Gestern – es war Sonntag und herrliches Wetter – rief die Natur nach mir und so machte ich mich auf den Weg zum Wolzensee. Ich wollte mir das neu gebaute Blockhaus anschauen und dann entspannt spazierengehen und das schöne Wetter genießen.
So weit, so gut. Am Wolzensee angekommen vernahm ich ein nicht zu überhörendes “Bumm-Bumm-Bumm”. Es klang nach überlauter Musik – insofern man das noch so nennen kann – aus dem Auto eines jugendlichen Fahrers. Es ging soweit, dass dieses “Gehämmere” wirklich an jedem Fleck des Wolzensee-Geländes zu hören war. Selbst ganz vorn am Vogelgesang.
Auf meiner weiteren Spaziertour entdeckte ich die Lärmquelle. Es handelte sich tatsächlich um Musik (ich sträube mich, das so zu nennen) aus einem Auto. Dieses war am Ufer des Sees geparkt – wohlgemerkt in einer Zone des absoluten Verkehrsverbots – und Türen sowie Kofferraum standen offen, damit auch wirklich jeder in den “Genuss” der Rummelbeschallung kommen konnte. Ein paar Meter weiter auf einer Bank und drumherum saßen seelenruhig 5 Jugendliche und scherten sich einen Dreck feuchten Kehricht um die langen Gesichter der Spaziergänger. Jene gingen sichtlich pikiert vorbei, jedoch keiner sagte etwas oder handelte irgendwie. Ich auch nicht. Warum auch? Blöde Antworten kann ich mir selber geben und eventuell tätlich angegriffen zu werden, geht mir auch zu weit.
Also blieb alles so, wie’s war…
Mal ehrlich, ich habe mich am meisten über mich selber geärgert. Darüber, dass ich nicht den Mumm hatte, die 5 Pappnasen Jugendlichen anzusprechen und die Konfrontation eingegangen bin. Aber mein Hauptproblem liegt wohl darin, dass ich es einfach nicht verstehen kann, wie man so asozial rücksichtslos sein kann, den Menschen auf einem riesengroßen Gelände so dermaßen den Nachmittag zu versauen und einfach keinen Sinn für das Schöne und Beschauliche haben kann.
Prost Mahlzeit.

