Archiv für den Monat: Februar 2008

Wozu?

Ich frage mich nach dem Sinn einer solchen Geschwindigkeitsanzeige, wie ich sie heute vor der Fußgängerampel in der Genthiner Straße in Rathenow gesehen habe.
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Kraftfahrzeuge sollten über einen funktionstüchtigen Tacho verfügen, brauchen also keine mobile Tempoanzeige und ob ich als Radfahrer mit 18 oder 23 Kilometer pro Stunde daran vorbeifahre, ist wohl völlig unwichtig. An fast jedem Laternenmast hängt in Rathenow ein Plakat für eine anstehende Disco, für Marktschreiertage, für Sonderrabatte oder für einen Trödelmarkt. So viele Informationen kann im Vorbeifahren niemand erfassen, geschweige denn verarbeiten. Also stuft man es als unwichtig ein und dann kann es passieren, dass eine wirklich wichtige Information, nämlich ein Verkehrszeichen, übersehen wird.
Hier an dieser Stelle ist eine intakte Fußgängerampel, die bei Bedarf gedrückt werden kann. Da ist eine Geschwindigkeitsanzeige total überflüssig.

Bald bezugsfertig

Noch wird fleißig gebaut an der Seniorenresidenz in der Rhinower Straße in Rathenow. Demnächst sollen die Wohnungen für ältere oder betreuungsbedürftige Personen bezugsfertig sein.
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Hier haben die zukünftigen Bewohner die Garantie, dass im Bedarfsfall Hilfe geleistet werden kann. Außerdem bietet diese Anlage einen Blick auf die Stremmewiesen und viel Grün.

Jugend mischt mit Teil 2

Auch im Milower Land wurde ein Kinder- und Jugendparlament gegründet. In einzelnen Gemeinden kam es immer wieder zu Klubschließungen wegen unterschiedlicher Auffassungen von Gemeindevertretern und Jugendlichen. Als Begründung für Schließungen wurden dann stets Disziplinverstöße und Randale genannt. Fakt ist aber auch hier, dass keine kontinuierliche Arbeit geleistet werden konnte. Die Jugendklubs wurden durch ständig wechselnde, nicht entsprechend qualifizierte Betreuer auf Ein-Euro-Basis „beaufsichtigt“.

Jugend mischt mit Teil1

Das Rathenower Kinder- und Jugendparlament ist schon seit mehreren Jahren sehr aktiv. Auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung sorgten die jungen Leute für eine angeregte Diskussion. Sie hatten von den Abgeordneten gefordert, die Stelle eines Jugendkoordinators einzurichten, der sich für die Belange der Jugendlichen einsetzt, die nicht in Sportvereinen oder der Musikschule zu finden sind. Ihr Argument war, dann lieber auf die Umsetzung des Brachymedialfernrohrs in den Optikpark zu verzichten.
Wenn man nachmittags versucht, ins City-Center zu gelangen, weiß man, dass diese Forderung durchaus berechtigt ist. Eine Meute von Kindern und Jugendlichen blockiert die Eingänge, lärmt und verschmutzt die Umgebung. Diesen jungen Leuten muss eine sinnvolle Alternative geboten werden.

Es gesah am hellichten Tag

Freitagmittag wurde in Rathenow eine 18-Jährige ermordet. Eine Nachbarin in der Berliner Straße hörte Schreie und alarmierte die Polizei. Blutspuren führten vom Treppenhaus in die Kellerwohnung der jungen Frau. Sie wurde im Flur tot aufgefunden. Zu den näheren Umständen und zum Täter wird nun ermittelt.

Sonnenuhr

An dem Wohnhaus neben den Haveltorkinos befindet sich seit vielen Jahren eine Sonnenuhr. Allerdings wurde sie vor einiger Zeit frisch gestrichen und dient nun als Werbeträger für die Wohnungsbaugenossenschaft.
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Entdeckungen in Rathenow

Einen erfreulichen Anblick bietet diese Informationstafel in der Steinstraße. Sie steht vor dem Parkplatz etwa an der Stelle, wo vor der Erneuerung der Brücke der Zeitungskiosk zu finden war.
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Das Foto hatte ich allerdings schon im vergangenen Sommer gemacht.

Freisprechung von Handwerksgesellen

Am Donnerstag bekamen 19 frischgebackene Handwerksgesellen in Rathenow ihre Urkunden überreicht. Sie hatten damit ihre dreijährige Ausbildung erfolgreich beendet. Insgesamt hatten sich 26 junge Leute in den Berufen Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Metallbauer und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zur Prüfung angemeldet. Sieben von ihnen bestanden diese jedoch nicht. Auch für die restlichen neunzehn hatten Obermeister Klaus Dingler von der Kfz-Innung und Kreishandwerksmeister Olaf Lienig mahnende Worte parat. Mit einem Notendurchschnitt von 3,5 kann man kaum zufrieden sein. Einige konnten von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen werden.

Drei tote Babys seit Jahresbeginn

Seit Jahresbeginn sind im Land Brandenburg bereits drei tote Säuglinge entdeckt worden. Den Anfang machte ein bereits am 14. Dezember in Nauen geborenes Baby, welches vor ein paar Wochen im Keller eines unbewohnten Hauses gefunden wurde. Vorgestern wurde in Frankfurt an der Oder ein totes Kind in einer Wohnung entdeckt und gestern eins in Lübben. Angesichts dieser Tatsachen fordert der CDU-Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski die Einrichtung von Babyklappen in den Krankenhäusern Rathenow und Nauen der Havellandkliniken. Es gibt nur eine Babyklappe im Sankt-Josephs-Krankenhaus in Potsdam und das Haus Sonnenblume bei Bernau. Beide Einrichtungen haben schon mehreren Neugeborenen das Leben gerettet.

Ein Sonntagsspaziergang

Gestern – es war Sonntag und herrliches Wetter – rief die Natur nach mir und so machte ich mich auf den Weg zum Wolzensee. Ich wollte mir das neu gebaute Blockhaus anschauen und dann entspannt spazierengehen und das schöne Wetter genießen.

So weit, so gut. Am Wolzensee angekommen vernahm ich ein nicht zu überhörendes „Bumm-Bumm-Bumm“. Es klang nach überlauter Musik – insofern man das noch so nennen kann – aus dem Auto eines jugendlichen Fahrers. Es ging soweit, dass dieses „Gehämmere“ wirklich an jedem Fleck des Wolzensee-Geländes zu hören war. Selbst ganz vorn am Vogelgesang.

Auf meiner weiteren Spaziertour entdeckte ich die Lärmquelle. Es handelte sich tatsächlich um Musik (ich sträube mich, das so zu nennen) aus einem Auto. Dieses war am Ufer des Sees geparkt – wohlgemerkt in einer Zone des absoluten Verkehrsverbots – und Türen sowie Kofferraum standen offen, damit auch wirklich jeder in den „Genuss“ der Rummelbeschallung kommen konnte. Ein paar Meter weiter auf einer Bank und drumherum saßen seelenruhig 5 Jugendliche und scherten sich einen Dreck feuchten Kehricht um die langen Gesichter der Spaziergänger. Jene gingen sichtlich pikiert vorbei, jedoch keiner sagte etwas oder handelte irgendwie. Ich auch nicht. Warum auch? Blöde Antworten kann ich mir selber geben und eventuell tätlich angegriffen zu werden, geht mir auch zu weit.

Also blieb alles so, wie’s war…

Mal ehrlich, ich habe mich am meisten über mich selber geärgert. Darüber, dass ich nicht den Mumm hatte, die 5 Pappnasen Jugendlichen anzusprechen und die Konfrontation eingegangen bin. Aber mein Hauptproblem liegt wohl darin, dass ich es einfach nicht verstehen kann, wie man so asozial rücksichtslos sein kann, den Menschen auf einem riesengroßen Gelände so dermaßen den Nachmittag zu versauen und einfach keinen Sinn für das Schöne und Beschauliche haben kann.

Prost Mahlzeit.

Frühling im Februar

Die Frühblüher kann man direkt sprießen sehen: Schneeglöckchen, Märzenbecher, Winterlinge und Krokusse strahlten heute mit der Sonne um die Wette. Temperaturen um neun Grad sorgen für eine spürbare Verbesserung der Stimmung, die in den zurückliegenden trüben Tagen doch etwas gelitten hatte. Kurz vor Sonnenuntergang war über Steckelsdorf noch ein toller Regenbogen zu bewundern.
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Oberschule will sich um den Namen J.H.A. Duncker bewerben

Die Rathenower Oberschule, die nach dem Auslaufen der Realschule Altstadt und der Gesamtschule „Am Weinberg“ gebildet wurde und seit Schuljahresbeginn im Gebäude des ehemaligen Dunckergymnasiums zu finden ist, will sich um den Namen J.H.A. Duncker bewerben. Zunächst hatte es einige Befürworter gegeben, die eine Umbenennung des Jahngymnasiums gewünscht hatten. Beide Gymnasien haben ja mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 am Standort Jahnstraße fusioniert. Die Umbenennungswünsche haben aber keine Mehrheit in der Schule und auch nicht in der Stadtverwaltung gefunden. Deshalb ist nun der Name des Begründers der optischen Industrie für die Oberschule frei.
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Einbrecher gefasst

Kürzlich ermittelte die Polizei zwei Männer, auf deren Konto eine Vielzahl von Einbrüchen und Diebstählen der letzten Monate gehen sollen. Kleine Geschäfte, soziale Einrichtungen, Gartenlauben, Spielautomaten, Autohäuser und Bildungseinrichtungen waren die bevorzugten Objekte des Duos. Die ermittelten Männer im Alter von 18 und 42 Jahren waren in Rathenow und Premnitz, aber auch im Jerichower Land und sogar in Cottbus auf Beutezug. Ein spektakulärer Einbruch ereignete sich in der Nacht vom 13. zum 14. Dezember, als die Diebe mit einem gestohlenen Kleinlaster in Premnitz den Eingangsbereich eines Lottogeschäfts zerstörten. Allein der Schaden am Gebäude wurde mit 20.000 Euro angegeben. Die beiden Einbrecher wurden dem Haftrichter vorgeführt. Es erging Haftbefehl. Beide waren ohne festen Wohnsitz, der Ältere bereits mehrfach vorbestraft.

Einstellung auf demografischen Wandel

Rathenow stellt sich auf den demografischen Wandel ein. So werden mehr Plätze für betreutes Wohnen geschaffen. In der Forststraße gibt es seit mehreren Jahren Unterkünfte für Menschen mit Betreuungsbedarf. Kürzlich wurde in der Berliner Straße ein neu errichtetes Haus an die Bewohner übergeben.
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Auf dem Hof dieses Grundstückes wird weiter gebaut. Auch in der Rhinower Straße entsteht eine Seniorenresidenz. Zu DDR-Zeiten befand sich dort eine Einrichtung für Lehrlinge. Diese wurde gleich nach der Wende in ein Hotel umgebaut, das sich aber nicht halten konnte. Seit vielen Jahren stand der Gebäudekomplex leer. Nun wird er umgebaut und den Bedürfnissen alter Menschen angepasst.

Umzug im Sommer

Das Gebäude an der Bammer Landstraße, in dem sich zur Zeit noch die Berufliche Schule für Sozialwesen der AWO befindet, wird im Sommer Domizil der Volkshochschule und der Kunst- und Musikschule des Kreises werden. Beide Einrichtungen sind augenblicklich auf mehrere Standorte verteilt und sollen dann unter einem Dach vereinigt werden. In beiden Bildungsstätten soll es nach dem Umzug erweiterte Angebote geben. Die Schule der AWO zieht, wie bereits berichtet, nach Premnitz in die ehemalige Geschwister-Scholl-Schule.

Jugendamtsleiter zieht nach Leipzig

Der Rathenower Jugendamtsleiter Reinhard Glatzel übernimmt zum 1.April in Leipzig neue Aufgaben und kehrt somit Rathenow den Rücken. Nach meinem Kenntnisstand hat er es ziemlich genau vier Jahre auf diesem Posten ausgehalten. Damit war er dann schon ein Langzeit-Amtsleiter, denn Rathenow hat in zwölf Jahren vier offizielle und mehrere kommissarische Jugendamtsleiter vorzuweisen. Nun wird es wieder heißen: Neu strukturieren, neue Maßstäbe ansetzen, neue Sparpotenziale aufspüen. Aber auch jeder Neue kann sich drehen und wenden, wie er will, es gibt nichts mehr zu sparen. Und wenn uns nicht eines Tages die Ergebnisse jahrelanger Sparpolitik mit einem Ruck vor die Füße fallen sollen, muss endlich in die Jugendarbeit investiert werden. Das bedeutet vor allem, dass eine kontinuierliche Betreuung in jeder Schule gewährleistet wird. Wirkungsvolle Schulsozialarbeit ist nicht durch ständig wechselnde Ein-Euro-Jobber zu bewältigen. Aber auch alle anderen Bereiche der Jugendarbeit sind nicht für Sparzwecke geeignet. Das West-Havelland verliert zwar ständig Einwohner, aber zurück bleiben ja gerade die mit dem größten Betreuungsbedarf.

Demo in Nauen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) plant am Mittwoch, den 06.02.08 eine Demonstration auf dem Rathausplatz in Nauen. Ver.di rief alle Beschäftigten der kommunalen Krankenhäuser zu einer zentralen Kundegebung auf. Das Motto der Demo: „Uns reicht`s – Genug gespart!“ Die Beschäftigten der kommunalen Krankenhäusern haben in den letzten Jahren auf Einkommenssteigerungen verzichtet und gleichzeitig ist massiv Personal abgebaut worden. Im Rathenower Krankenhaus kam es auch zu Einsparungen beim Pflegepersonal. Die Geschäftsführung der Havellandklinken Nauen und Rathenow planen Schichtzuschläge zu kürzen und ein neuen Entgeldsystem einzuführen- was ungelernte Pflegehelfer mit qualifiziertem Personal auf eine gleiche Ebene stellen soll.

„Wir sind auf einem guten Weg“- Rathenow vor dem Ausverkauf.

Das Markenzeichen dieser Stadt- Alles zum halben Preis! 30, 60 oder 90% Rabatt auf alles. Menschen und Geschäfte kämpfen ums überleben. Die Straßen sind leer und dreckig. Kothaufen, Papier und Müll und dazwischen taumeln ein paar Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Geschäfte stehen leer. Wer kann sie noch mieten -ausser vielleicht Volksbanken, Sparkassen oder Herr Kaiser von nebenan? An einigen Häusern steht bereits: „Zu verkaufen“. Körgraben, City-Center, Musikbrauerei. Insolvenz, Zwangsversteigerung, Hartz IV…. was kommt als nächstes? Armenhäuser, Suppenküchen? Warum tun Politiker so als sei alles in Ordnung und es geht bergauf? Havellands CDU lud lt.Pressebericht zum Neujahrsempfang und verkündete prompt: „Wir sind auf einem guten Weg“.  Was können sie damit nur gemeint haben? Stadtumbau, BUGA 2015, Autobahnanbindung oder etwa die Sanierung der KWR? 70 Millionen Euro Schulden hatte das 100%ige Tochterunternehmen der Stadt Rathenow im Laufe der Jahre angehäuft und sie war nicht mehr in der Lage, die Kredite zu bedienen. Zum Vergleich: Der Jahresetat der Stadt selbst umfasst rund 30 Millionen Euro. Wer trägt die Schuld? Wer zieht die Konsequenzen? Keiner? Über Jahrzehnte hinweg wird diese Schuld den Stadthaushalt belasten und es dann auf die Bürger dieser Stadt abtragen! Dann ist wohl eher gemeint: „Wir sind auf einem guten Weg dies zu tun”.