Nach zwei sehr eisigen Nächten ist heute im Laufe des Tages das Thermometer bis auf -3°C gestiegen.
So ging soeben die Sonne unter. Der Himmel ist bedeckt, sodass die Temperaturen nicht mehr so stark fallen werden.
Wenn nun wieder alles von klirrender Kälte spricht, fällt mir ein, dass wir in vielen Wintern solche Tiefpunkte hatten. So lagen am 2. Januar 1997 die Temperaturen auch um -20°C. Und in den Jahren 1962 und 1963 hatten wir sogar längere Zeit mit solchen tiefen Temperaturen zu leben. Wer erinnert sich eigentlich noch daran, dass im Winter die Fenster dick zugefroren waren und die Kinder ein Loch in diese Eisschicht hauchten, um hinaussehen zu können? Oder wer denkt noch daran, dass vor 20 Jahren in Rathenow noch viele Wohnungen Ofenheizung hatten? Wenn man damals morgens zwischen sechs und sieben mit dem Rad durch die Stadt fuhr, stank es fürchterlich nach Qualm. Oder wem ist noch der Schnee Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre in Erinnerung? Damals hatten wir mehrere Winter mit Schneemassen. Und natürlich 1978/79. Da war zum Jahreswechsel besonders der Norden der damaligen DDR betroffen. Dem Chaos sind wir nur durch einen Zufall entkommen. Wir hatten meine Eltern in der Nähe von Prenzlau besucht und wollten eigentlich noch zwei Tage dort bleiben. Dann bekam ich aber eine starke Angina und wir entschlossen uns zur Rückfahrt nach Rathenow. Wir hatten unsere damals zwei- und vierjährigen Kinder im Trabant-Kombi. Unterwegs schneite es schon recht stark, sodass wir froh waren, als wir in Rathenow ankamen. Am nächsten Morgen lag eine dicke Schneedecke über der Stadt. In der Uckermark hatte es noch viel mehr geschneit. Das erfuhren wir aber erst zehn Tage später. Ein Telefon besaßen normale Leute nicht und Post konnte wegen der Schneemassen nicht befördert werden. Uns wurde nachträglich bewusst, welch ein Glück meine Erkrankung für uns gewesen war.
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Mi
7
Jan '09


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