Rathenow-Blog: Das Weblog von Rathenowern für Rathenower

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Do
3
Apr '08

Vom Nutzen eines Baumes

Ein Baum nimmt wie jede Pflanze Kohlendioxid aus der Luft auf und gibt durch die Photosynthese Sauerstoff dafür ab. Bäume binden den Staub aus der Umgebung, spenden im Sommer wohltuenden Schatten (auch denen mit Klimaanlage), bieten Unterkunft und Nahrung für viele Lebewesen, regulieren den Wasserhaushalt in ihrem Umkreis. Aber sie stellen durch ihr bloßes Vorhandensein auch eine Gefahr für allzu schnelle Verkehrsteilnehmer dar. Aus ihrem Holz lässt sich wunderschönes Papier für sinnlose, völlig überflüssige Werbung produzieren oder kleingeschreddert, zusammengeleimt und überklebt Material für Wegwerfmöbel herstellen. Und beides bringt Geld ein. Das ist es ja, was nur noch zählt – kurzfristig so viel wie möglich verdienen. Nach uns die Sintflut. Was zählt da schon ein Baum! Wir regen uns auf, wenn Regenwälder abgeholzt werden, aber dass bei uns in gleichem Maße Kahlschlag angesagt ist, ignorieren wir.

Kahlschlag wird fortgeführt

Es wird ständig über Klimawandel lamentiert. An den Veränderungen sind wir selbst Schuld. Nicht nur, dass immer mehr Fahrzeuge unterwegs sind. Sie brauchen auch Platz zum Fahren – also werden Straßen verbreitert. Die Fahrer, die viele Stunden hinter dem Lenkrad sitzen, müssen vorgeschriebene Pausen einhalten – also werden neue Parkplätze angelegt. Für beide Maßnahmen werden oft viele Bäume gefällt. Das ist deutlich zu sehen, wenn man auf der A11 fährt. Aber auch Rathenow beteiligt sich sehr aktiv an Baumfällaktionen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit kann ich da nur die Abholzungen dieses Winters in der Berliner Straße, in der Puschkinstraße und in der Seegersallee nennen. Die Seegersallee sollte in Seegers Kahlschlag umbenannt werden, denn von den schönen Rotdornbäumen ist kein einziger mehr übrig geblieben. Früher kostete das Abholzen wenigstens noch Schweiß und Mühe. Heute hört man ein kurzes Motorengeheul und ein Baum, der viele Jahre zum Wachsen brauchte, ist gefällt. Man sieht es ein, dass manche Bäume krank oder altersschwach sind. Aber dann sollte er durch Neupflanzung ersetzt werden. Früher führten komplette Apfelalleen nach Steckelsdorf oder Göttlin. Heute kann man die paar verbliebenen Bäume an einer Hand abzählen.