Archiv für den Monat: Juni 2012

Baum des Lebe…, oder wieso kommt der Herbst so früh?

Von Weitem gesehen erkennt man erstmal nichts Verdächtiges.


Geht der geneigte Naturfreund dichter heran, kann er erste Schäden am Geäst und im Laub ausmachen.


Es ist nicht einfach, porösesMaterial, wie diese gebrannten Tonfliesen, dauerhaft anzubringen. Mal schauen, ob die „gefallenen Blätter“ ihren Weg wieder zurück finden, denn die dort verewigten Spender hofften auf etwas längere Lebenszeit für Ihre persönlichen Kacheln. Ich fand die Idee bisher recht gut. Ein schmückendes Gebilde mit Inhalt, wo man gerne mal davor stehen bleibt und die Inschriften liest.

Dauerstress für Anwohner, Händler und Kunden

Die Ferien in Brandenburg haben begonnen. Wer da Schulsachen für die Kinder kaufen will, mal ein Eis essen möchte oder etwas anderes in der Innenstadt zu erledigen hat, sollte sich auf Schikanen gefasst machen. Heute früh gab es so gut wie kein Durchkommen mehr. Weder kam man an der Post noch an der Volksbank vorbei.


Rentner quälen sich mit ihren Rollatoren durch das aufgewühlte Gelände, um zum Optiker oder Bäcker zu kommen. Mütter schieben Kinderwagen durch den Dreck. Neben dem Lärm, den das Baugeschehen verursacht, gibt es zusätzlich noch eine riesige Staubwolke.

Schließlich soll ja unsere Stadtmitte keine null-acht-fünfzehn Erneuerung bekommen, sondern eine ganz spezielle. Und die dauert eben länger, da Ministeinchen verbaut und meist noch in Form geschnitten werden müssen. Was machen da schon ein paar Monate Chaos aus?


Vielleicht fördert es ja die geistige Flexibilität, wenn man sich jeden Morgen und jeden Nachmittag erst mal neu orientieren muss, wo man nun noch ein Durchkommen findet.

Waldjugendspiele

In der vergangenen Woche fanden im Grünauer Forst die Waldjugendspiele statt. Diesen Leistungsvergleich der vierten Klassen der Rathenower Grundschulen gab es zehn Jahre lang. Im vergangenen Jahr fiel diese Veranstaltung den Einsparungen beim Forstpersonal zum Opfer. Deshalb betonte Helma Adermann bei ihrer Eröffnungsansprache auch: „Wenn wir es jetzt nicht machen, dann sind die Waldjugendspiele gestorben.“

Diese engagierte Frau hat aktive und ehemalige Forstleute zur Mitarbeit gewinnen können.

Deshalb konnten die Schüler an vierzehn Stationen ihr Wissen rund um Wald und Natur unter Beweis stellen. Jede Klasse war je nach Schülerzahl in zwei oder drei Gruppen eingeteilt worden. Diese Gruppen bekamen lustige Namen wie „Ameisen“, „Eichhörnchen“ oder „Baum“ und mussten gemeinsam die Aufgaben an den Stationen lösen. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die besten Gruppen ausgezeichnet. Neben Urkunden gab es wunderschöne Waldpokale.

Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten für diese sehr gut organisierte Veranstaltung.

Idee für den nächsten Umbau

Das Steckelsdorfer Eiscafe erfreut sich großer Beliebtheit. An den Kennzeichen der Fahrzeuge sieht man, dass einige für ein gutes Eis eine beachtliche Strecke zurücklegen. Da kann doch wohl niemand erwarten, dass Autofahrer und Insassen vielleicht hundert oder zweihundert Meter laufen, um vom Parkplatz endlich zum ersehnten Eis zu kommen. Wie wäre es, wenn beim nächsten winterlichen Umbau (Umbau und Erweiterung finden ja sowieso fast jährlich statt) ein Drive-in eingerichtet würde? Wer nicht weiß, was damit gemeint ist: Nur eine Rabatte müsste entfernt und schon könnten Autofahrer direkt bis an die Theke vorfahren, könnten bei laufendem Motor ihr Eis in Empfang nehmen und sofort weiterbrausen.
Heute gegen 14.30 Uhr war nämlich mal wieder ein Auto (mit einheimischem Kennzeichen) fast direkt vor der Eisdiele geparkt worden, auf dem Gehweg und gleichzeitig noch drei Plätze im Fahrradständer blockierend. Wer nun denkt, dass jemand vielleicht seiner gehbehinderten Oma am Sonntagnachmittag mal einen Besuch im Eiscafe ermöglichen wollte, der irrt gewaltig. Nach einem genüsslich vertilgten Eis und einem angeregten Plausch mit Bekannten stieg ein Pärchen, das gerade aus dem Fitness-Studio zu kommen schien, ins Fahrzeug. Dem Sohnemann war noch schnell der Eisbart gesäubert worden, das Papiertaschentuch landete selbstverständlich unter dem Auto, obwohl ein Papierkorb direkt neben dem Fahrradständer ist. Die „Dame“ hätte also fast mit ausgestrecktem Arm herangereicht.

Des Einen Freud, des Anderen Leid – Hackschnitzel für Jederman

 

War Göttlin bis vor einiger Zeit noch Landidylle, hat sich das mit einem Mal geändert. Ein stillgelegter Betrieb wurde kurzerhand umgewidmet und wieder in Betrieb genommen – vorher Kuhstall; nachher Maschinenpark. Der Betreiber machte sich wenige Gedanken um Genehmigungen und legte erst mal los. Die Verwaltung nickte nachträglich ab und schon war aus dem „illegalen Geschäft“ ein Gewerbebetrieb geworden (Anmerkung des Verfassers: Vermutlich ging es wieder mal um viel Geld in Form von Steuereinnahmen). Die Anwohner in Göttlin und Rathenow/West wurden natürlich nicht gefragt. Genauso wenig machte sich jemand Gedanken, ob so ein Maschinenbetrieb auf’s Dorf gehört oder besser in die Industrieecke von Rathenow.

Jetzt motzen doch die Göttliner über den Betrieb, weil es staubt und lärmt – oder auch nicht? Beweise, so die Verwaltung, gibt es nicht. Klar auch, wer soll die Beweise liefern? Der Bürger mit seinen Ohren und Nasen? Die sind leider nicht beweiskräftig genug für einen negativen Verwaltungsbescheid. Fotos vom Lärm, Luftanalysen auf eigene Kosten? So klagte man vor dem Landkreis sein Leid und der wollte den Betrieb einfach schließen. Die Folgen in dieser Woche: Proteste gegen die Schließung, (fast) himmlische Ruhe auf der Göttliner Strasse/Göttliner Chaussee, keine klimpenrnden Tassen im Schrank, keine Lkw – vermutlich kein Staub und Lärm in Göttlin. Doch damit ist voererst wieder Schluß. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass der Betrieb vorerst weiter gehen kann.

Wenn ich drei Wünsche frei hätte:

1. Verlegung des Betriebes in den Industriebereich von Rathenow – auf Kosten des Betreibers.

2. Ein Bußgeld für die Entscheider in fünfstelliger Höhe für eine, sagen wir mal unkluge Entscheidung zur Duldung, zahlbar aus eigener Tasche per Gehaltspfändung.

3. Eine Jobgarantie für die Mitarbeiter des Hackschnitzelwerkes in Göttlin, egal wo.

Der Artikel in der MAZ: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12339411/61759/