Das waren noch Zeiten, 2. Teil

Wie eben schon erwähnt, hatten damals die wenigsten Leute die Chance, an ein neues Auto zu kommen. Man musste sich schon in Geduld üben. In Rathenow war es so, dass einmal monatlich überhaupt die Möglichkeit bestand, sich dafür anzumelden. Wenn mich nicht alles täuscht, war es immer der letzte Montag im Monat, wo man in den Klub der Volkssolidarität in der Dimitroffstraße gehen und sich registrieren lassen konnte. Meine Anmeldung lief jedenfalls von Januar 1974 bis zur Wende. Ein eigenes Auto habe ich aber nie bekommen. Andere Leute waren da gewiefter. Da sich jeder nur einmal anmelden konnte, wurden von einigen auch Oma und Opa hingeschleppt. War die Wartezeit abgelaufen und das Auto abholbereit in Brandenburg, mussten sie natürlich auch dort mit hingenommen werden. So kam es, dass manche eben tatsächlich alle sechs bis sieben Jahre ein neues Auto hatten. Und das alte Fahrzeug wurde zum Preis des Neuwagens weiterverkauft. Auch damals bestimmten Angebot und Nachfrage den Preis. Dieser durfte natürlich nicht im Kaufvertrag erscheinen.

4 Gedanken zu „Das waren noch Zeiten, 2. Teil

  1. George F

    Liebe Helga, Ihre Post über den Klub der Volkssolidarität (KdVS)eroberte meine Aufmerksamkeit.

    Ich bin ehemals ein amerikanischer Soldat, der in Berlin von 1980 bis 1982 stationiert wird. Ich wurde auch in Ramstein von 1995 bis 2001 stationiert, und häufig besuchtes Deutschland als Flugmannschaft (C-141 und C-17) von 1982 bis 2003; dies erlaubte mich periodische Besuche nach Berlin durch die 80er und 90er Jahre.

    Ein besonderer Orientierungspunkt, der einen dauerhaften Eindruck mit mir machte, während der Teilung von Berlin, war der KdVS, am Eberswalder Straße 1 (a.b.w. Dimitroffstraße). Dies könnte ich von der Beobachtung-Einstellung auf der West Seite der Mauer sehen, am Ende der Bernauer Straße; nur 100 Meter weg, aber dann, besonders bei dieser Zeit, eine ganze Welt weg.

    Während meiner militärischen Jahre (die in 2003 endeten, als ich meine zweite Karriere began), war ich nicht rief genug nicht, um etwas wie der KdVS zu schätzen. Aber Alter bringt Reife; mit meiner Eltern in meiner spät 60er Jahre, und mehr besonders, in 2008, als meine Frau (eine Hamburgerin) ihren Kampf mit Krebs verlor, es ist nicht schwierig, irgendeine Institution zu schätzen, die für jene sorgt, die Hilfe brauchen, und in den meisten Fällen, die dem Rest von uns viel ihrer Leben deshalb schon gegeben haben.

    Solche Programme existieren hier, aber nicht so gut entwickelt als der KdVS. Ich bin ewig dankbar, daß wir fähig waren, ein gutes Hospiz zu finden. Nach den 60 Jahren meiner Frau (sie war ein bißchen älter als ich), sie verdiente, uns und diese Welt von ihrer eigenen Wohnung, und ihrem eigenen Bett– nicht von einem Krankenhaus-Bett. Dies ist genau das, was wir fähig waren, sie zu geben.

    Ich finde es interessant, vielleicht ein bißchen enttäuscht, dieses sogar nach 20 Jahren deutscher Einheit existiert KdVS noch nur in der ehemaligen DDR, wo es in der 40er Jahre gegründet war. Vielleicht ist dieses eine demütige Gedächtnisstütze zu vielen zu vom Westen, die ansonsten gern glauben, daß die ehemalige DDR nicht so schlecht war. Zusammen mit der Ampelmännchen, naturlich. 😉

    Sogar nach halb meine Lebensdauer, Erinnerungen von dieser Ecke von Eberswalder Straße und Schwedter Straße, setzen fort, mich zu faszinieren. Ein thailändisches Restaurant nimmt jetzt diesen Raum ein, wo der KdVS war.

    Was würde mich wirklich froh machen, sind irgendeine Informationen von diesem KdVS-Geschäftsstelle Klub, den Sie vielleicht haben, und daß Sie fähig zu teilen sind. Jahrgang-Fotos, beide innen- und außerhalb der Geschäftsstelle während dieser Zeit, würde auch geschätzt werden, und natürlich wäre ich froh, um für irgendwelche Aufwendungen zu bezahlen.

    Vielen Dank im Voraus, und wärmste Grüße Ihnen aus Long Beach!

    MfG,

    George F

  2. Helga Artikelautor

    Hallo George, danke für Ihr Interesse an unserem Rathenow-Blog. Wie Sie sehen, schreibe ich fast nur über Rathenow und die nähere Umgebung. Wir liegen etwa 70 km westlich von Berlin an der Bahnlinie Berlin-Hannover. Mit Berlin habe ich kaum etwas zu tun. Hier bei uns in Rathenow gibt es aber neben der Volkssolidarität noch die Diakonie, die Arbeiterwohlfahrt(AWO), den Arbeitersamariterbund(ASB) und das Christliche Jugenddorfwerk(CJD) als Wohlfahrtsverbände. Ich hoffe, dass ich niemanden vergessen habe. Liebe Grüße Helga

  3. George F

    Entschuldigen Sie mich bitte! Ich dachte, Sie schrieben über den ehemaligen KdVS an der Eberswalderstrasse, der ehemals auch Dimitroffstrasse war. Einige Zufälle hier!

    Mfg,
    George F

  4. Helga Artikelautor

    Hallo George, den Namen Dimitroff haben in der ehemaligen DDR viele Straßen, Schulen oder Einrichtungen getragen. Ich glaube, sie wurden nach einem bulgarischen Widerstandskämpfer Georgi Dimitroff benannt. Viele Grüße Helga

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