Archiv für den Tag: 28.01.2008

Noch eine Holzwerkstatt

Eine Drechselei mit einem breiten Spektrum an Produkten betrieb damals der inzwischen verstorbene Hans-Friedrich Promny. In seiner Werkstatt entstanden neben Kleinmöbeln wie Couchtischen, Wandregalen, Flurgarderoben, Blumenhockern und -säulen auch Kerzenständer in allen Größen, runde Bilderrahmen, Türschilder, Hausnummerntafeln, Obstschalen und Etageren, Frühstücksbretter mit und ohne Namen und verschiedene andere Dinge. Zeitweilig fanden hier fünf Menschen Arbeit. Nach der Wende ging auch die Nachfrage nach den einst so begehrten Dingen zurück. Tochter Rebekka arbeitet heute noch in der Werkstatt, hat sich aber inzwischen auf die Restauration alter Möbel spezialisiert.
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Holzschnitzerei-Drechslerei

Einer der wenigen “Holzwürmer”, die heute noch produzieren, ist Bernd Hansen. Angefangen hat er wohl Ende der 70-er Jahre in einer kleinen Werkstatt in der Jederitzer Straße. Dort, an der Ecke zur Baderstraße, wo heute eine freie Fläche ist, stand ein baufälliges Haus. Darin war eine Zweigstelle der Sparkasse untergebracht. Und daneben hatte Herr Hansen seine Werkstatt, in der er Nussknacker und Räuchermännchen herstellte. Als das Gebäude abgerissen wurde, zog Familie Hansen nach Mögelin. Seit etlichen Jahren wohnen sie nun schon in Rathenow-West. Von Anfang an wurde er von seiner Frau Edith unterstützt. Sie bemalt noch heute die Figuren oder klebt Einzelteile oder Perücken an. Neben Nussknackern und Räuchermännchen gehören auch Osterhasen, Spielzeug und Strickliesel zu ihrem Angebot.
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Kunsthandwerk im Havelland

Private Handwerksbetriebe gab es zu DDR-Zeiten nur noch sehr wenige. Allerdings entstanden mit dem Ende der 70-er und Beginn der 80-er Jahre oft aus verschiedenen Volkskunstgruppen dann einzelne Kunsthandwerksbetriebe. Die Produkte waren heiß begehrt, weil es sich um solide Handarbeiten handelte. Andererseits hatten die Leute mehr Geld in der Tasche, um sich auch solche Sachen kaufen zu können. Außerdem durfte man Kunsthandwerksartikel in den “Westen” schicken. Das war für viele die einzige Möglichkeit, sich bei den Verwandten für Weihnachtspakete zu revanchieren. Ob sie bei den Empfängern tatsächlich willkommen waren, bleibt fragwürdig, denn sie konnten ja diese Artikel jederzeit made in china selbst sehr billig erwerben. Die Empfänger ahnten sicher nicht, dass die Spender für diese Waren sehr tief ins Portmonee greifen mussten und dafür oft stundenlanges Schlangestehen in Kauf nahmen. Bei den meisten Kunsthandwerkern war es so, dass sie einmal wöchentlich, manche auch monatlich, ihre Waren zum Kauf anboten. Dann fanden sich natürlich viele Kaufinteressierte ein. So gab es etwa zur Wende in Rathenow zwei Korbmacher, mehrere Keramiker/innen, mehrere Drechsler bzw. Holzschnitzer, einen Glasbläser und verschiedene andere Kunsthandwerker. Einige davon existieren heute noch, andere konnten sich nicht behaupten, da sie gegen die Produkte aus Fernost nicht ankamen. Außerdem waren ja durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die hohe Arbeitslosigkeit die Leute kaum noch in der Lage, solche Artikel zu kaufen.

Rathenower Keramiker

Einige der vor zwanzig Jahren recht zahlreichen Keramiker produzieren heute noch ihre Kunsthandwerksartikel. So waren sie auch im Zellenspeicher während der Laga vertreten.
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Zwei von ihnen sind in der virtuellen Galerie unter dem Punkt Tourismus und Kultur auf der Internetseite der Stadt Rathenow zu finden.

Rathenower Glasbläser

Glasbläserei verbindet man gedanklich wohl mit Thüringen. Allerdings gibt es seit vielen Jahren einen Glasbläser in Rathenow, Torsten Krüger. Bei verschiedenen Aktionen wie Stadtfest, Laga oder ähnlichen Veranstaltungen kann man seine Produkte kaufen.
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Eine Vase und ein Kerzenhalter aus den Anfangsjahren seiner Tätigkeit.