rathenow-West:

Auch wenn dort undefinierbare Arbeiten verrichtet wurden, hat der PKW nichts auf dem Radweg verloren. Alle Radfahrer, die zur Arbeit wollten oder Kinder auf dem Weg zur Schule, mussten durch das nasse Gras. Dabei befindet sich zweihundert Meter weiter Richtung Steckelsdorf eine Zufahrt für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Dort hätte der PKW problemlos abgestellt werden können. Dann hätten die Insassen allerdings tatsächlich ein paar Schritte laufen müssen.

Ein Märchen am Samstag

 

Es ist Samstag am Vormittag. Das Wetter ist schön und macht Lust auf einen Spaziergang. Wo wir doch jetzt so einen schönen Gehweg vor der Tür haben wird das kein Problem denkt der Verfasser.

Also, Hunde an die Leine, Gartentor auf – der Herzschlag steigt. Jetzt gilt es ohne Schaden auf den Gehweg zu kommen. Vorbei rasende Radfahrer hätten mich (oder die Hunde) schon ein paar Mal umgenietet. Wozu langsam fahren, ist doch ein Radweg auf dem Fußgänge nichts zu suchen haben – und wenn doch ist das ihre Schuld wenn es kracht. Die Luft ist rein; es kann losgehen.

Nach ein paar Schritten schwenken wir Richtung Felder. Hier sind wir sicher. Die Hunde können toben und keine Kamikaze-Rentner mit Fahrräder bewaffnet, deren einziges Ziel es ist den Fußgängern klar zu machen, dass sie auf ihrem „Radweg“ nichts zu suchen haben, in Sicht.

Über eine Querstrasse geht es dann nach Hause. Auch ein gutes Stück auf der Göttliner Chaussee entlang Richtung Rathenow, da wo der „Radweg“ als Gehweg ausgeschildert ist. Es kommt was kommen musste. Ein Radfahre nähert sich frontal. Wozu bremsen? Ich ziehe die Hunde auf meine Seite, es ist noch knapp ein Meter Platz. Die Hunde werden unruhig. Kein Wunder wenn sich jemand mit hoher Geschwindgkeit nähert und die Hunde anvisiert. Aber es klappt – zunächst.

Irgendwie kommt der Radfahrer von Gehweg ab und rutscht ins Strassengrün, schleudert, fängt sich und fährt weiter. Nichst passiert denke ich und laufe weiter.

Am Nachmittag dann die Quittung im Briefkasten.

Herr oder Frau Anonym musste seinen Senf dazu abgeben (Zitat sinngemäß): Ich habe die Hunde nicht unter Kontrolle. Sie hätte den (armen) Radfahrer fast zu Fall gebracht. Ich habe das mit Absicht herbeigeführt. Und im Übrigen schei… meine Hunde alles voll und ich mache das nicht weg. Außerdem hat man 6.000 Euro für den Radweg bezahlt und ich soll mich da anständig auf „ihrem Teil“ benehmen. Das Ganze immer noch ein paar Mal in verschiedener Reihenfolge wiederholt (aus Frust oder Vergesslichkeit?) ergab einen zwei Seiten langen Hetzbrief in blauer Farbe. Passend zur Tonne worin er nach dem Lesen auch landete.

Frustierend daran ist nur, dass ein paar verbohrte Menschen immer noch nicht begriffen haben, dass der Streifen aus Steinen neben der Fahrbahn ein Gehweg ist. Das sagt jedesfalls ein großes, rundes, blaues Schild an einem langen Mast mit einer „Frau und einem Kind an der Hand“. Radfahrer düfen ihn benutzen, müssen aber nicht. Fußgänger haben immer Vorrang. Es gilt Schrittgeschwindigket auf der geamten Länge des Weges. Notfalls müssen Radfahrer absteigen. Das ist geltendes Recht und kann massig im Internet nachgelesen werden (Verwaltungsvorschriften zur StVO, Gerichtsurteile).

Da die Stadt Rathenow bereits in das Problem involviert war (MAZ-Artikel) und als Blabla abgetan hat, bleibt zu hoffen, dass es nicht irgendwann zu ernsthaften Unfällen mit Verletzen kommt. Ändern will sie den Zustand jedenfals nicht. Die Stadt haftet natürlich nicht wenn etwas passiert. Aber wer hat schon gerne einen gebrochenen Arm oder ein blaues Auge? Herr Remus und Herr Seeger sind fein raus; die benutzen den Gehweg wahrscheinlich nicht.

Baumschaden

Und wieder stirbt ein Baum an der Straße nach Steckelsdorf ab. Es gab hier mal genau wie an anderen Landstraßen des Kreises eine komplette Allee. Allerdings wurden die Bäume in den letzten Jahren kaum gepflegt. Eher wurde mal zur Säge gegriffen und ein Baum gefällt. Seit Anfang der Woche steht nun ein Apfelbaum in der Nähe des Kreisels als bedauernswertes Wrack da. Ein starker Ast ist abgebrochen.

Leider ergeht es vielen Bäumen an unseren Landstraßen ähnlich. So sind vor ein paar Jahren zwischen Stechow und Ferchesar die letzten Obstbäume gefällt worden. An der Straße nach Böhne sind kaum noch welche übrig und ebenso an der ehemaligen B 188 bei Buckow.
Dabei erfreuen sich wohl die meisten Menschen am Anblick der blühenden Bäume im Mai.

Es ist einfach nur schade darum!