Rathenow-Blog: Das Weblog von Rathenowern für Rathenower

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Di
12
Dez '06

Vorfreude, schönste Freude

In vielen Familien werden die Weihnachtsvorbereitungen bald ganz wegfallen, wenn die Eltern nur noch auf Arbeit sind. Für viele ist es eben kein Glück mehr, Arbeit zu haben. Entweder haben sie lange Anfahrtswege oder so besch… Arbeitszeiten, dass sie die Familie kaum noch zu sehen bekommen.Im Endeffekt haben sie nicht mehr im Geldbeutel als HartzIV-Empfänger. Da kann doch von Sozialstaat keine Rede mehr sein. Einige wissen inzwischen wenigstens noch den Nachwuchs in guter Obhut.

Kaufland bis 22:00 Uhr geöffnet

Der Lebensmitteleinzelhandel dreht langsam aber sicher durch. In einem Städtchen wie Rathenow, was neben Strukturschwäche besonders aufgrund seiner hohen Arbeitslosigkeit auffällt müssen, die Supermärkte nun mittlerweile also 14 Stunden/6 Tage die Woche geöffnet haben. Wo nimmt der Durchschnitts-Rathenower die Kaufkraft her, der es benötigt um zu später Stunde konsumierend durch Einkaufstempel zu schwadronieren?
Das ist die erste Frage? Die zweite, viel wichtigere, wie ich finde, ist, wer veräußert dem kaufwütigen Pack um kurz vor zehn seine Ware? Sind da gar besorgte Eltern unter dem Personal, die vor lauter Arbeit nicht wissen, wer ihr Kind ins Bett bringen soll?
Ist nicht ein gemütliches Abendbrot im Kreise der Familie ein Eckpfeiler der Kommunikation innerhalb der Sippe?
Wenn Mutti/Vati allerdings erst kurz nach zehn (eher kurz vor elf) aus der Leibeigenschaft nachhause kommen, können sich die Kleinen wohl nur schwer am Tisch halten.
Die Schandmäuler des Kapitals werden jetz rufen: “Ja dafür hat der Arbeiter der Spätschicht ja auch den ganzen Vormittag frei.”
Richtig, dann sind die Kinder allerdings in der Kita oder in der Schule.
Schöne neue Welt.