Die Druckschrift findet man noch relativ häufig in alten Büchern. Mit der Schreibschrift werden heute sicher nicht mehr viele etwas anfangen können. Die Schüler in Rathenow-West haben sich in dieser Woche mal mit Sütterlin versucht. Wer es nicht entziffern kann, dem sei hier geholfen:
Willst du deinen Lehrer lieben, musst du Fleiß und Ordnung üben,
willst du deinen Lehrer ehren, musst du folgen seinen Lehren.
Die Schüler haben hier der neuen Rechtschreibung folgend musst mit Doppel-s geschrieben. Das war damals natürlich nicht richtig.
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Ein Teil der Schüler, die vor 45 Jahren die Schule in Neue Schleuse nach der achten Klasse verlassen hatten, trafen sich heute anlässlich der Festwoche. Schade, dass nicht alle teilnehmen konnten. Für alle an dieser Stelle ein aktuelles Klassenfoto.
Andere Klassen nutzten nur die Möglichkeit der Schulbesichtigung und trafen sich dann an anderen Orten zum gemütlichen Beisammensein.
Übrigens wurde die Schule bis 1973 nur bis zur achten Klasse geführt. Mit dem Schuljahr 1973/74 blieben dann die Schüler der neunten Klasse dort und 1975 gab es erstmals Abschlussprüfungen der zehnten Klasse. Damit wurde sie dann Polytechnische Oberschule. Nach der Wende entstand daraus wieder eine Grundschule bis zur sechsten Klasse. Vor zwei Jahren wäre sie beinahe geschlossen worden. Nur dem gemeinsamen Kampf von Eltern, Lehrern und Schülern ist ihr Erhalt zu verdanken.
Nach zahlreichen Veranstaltungen geht jetzt die Festwoche an der Otto-Seeger-Grundschule Rathenow-West zu Ende. Heute kamen viele ehemalige Schüler und Lehrer auf dem Schulgelände zusammen. Sie brachten zum Teil schon die künftigen Schüler mit.
So hatten auch die letzten Interessenten die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung über die Schulentwicklung. Mit Interesse blätterten sie in alten Fotoalben, betrachteten Dias, nahmen auf den ungewohnt engen Schulbänken Platz und tauschten Erinnerungen aus.
Manch einer nahm selbst noch mal den Griffel in die Hand, um längst vergessene Schreibübungen auf der Schiefertafel zu wiederholen.
Alle Hände voll zu tun hatten Bäckermeister Ingo Möhring und seine Leute. Sie verteilten Kuchen, Schnitten, Sekt und Saft an die Festbesucher.


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