Archiv für den Monat: August 2010

Umgehungsstraße fast fertig

Fast genau sechs Jahre dauerte der Bau der B-188-Umgehungsstraße. Ursprünglich sollte sie bereits vor zwei Jahren fertig sein, das heißt die Bauzeit wurde um fünfzig Prozent überschritten. Die Strecke ist insgesamt 8,8 km lang. Gestern weihten Läufer die neue Straße ein. In wenigen Tagen werden Autofahrer die Möglichkeit haben, dem Stress der ewigen roten Ampelwelle in Rathenow auszuweichen. Heute war das letzte Teilstück, die neue Brücke über die Havel, Ziel vieler Fußgänger und Radfahrer. Alle wollten wenigstens einmal auf dieser Brücke die Havel überqueren. In Zukunft werden hier nur motorisierte Fahrzeuge anzutreffen sein. Es gibt leider keinen Radweg. Niemand hat an die Radfahrer gedacht, die nach Rathenow-Süd müssen und hier abkürzen könnten. Die gesamte Umgehungsstraße kostete rund 31 Millionen Euro. Allein diese Brücke verschlang 9,5 Millionen Euro. Der Abriss der alten Stammbahnbrücke und der Bau der Brücke für den Regionalverkehr soll die Deutsche Bahn 15 Millionen Euro gekostet haben.
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Man kann hier noch mal genau sehen, dass drei Brücken nebeneinander die Havel überqueren: die ICE-Brücke, die Brücke für die Regionalbahn und den Güterverkehr und die neue Autobrücke.
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Sorge und Gedanken eines Rathenowers

Sorge und Gedanken eines Rathenowers

 

Die Stadt ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht in  der Lage für die Pflege und Wartung der Holzbrücke auf dem Weinberg zu sorgen.

Was sollen wir mit einer neuen Brücke zum Weinberg ?

Wie wird der Weinberg nach der Buga  aussehen ? Er wird genauso verwildern wie in der zeit zwischen Laga und Buga.

Wir hoffen, dass der Bismarckturm wenigstens zur Buga für unsere Gäste wieder geöffnet sein wird.

Es ist Traurig, das solch ein Wahrzeichen unserer Stadt, welches schon von weitem zusehen ist und zu einem Besuch einläd, geschlossen ist.

Wer würde nicht gern mit seinem Besuch einen Blick vom Bismarckturm machen.

Also wird es Zeit, dass die Stadt etwas in dieser Richtung unternimmt.

 

Nicht viel besser sieht es aus, wenn man einen Spaziergang durch unsere Stadt unternimmt.

In vielen Straßen wuchert das Unkraut an den Straßenrändern.

Ebenso, wenn die Gärtner der Stadt die Rasenflächen mähen. Um Hydranten, Straßenlampen und an den Straßenrändern wird nicht gemäht, da wuchert das Unkraut oder sind das seltene Pflanzen und Gräser die unter Naturschutz stehen ?

Die Stadt sollte lieber Gelder in neue Mitarbeiter investieren als in eine neue Brücke, die anschließend keiner mehr braucht.

Die Stadt sollte auch dafür sorgen, dass die Ampeln in der Berliner Strasse so geschaltet werden, dass eine grüne Welle den Verkehrsfluss beschleunigt.

So gibt es weniger Standzeit an den Ampeln und damit weniger Umweltbelastung in der Stadt.

Der Havellaender

Es war einmal…

Im Jahr 2006 fand in Rathenow die dritte Landesgartenschau des Landes Brandenburg statt. In die Laga-Fläche wurde auch der Weinberg integriert. Auf den Weinberg führen mehrere Wege, von uns Flachländern schon als beschwerlich angesehen. Nun wurde für die Laga eine schöne Holzbrücke erbaut, im weiten Bogen geschwungen, sodass sie auch bequem von Rollstuhlfahrern und Kinderwagen schiebenden Leuten gut genutzt werden konnte.
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Wegen mangelnder Pflege soll sie nun schon nicht mehr nutzbar sein. Beide Eingänge sind durch Bauzäune verbarrikadiert. Warten wir jetzt auf die Buga 2015 und die eventuell entstehende neue Brücke oder rückt jemand eine Handvoll lange Nägel raus und klopft die paar losen Planken wieder fest? Sicherheit ist schön und gut, aber man kann es auch übertreiben.

Ist das Leben in Rathenow gesund?

Die Frage stelle ich mir immer wieder.

Es geht um Lärm, der wie allgemein bekannt ist, gesundheitsschädlich ist.

Da geben sich allerorts die Stadtoberen die größte Mühe „umweltfreundlich“ und „gesund“ zu sein, bauen Biogas- und riesige Photovoltaik-Anlagen, bauen Radwege in die Natur – weg von Lärm und Streß.

Nur beim selbstgemachten Lärm steht man im Rathaus scheinbar mit der offenen Geldbörse und Stöpseln im Ohr am Strassenrand und läßt alle zahlen (Steuern z.B.) die sich das Kulturprogramm Rathenows zu Gemüte führen. Natürlich macht Ratehnow keinen Lärm, läßt ihn aber zu und unternimmt nichts, um den Lärm zu mindern.

So wieder mal am Freitag als „Pur“ Rathenow-West bis Göttlin und Steckelsdorf beschallte. Ob man will oder nicht, man muss sich das anhören, es sei denn man fährt woanders hin. Nicht, dass wir hier „Pur“ hören könnten, nein, nein, nur die Bässe. Nicht, dass es besser wäre wenn wir alles hören könnten, quasi als Schadenersatz für den Lärm. Nicht jeder steht auf „Pur“ oder „Luxus Lärm“ (was für ein abartiger Name, wie Luxus Klopperei, Luxus Mord oder Luxus Brandstiftung). Ich habe nichts gegen „Pur“ aber hingehen würde ich trozdem nicht – dafür werde ich zwangsbeschallt (ist das nicht eine illegale Folter in Guantanamo?).

Das ist so als wenn man sich im Sommer auf den Strand am See legt, ein schönes Buch aufschlägt und dann der Nachbar mit dem Kofferradio kommt und genau das hört was man gerade nicht hören will – Lärm. Die Bitte etwas leiser zu sein oder woanders hinzugehen wird mit dusseligen Sprüchen wie „hau doch ab“, „willste was in die Fresse“ beantwortet.

Heute ist Sonntag, kurz nach zehn Uhr. Es hämmert schon wieder aus Richtung Optikpark. Diesmal eine Trommel die seit einer halben Stunde Krach macht.

Wenn das so weitergeht haben wir bald auf den Freiflächen in Rathenow Sondermülldeponien, Raketenabschussbasen, eine Formel-1 Rennstrecke, eine Cart-Bahn mitten im Wohngebiet, die jährliche, mehrtägige Antwort auf „Woodstock“, vielleicht ein Atommüll-Endlager und im Rathaus einen Automaten mit Kreditkartenschlitz für die behördenfreie Ausnahmegenehmigung – weil es halt Kohle in die Stadtkasse schaufelt.

Quo vadis Rathenow? Anwohnerfreie Stadt mit 20.000 kostenlosen Parkplätzen? Bloss, wer wählt dann den Bürgemeister?

Sommerende in Sicht?

Gestern früh konnte man schon mal den nahen Herbst erahnen, erster Frühnebel und Wildgänse auf dem abgeernteten Feld.
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Auch die Krähen hielten Ausschau nach Futter.
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Heute gab es endlich mal wieder ausreichend Regen. Für morgen besteht laut Bauernregel Hoffnung auf besseres Wetter:
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„Abendrot – Schönwetterbot“

Sperrmüllanmeldung im Havelland…

…ist eine Wissenschaft für sich. Vor der Wende wurden von Zeit zu Zeit große Container aufgestellt und jeder konnte das einwerfen,wovon er sich trennen wollte. Das war sicher nicht die beste Lösung. Entweder hatte der erste Entsorger gleich ein sperriges Stück, sodass der Behälter fast gefüllt war oder nach einiger Zeit stellte jemand fest, dass er ein unten liegendes Teil gebrauchen konnte. Dann wurde ausgekramt und leider oft nicht wieder eingeräumt, war meist kein schöner Anblick. Danach wurden bloß noch Zeit und Ort festgelegt und jeder konnte dort seinen Kram abstellen. Diese „Haufen“ nahmen oft gigantische Ausmaße an. Seit einigen Jahren bekommt man nun zum Jahresende den Abfallkalender zugestellt mit den Tourenplänen für Hausmüll, gelbe Säcke und Papier für das kommende Jahr. Mit diesem erhält jeder Haushalt eine Karte für die Anmeldung zur Sperrmüllentsorgung. Gleichzeitig ist auch eine Telefonnummer vermerkt. Wer nun glaubt, telefonisch ginge die Anmeldung schneller vor sich, der irrt sich gewaltig.
„Ich möchte eine Sperrmüllentsorgung anmelden.“ „Was alles?“ „Reste einer Anbauwand.“ „Wie viele Schränke?“ „Es waren mal drei. Sie sind aber teilweise zerlegt. Außerdem ein paar andere Bretter.“ „Bauholz wird nicht über Sperrmüll entsorgt.“ „Es ist kein Bauholz. Das sind Bretter von einem anderen Schrank. Daraus hatten wir mal ein Regal gebaut. Nur dass Sie wissen, sie passen nicht zu der zerlegten Anbauwand.“ „Das interessiert mich nicht.“ „Kann ja sein, dass sie nicht mitgenommen werden, wenn sie nicht passend sind. Und außerdem noch drei Jalousien aus Plaste.“ „Die können Sie über den Hausmüll entsorgen.“ „Sie passen nicht in die Tonne. Wenn der Deckel nicht schließt, wird doch die Tonne nicht geleert.“ „Dann müssen Sie sie zerkleinern.“ „Entschuldigung, ich möchte Sperrmüll loswerden. Wir hatten wohl schon zehn Jahre nichts mehr entsorgen lassen.“ „Sie haben auch keinen Anspruch auf eine regelmäßige Abfuhr.“ „Will ich ja auch gar nicht, aber dieses Mal möchte ich was loswerden. Schließlich wird eine saftige Grundgebühr jedes Jahr erhoben, egal ob ich fleißig sortiere und meine organische Abfälle selbst kompostiere.“ Wir bekamen tatsächlich einen Termin genannt. Nun darf man nur noch gespannt abwarten, ob die gemeldeten Sachen auch wirklich mitgenommen werden, denn am Telefon wurde gleich gesagt, was nicht mitgenommen wird, müsse man zurückholen auf das Grundstück. Ich glaube, allmählich begreife ich, warum Leute ihren Dreck in den Wald karren.

Gehweg nach Göttlin – es geht weiter Teil 2

Na endlich.

Seit einem Monat bastelt eine Baufirma an dem Gehweg von Rathenow/West nach Göttlin den kein Rathenower wirklich haben will.

Sicher haben die Arbeiter von der Lustlosigkeit der Anwohner gehört und arbeiten mit Turbo-Nachdruck an dem Werk des Jahrhunderts.

Seit einem Monat haben sie immerhin schon den Weg von der Genthiner Str. bis zur Clara-Zetkin-Str. (fast) vorantreiben können. Für immerhin 130 Meter mehr als einen Monat? Oder reißen die Anwohner dort den Weg nachts aus Protest wieder auf?

Nach groben Schätzungen müßten die in 35 bis 40 Wochen den Ortsausgang von Rathenow erreichen. Zieht man die Wintermonate mit Frost ab – in einem guten Jahr. Von Ortsausgang bis Göttlin muss ja auch noch gebaut werden.

Das nennt man mal Konjunkturföderung. Eine Baufirma, neben Maschinen für mehr als ein Jahr für einen Gehweg. Hoffentlich steigen die Kosten bei der Stundenanzahl nicht ins Unermessliche.