Wie schön war doch Schule vor hundert Jahren

Gerade haben die Schule in Rathenow-West ihr 100-jähriges und die Bruno-H-Bürgel-Schule ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Als dies Bildungseinrichtungen geschaffen wurden, waren Klassenstärken von vierzig und mehr Schülern oder mehrere Jahrgänge gleichzeitig in einem Raum die Normalität. Heute sollte es theoretisch anders aussehen. In der Praxis ist es leider nicht immer der Fall. Schulen haben keine Reservestunden. Fallen Lehrer aus, rennt oftmals ein Lehrer zwischen zwei Klassen hin und her oder die Schüler bekommen „Stillarbeiten“ auf. Wie das aussieht, wenn keine Aufsicht da ist, kann man sich vielleicht denken. Nach dem Pisa-Schock ging das große Lamentieren los. Inzwischen wurden andere Vergleiche angestellt und Statistiken etwas bereingt, damit man besser dasteht. Gerade vorgestern äußerte sich unser Brandenburger Bildungsminister Rupprecht höchst zufrieden mit sich und seiner Arbeit vor der Kamera in den Regionalnachrichten. Ich würde ihm wünschen, an einem ganz normalen Wochentag in der nassen Herbst- und Erkältungszeit mal wieder ein bisschen Schulluft schnuppern zu müssen.