Kinder und Eis passten schon immer mehr oder weniger gut zusammen. Genau wie Feuer und Wasser auf Kinder eine magische Anziehungskraft ausüben. So fand ich kürzlich ein Gedicht, das meine Mutti mit fast 87 Jahren noch auswendig aufsagen kann.
Will sehen, was ich weiß, vom Bübchen auf dem Eis
Ein Gedicht von Friedrich Güll (01.04.1812-24.12.1879)
1. Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher
und spricht so zu sich leis:
“Ich will es einmal wagen;
das Eis, das muss doch tragen!” – Wer weiß?
2. Das Büblein stampft und hacket
mit seinen Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket,
und krach! schon bricht`s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt mit Schrei`n.
3. “O helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muss ertrinken
im tiefen, tiefen See!”
Wär`nicht ein Mann gekommen,
der sich ein Herz genommen, o weh!
4. Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus.
Vom Fuße bis zum Kopfe
wie eine Wassermaus
das Büblein hat getropfet;
der Vater hat`s geklopfet zu Haus`.
Diesem hier kann das zum Glück nicht passieren. Es ist nur eine Pfütze auf einem Feld zwischen Steckelsdorf und Rathenow -West.
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Di
3
Feb '09


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