Am Sonntag unternahmen wir eine Tour zur Rigi (manch einem bekannt aus “Wilhelm Tell”). Wir sind schon öfter auf den Brocken im Harz gewandert. Deshalb wollten wir auch in den Alpen ein paar Kilometer laufen. Da muss man als Havel(Flach-)länder doch schnell erkennen, dass das kein Vergleich ist.
Die Steigung macht uns zu schaffen, dem Vieh eher nicht. Überall war das Läuten der Kuhglocken zu hören. Und wo kein Platz für Kühe war, gab es wenigstens noch ein paar Ziegen oder Schafe.
Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, für uns aber doch recht beschwerlich. Das junge Paar trug abwechselnd das Baby. Als es dann aber noch anfing zu regnen, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt mit der Zahnradbahn. Man hätte auf anderer Strecke auch mit einem Dampfzug fahren können.
Als wir glücklich oben angekommen waren, fing es sogar noch kurz an zu schneien.
So hatten wir von oben leider keine gute Sicht. Die besserte sich erst auf dem Rückweg.
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Die Stadt Zürich hat etwa 350.000 Einwohner und eine über 2.000-jährige Geschichte. Sie liegt am Zürichsee und ist von Bergen umgeben. Durch die Stadt fließt der Fluss Limmat. In einem Prospekt habe ich vor ein paar Tagen gelesen, dass hier Menschen aus 160 Nationen friedlich nebeneinander leben. Man sieht schon auf dem Hauptbahnhof, übrigens einem Kopfbahnhof, Menschen unterschiedlichster Herkunft (Asiaten, Afrikaner, Europäer anderer Länder) und unterschiedlichen Glaubens. An den Anblick von Muslimen hat man sich schon in Berlin gewöhnt. In Zürich trifft man auf eine große Zahl von Juden. Sie fallen einem auf, wenn an einem heißen Sommertag Herren in schwarzen Mänteln und mit Zylinder mit ihren Familien spazieren gehen. Die Stadt hat viele schöne alte Gebäude. Augenblicklich wird an der Kanalisation gebuddelt, man trifft auf viele Baustellen. Der Nahverkehr ist sehr gut ausgebaut und wird rege genutzt. Die Leute fahren mit der Tram (Straßenbahn) oder dem Trolley (Bus). Außerdem sieht man überall Velos (Fahrräder). Was uns ganz besonders aufgefallen ist, sind die vielen Kinder. Junge Paare mit drei oder vier Kindern sind hier keine Seltenheit. Und noch etwas ist uns ganz positiv ins Auge gestochen: Man sieht so gut wie keine Schmierereien. Die Stadt macht einen sehr sauberen Eindruck. Obwohl wir an der Limmat und auch am Zürichsee zahlreiche Leute mit einem Hund sahen, mussten wir nirgends befürchten, eine Tretmiene zu erwischen. In Abständen sind Mülleimer mit Beuteln aufgestellt und jeder Hundehalter entsorgt die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners. Rathenower Jugendliche sagten kürzlich bei einer Zeitungsumfrage, sie hielten sich für ordentlich. Dann sollten sie sich mal in Zürich umsehen! Dort liegt nirgends Verpackungsmüll umher oder werden leere Flaschen einfach weggeworfen. Bei uns nimmt die Zahl derer, die ihre leeren Gefäße einfach stehen lassen und weggehen, sich aber beim nächsten Mal über vermüllt vorgefundene Plätze aufregen, immer mehr zu.
Nun aber zu einigen Fotos:
An der Limmat, darunter der Zürichsee.
Im Stadtteil Witikon fließt in einer Senke der Elefantenbach. Die Hänge sind mit alten Buchen und Tannen bewachsen. Hier ist es auch an heißen Sommertagen angenehm kühl und schattig. Ob der Bach schon immer diesen Namen hatte oder ihn erst bekam, nachdem ein Steinmetz vor fast hundert Jahren den Elefanten dort reinstellte, weiß ich nicht.
Inzwischen arbeiten und leben nicht wenige Havelländer in der Schweiz oder in anderen europäischen Nachbarländern. Ich will hier ein paar von meinen Fotos aus der Schweiz zeigen und vielleicht noch einigen jungen Leuten Mut machen, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Ein Jahr oder auch mehrere in anderer Umgebung haben noch keinem geschadet. Seit Menschengedenken ziehen die Leute in die Ferne, wenn ihnen in der Nähe keine Perspektive mehr geboten wird. Leben in anderer Umgebung mit anderen Menschen zusammen fördert jeden, der offen ist für neue Herausforderungen. Man erweitert seinen Horizont und sieht vieles aus anderem Blickwinkel. Viele werden feststellen, dass in anderen Orten die Menschen viel aufgeschlossener und freier von Vorurteilen auf Fremde zugehen. Unsere Jugendlichen haben Berührungsängste und versuchen diese hinter Drohgebärden und “coolen” Sprüchen zu verbergen. Deshalb mein Vorschlag für alle, die hier keine Zukunftsaussichten haben: Wenn sich euch die Gelegenheit bietet, guckt euch in der Welt um. Damit meine ich nicht, irgendwo am Strand in der Sonne herumzuhängen und zu saufen bis zur Bewusstlosigkeit. Seht euch Land und Leute an! Irgendwo werdet auch ihr gebraucht. Entwickelt euch weiter und versucht euer Leben selbst in die Hand zu nehmen. Von allein ändert sich hier nichts.


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