Archiv für den Monat: Oktober 2011

Bald Verbot für Einkaufstüten?

Womit sich manche den Kopf zerbrechen, ist schon erstaunlich. Ich sehe täglich Leute mit den langjährig bewährten Stoffbeuteln einkaufen gehen. Zur Zeit des Mauerfalls wurde jenseits dieser Grenze gewitzelt, man erkenne den Ossi schon von weitem an seinem Nylon-(dabei hieß es bei uns Dederon)beutel. Na und? Haben wir dadurch nicht die Umwelt geschont? Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine „Tragetasche aus Plastik“ gekauft. Beim Kauf von Bekleidung bekommt man manchmal gleich das Zeug eingetütet. Ist es allerdings bereits verpackt, verbitte ich mir eine weitere Verpackung. Zum Einkaufen nehme ich immer ein paar Stoffbeutel mit und ansonsten stehen in jedem Supermarkt irgendwo leere Kartons herum, die man zu Hause in der Papiertonne entsorgen kann.
Hat die Einführung des Pfandes für Einwegflaschen wirklich zu einem massiven Umdenken geführt? Das Neueste sind nun Becher mit Deckel und Strohhalm, die man an vielen Stellen mit einem „Getränk to go“ kaufen kann. Wenn man dann mit der Nuckelei fertig ist, wird die Autoscheibe heruntergekurbelt und der Becher landet neben dem Pizzakarton des Vorherfahrenden oder auf der (meist kaputten) Bierflasche, die für acht Cent kein cooler Fahrzeuglenker mehr zum Geschäft zurückbringt.
Unter Umweltschutz stelle ich mir was anderes vor. Und solange dieses Thema keinen Denkprozess in den Köpfen der Menschen auslöst, werden auch ein paar Cent mehr oder weniger zu keiner Verhaltensänderung führen.

Wohin mit dem (Grund)Wasser?

 

 

Jetzt liegt das hydrologische Gutachten für den hohen Grundwasserspiegel in Rathenow vor.

http://www.rathenow.de/Newsdetailansicht.59+M5e3d6ed0792.0.html

Leider sieht es darin zur Zeit nicht gut aus. Schuld sind die starken Niederschläge der letzten Monate/Jahre und der geringe Abfluss, bzw. die geminderte Entnahme des Grundwassers.

Stellt sich der Bürger die Frage: Und nun? Mein Keller steht seit Monaten unter Wasser, ich weiß wo es herkommt, meine Schuld ist es nicht … und einen Plan, um dem Abhilfe zu schaffen gibt es nicht wirklich.

Das Wasser abpumpen kostet Geld. Geld für die Anschaffung und Installation von Pumpen und Infrastruktur. Und Geld für den Betrieb. Geld was die Stadt natürlich wieder mal nicht hat, denn das meiste Geld landet offensichtlich im Projekt „Buga“; einschließlich jahrelanger Folgekosten für das Projekt.

Ich bin kein Hellseher, aber alt genug, um zu wissen wie Politiker ticken. Der „Nutzeffekt“ das Grundwasser abzupumpen ist für die Stadt quasi „null“. Die Grundstücke können Stück für Stück entwidmet werden, die Häuser verfallen und keiner will dort Land kaufen. Über kurz oder lang ist Rathenow – Ost wieder Waldgebiet oder Moorlandschaft. Die fehlende Grundsteuer ist verschmerzbar. Noch ein Vorteil wäre, dass man sich dort nun auch nicht mehr um die Infrastruktur kümmern muss (Strom, Telefon, Be- und Entwässerung, Strassen, Fernheizung). Das spart zusätzlich Geld. Sieht so der 20-Jahresplan der Stadt aus? Da bin ich ja mal gespannt.

Wenn man sieht wie verzeweifelt die Stadt versucht Geld zu verdienen, wird wohl für einen maroden Bezirk von RN kaum Geld übrig sein. In wie weit der Landkreis, das Bundesland, der Bund oder gar die EU unterstützen wird ist ungewiss. Wie sagte der Landrat von MOL anläßlich der Oder-Hochwasser so politisch einfühlsam und treffend im Fernsehen: Warum ziehen die aber auch da hin? Die sind doch selber Schuld.

Fragt sich nur wie die Stadt in 20 Jahren aussieht. 10.000 Einwohner, Tendenz weiter fallend, überwiegend Wochenend-Bürger die hier nicht wirklich leben wollen? Auch wenn Rathenow langsam aber sicher zur Partystadt wird, jedes Wochenende irgendwo dröhnende Musik über die Freiflächen schallt, sind das fast alles nur Gäste die einen Abend hier sind und dann wieder in ihre trockenen, ruhigen Häuser außerhalb zurückkehren. Die Kennzeichen der Autos auf dem Obi-Parkplatz sind bei den Veranstaltungen jedenfalls nicht alle HVL.

Liebe Stadtverwaltung, macht nur weiter so. Zum Schluss lebt die Stadt nur noch vom Optikpark, dem Kino und seinen Kneipen. Unter Wasser und im Dauerlärm will vielleicht keiner mehr leben.

 

 

Mal wieder ein Rathenower Eigentor

Wir sind es ja eigentlich gewöhnt, dass in der Stadtverwaltung oder auch im Landratsamt Entscheidungen gefällt werden, die ein Normalbürger kaum nachvollziehen kann. Da wird Geld, das man angeblich nicht hat, sinnlos verbraten (zwei Tunnel im Abstand von wenigen hundert Metern unter der Bahnlinie, die völlig vermurkste Anbindung an die Ortsumfahrung, Rekonstruktion und Teilabriss der Turmspitzen des Bismarckturmes……..). Das nächste Eigentor ist nun die Friedensbrücke. Hieß es bis vor kurzem noch, dass die Friedensbrücke durch eine neue ersetzt werden soll, wird jetzt bekannt, dass es weiter bei Flickschusterei bleiben soll, wie hier auf einem Archivfoto zu sehen.

Hintergrund ist vermutlich die Tatsache, dass nun keine Bundesstraße mehr über die Brücke führt. Die B 188 wird ja um Rathenow herumgeleitet. Unsere Nachbarstädte in Sachsen-Anhalt haben inzwischen alle neue Brücken. Ob man sich Genthin, Tangermünde oder Havelberg ansieht, überall rollen die Fahrzeuge über sichere Bauwerke. Sachsen-Anhalt steht nicht nur früher auf, sondern nutzt auch seine Chancen. Rathenow dagegen verschläft sämtliche gute Gelegenheiten und verzettelt sich dafür in aussichtslosen, aber teuren Prozessen.