Archiv für den Monat: November 2008

So kann man auch Werbung machen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kassiert von Berufsfotografen und Jounalisten schon für die Fotoerlaubnis und will außerdem am Erlös der veröffentlichten Fotos beteiligt werden. Wenn nun keiner mehr Bilder veröffentlicht, werden wohl kaum noch Touristen angelockt werden. Sehr schade!

Nachtaktiv

Wie in jedem Jahr wurde auch dieses Mal in der Nacht zum Totensonntag auf dem Truppenübungsplatz Klietz kräftig geübt. Mindestens bis 0.15 Uhr gingen das Gerassel der Kettenfahrzeuge und der Kanonendonner. Wozu eigentlich?

Wie schön war doch Schule vor hundert Jahren

Gerade haben die Schule in Rathenow-West ihr 100-jähriges und die Bruno-H-Bürgel-Schule ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Als dies Bildungseinrichtungen geschaffen wurden, waren Klassenstärken von vierzig und mehr Schülern oder mehrere Jahrgänge gleichzeitig in einem Raum die Normalität. Heute sollte es theoretisch anders aussehen. In der Praxis ist es leider nicht immer der Fall. Schulen haben keine Reservestunden. Fallen Lehrer aus, rennt oftmals ein Lehrer zwischen zwei Klassen hin und her oder die Schüler bekommen „Stillarbeiten“ auf. Wie das aussieht, wenn keine Aufsicht da ist, kann man sich vielleicht denken. Nach dem Pisa-Schock ging das große Lamentieren los. Inzwischen wurden andere Vergleiche angestellt und Statistiken etwas bereingt, damit man besser dasteht. Gerade vorgestern äußerte sich unser Brandenburger Bildungsminister Rupprecht höchst zufrieden mit sich und seiner Arbeit vor der Kamera in den Regionalnachrichten. Ich würde ihm wünschen, an einem ganz normalen Wochentag in der nassen Herbst- und Erkältungszeit mal wieder ein bisschen Schulluft schnuppern zu müssen.

Rettung in Sicht?

Nach dem Brand am 5. April machte das ehemalige Offizierskasino in der Berliner Straße einen erbarmungswürdigen Eindruck.
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Inzwischen ist viel Regenwasser durch das kaputte Dach in das denkmalgeschützte Gebäude eingedrungen. Viele Rathenower werden genau wie ich dieses Haus nie von innen gesehen haben. Nach dem Krieg war das Gelände entlang der Bahnhofstraße von einer hohen Betonmauer umgeben. Das Offizierskasino, die Kasernen der Zietenhusaren und andere Gebäude wurden von der Sowjetarmee genutzt. Nach der Öffnung der Bahnhofstraße wurden einige Häuser restauriert und dienen seitdem als Wohnungen oder Büros. Das ehemalige Kasino stand leer und wurde offensichtlich durch Unbefugte als heimlicher Aufenthaltsort genutzt. Vor ein paar Tagen begannen Sicherungsarbeiten, die eine noch stärkere Schädigung verhindern sollen. Zumindest soll das Dach soweit instand gesetzt werden, dass nicht noch mehr Regenwasser eindringen kann.
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Es wurde mal in Erwägung gezogen, dieses Haus zu restaurieren und als Rathaus zu nutzen. Bisher kam es aber wohl noch zu keiner Einigung mit dem derzeitigen Besitzer.

Endlich fragt mal jemand vorher nach!

Viel zu oft wird Stadtentwicklung vom grünen Tisch aus gemacht, ohne die Bürgerinnen und Bürger mal zu fragen, was sie davon halten. Und wenn schon mal gefragt wird, dann oft hinterher, wenn schon (fast) alle Messen gesungen sind.

Für Rathenow gibt es noch bis zum 12.12.2008 unter  www.stadtforum2020.de (unter „Buch der Ideen“) eine tolle Möglichkeit für jede(n) Interessierte(n), direkt über die Zukunft ihrer / seiner Stadt mitzuentscheiden!

Ich habe dort mal reingeschaut und habe sehr interessante Vorschläge gefunden!

Betteln erlaubt?

Früher zogen Hausierer von Haus zu Haus und baten um ein Stück Brot oder eine Suppe. Heute flattern einem fast täglich Bettelbriefe samt Überweisungsträger ins Haus, wenn man einmal den Fehler begangen hat, helfen zu wollen. Wer im Sommer bei der Spendenaktion „Aus zwei mach drei“ zur Sanierung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche ein paar Euro überwiesen hat, wird nun wohl regelmäßig von einer Bank aus Hannover „Vorschläge“ bekommen, was man noch alles retten könnte. Dass manch einer wirklich ein Opfer gebracht hat mit seiner Überweisung, ist in den Sphären sicher unvorstellbar.Genau so verhält es sich mit Post von SOS-Kinderdorf, die in der Vorweihnachtszeit Weihnachtskarten schicken und um Spenden anhalten. Wir helfen hier ganz konkreten Kindern in Not und wissen, dass unser Beitrag auch an der richtigen Stelle ankommt. Ich werde in Zukunft alle derartigen Briefe ungeöffnet dem Absender zurücksenden. Vielleicht schützt das vor weiteren Belästigungen.

Mit Vorsicht zu genießen

In einem Verbraucher-Ratgeber war kürzlich zu lesen, dass man Schalen von Südfrüchten nicht in den Kompost geben sollte. Sie wären gegen Schimmel gespritzt und diese Stoffe würden sich schädlich auf die Kleinlebewesen auswirken.
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Da fragt man sich doch, wie sich diese Stoffe auf die Früchte und damit auch auf die Konsumenten auswirken. Mir persönlich sind sowieso meine selbst geernteten Äpfel lieber. Sie sehen zwar nicht aus wie vom Werbeprospekt und haben kleine Schönheitsfehler, aber sie sind auf jeden Fall ungespritzt und unbelastet und haben ihren natürlichen Geschmack.
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Wenn man sich überlegt, wie viele Menschen (und sogar schon kleine Kinder) unter Allergien leiden, kann man zu dem Schluss kommen, dass die Ernährung dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Man kann die verschiedensten Früchte ganzjährig kaufen. Sie werden hunderte und tausende Kilometer weit durch die Gegend transportiert. Vielen Menschen ist gar nicht mehr bewusst, wann für einzelne Obst- oder Gemüsearten bei uns Saison ist. Durch frühzeitige Ernte im halbreifen Zustand und lange Transportwege büßen sie oftmals an Geschmack und Vitaminen ein. Sie sehen zwar im Laden toll aus, tragen aber zu unserer Ernährung wesentlich weniger bei als einheimische Produkte.

Vorsicht bei Sägearbeiten

Sägearbeiten können für Laien lebensgefährlich sein – und nicht nur für sie. Moderne, Motor betriebene Sägen werden in ihrer Leistungsfähigkeit oftmals unterschätzt. Wenn man zudem noch die Arbeitsschutzbestimmungen nicht genau beachtet oder über ungenügende Arbeitstechniken verfügt, kann man sehr schnell zu Schaden kommen. So verunglückte vor einigen Jahren ein Mann in Semlin, als er bei Baumarbeiten mit der Säge abrutschte und die Halsschlagader beschädigte. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Auch in Mögelin gab es einen tödlichen Unfall. Beim Ausästen von Bäumen fiel ein Rentner in die Havel und konnte nur noch tot geborgen werden. Vor kurzem verstarb ein Mann in Stölln. Er wurde beim Fällen eines Baumes von diesem getroffen und erschlagen.
In Zukunft werden wegen der hohen Preise für Öl und Gas vielleicht wieder mehr Menschen Holz als alternative Energiequelle in Erwägung ziehen. Für solche Arbeiten sollte man sich einen Fachmann zur Hilfe holen, wenn man selbst nicht dafür ausgebildet ist.

Ehrung für Ehrenamtler

Am Mittwoch hatte Bürgermeister Ronald Seeger Ehrenamtler eingeladen und besonders Aktive geehrt. Wie schön, wenn manche noch die Zeit und die Kraft haben, sich für andere einzusetzen. Leider spart man auch dadurch wieder reguläre Arbeitsplätze ein. Bei unserer hohen Arbeitslosigkeit keine glückliche Lösung. Genau wie mal behauptet wurde, dass Ein-Euro-Jobs keinen Arbeitsplatz vernichten würden. Warum sollte ein Träger Arbeitskräfte einstellen, wenn es genug Leute gibt, die umsonst arbeiten. Außerdem bekommt der Träger von der Hartz-IV-Behörde etwa genau so viel an Verwaltungskosten für jeden Ein-Euro-Jobber, wie dieser am Monatsende ausbezahlt bekommt. Verrückt ist bloß, dass dieser noch die Fahrtkosten und andere Ausgaben selbst bestreiten muss. So verlangte die AWO z.B. von ihren Ein-Euro-Jobbern ein Führungszeugnis. Die Kosten von 13 Euro sollten die Leute erst mal auslegen. Man bekäme sie von der AWO erstattet. Nach dem Hick-Hack um die Führungsrolle im Verein können die Betroffenen auch diese 13 Euro sicher unter Verlust verbuchen. Bisher wurden sie jedenfalls nicht erstattet.

Neuer Spielplatz

Seit zehn Tagen können die Schüler der Rathenower Geschwister-Scholl-Schule endlich ihren neugestalteten Spielplatz nutzen. Durch den Bauzaun konnten sie das Baugeschehen verfolgen. Nun verbringen sie jeden Tag viel Zeit mit Klettern, Hangeln und Rutschen. Und sie warten schon sehnsüchtig darauf, dass auch der angrenzende Sportplatz fertig wird.
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Außerdem soll auch ein kleiner Schulgarten bald von den Kindern bearbeitet werden können.

Ehrendes Gedenken

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Um der Opfer der Progromnacht von Rathenow zu gedenken, hatten sich heute Abgeordnete und Vertreter der Parteien sowie einige Einwohner vor der ehemaligen Synagoge versammelt. Bürgermeister Ronald Seeger und die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, MdB Diana Golze, erinnerten in wenigen Worten an das Geschehen vor 70 Jahren. Beide betonten, dass es besonders durch das Wegschauen und die Gleichgültigkeit der Massen überhaupt zu diesem Ausmaß der Gräueltaten kommen konnte.

Einladung wurde angenommen

Bäckermeister Ingo Möhring hatte zur Feier des 100-jährigen Jubiläums eingeladen und viele waren gekommen. Zur Kaffeezeit ließen sich die Gäste den leckeren Kuchen an der frischen Luft schmecken, lauschten der Musik und unterhielten sich.
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Verschiedene Brotsorten wurden zum Verkosten angeboten. Wer wollte, konnte sich am Glückrad versuchen und zahlreiche Kinder betätigten sich als Plätzchenbäcker in der Backstube.
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Schäferhunde allein im Wald

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Diese Schäferhunde liefen heute früh ganz allein im Wald herum. Während wir Pilze suchten, hielten sie sich in der Nähe des Trafohäuschens am Radweg zwischen Steckelsdorf und Göttlin auf. Sie waren sehr zutraulich und haben sicher einen unerlaubten Ausflug unternommen.

Kranzniederlegung

Am Sonntag um 10.30 Uhr wird mit einer Kranzniederlegung vor der ehemaligen Synagoge in der Wilhelm-Külz-Straße an die Opfer der Reichsprogromnacht erinnert. Die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Diana Golze, Bürgermeister Ronald Seeger und Vertreter anderer Fraktionen rufen die Rathenower auf zur Teilnahme an dieser Gedenkveranstaltung.

Ökumenischer Gedenkgottesdienst

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Am Sonntag um 17 Uhr findet in der Lutherkirche ein ökumenischer Gedenkgottesdienst anlässlich des 70. Jahrestages der Reichsprogromnacht statt. Dieser Gottesdienst wird von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam gestaltet. Gleichzeitig beginnt damit die diesjährige Friedensdekade. Am Montag um 18 Uhr folgt im Lutherhaus ein Friedensgebet mit einem Kurzvortrag „90 Jahre Ende des ersten Weltkrieges“. Im Premnitzer Gemeindehaus gibt es am Montag um 19 Uhr ein Friedensgebet. Anschließend liest Pfarrerin Katrin Brandt aus dem Buch „Die Mädchen von Zimmer 28“ von H. Brenner-Wonschick.

Jubiläum bei Bäcker Möhring

Auf eine hundertjährige Familientradition kann die Bäckerei Möhring in Rathenow-West zurückblicken. Aus diesem Anlass wird morgen in der Pfarrer-Fröhlich-Straße vor der Bäckerei ein Backstubenfest gefeiert. Von 11 bis 18 Uhr gibt es verschiedene leckere Backwaren, Jubiläums- und Brauereibrote aus dem Holzbackofen. Ein Quiz rund ums Backen und Glücksraddrehen stehen ebenfalls im Programm. Ab 14 Uhr können sich Kinder als Plätzchenbäcker betätigen.
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Bäckermeister Ingo Möhring gehört zu den besonders aktiven Mitmenschen. So ist er auf zahlreichen Veranstaltungen mit seinen Mitarbeitern anzutreffen. Eine der letzten war das Schuljubiläum in Rathenow-West, wo er für die Verpflegung der Festbesucher sorgte. Auch bei den Feierlichkeiten zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit in Hamburg waren er und seine Mitstreiter mit einem Stand vertreten. Vor zwei Jahren verwöhnte er mehrmals die Landesgartenschau-Besucher in der Schauküche mit seinen Köstlichkeiten. Dabei startete er auch den Versuch, mit einem riesigen Tortengemälde ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen.

Entflohener Straftäter wieder gefasst

Lange Zeit herrschte in der Gegend um Kotzen Besorgnis bei Spaziergängern und Radfahrern. Mehrfach waren Leute aus dem Hinterhalt angegriffen und mit Knüppeln und sogar einem Samurai-Schwert attackiert worden. Vor zwei Jahren gelang es, den Täter zu ergreifen. Er hatte in den Wäldern der Umgebung gehaust. Bei ihm wurde eine Schizophrenie festgestellt und eine Einweisung in eine geschlossene Anstalt in Brandenburg an der Havel veranlasst. Dort war der als gefährlich eingestufte Mann vor ein paar Tagen bei einem begleiteten Freigang geflohen. Dabei nutzte er die neblige Witterung aus. Er kletterte über einen Zaun und verschwand in einem angrenzenden Wald. Trotz intensiver sofortiger Suche konnte er zunächst nicht gefunden werden. Gestern gegen 20 Uhr wurde der Flüchtige auf einem Feld in der Nähe von Kriele festgenommen.

Sechsjähriger allein auf Reisen

Am Sonnabendnachmittag meldeten Eltern ihren sechsjährigen Sohn in Rathenow als vermisst. Es wurde eine große Suche eingeleitet. Auch ein Hubschrauber wurde angefordert. Kurz bevor dieser startete, bemerkten aufmerksame Bahnmitarbeiter ein alleinreisendes Kind in der Regionalbahn nach Brandenburg. Von dort konnten die Eltern ihren Sohn wieder abholen.