Rettung in Sicht?

Nach dem Brand am 5. April machte das ehemalige Offizierskasino in der Berliner Straße einen erbarmungswürdigen Eindruck.
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Inzwischen ist viel Regenwasser durch das kaputte Dach in das denkmalgeschützte Gebäude eingedrungen. Viele Rathenower werden genau wie ich dieses Haus nie von innen gesehen haben. Nach dem Krieg war das Gelände entlang der Bahnhofstraße von einer hohen Betonmauer umgeben. Das Offizierskasino, die Kasernen der Zietenhusaren und andere Gebäude wurden von der Sowjetarmee genutzt. Nach der Öffnung der Bahnhofstraße wurden einige Häuser restauriert und dienen seitdem als Wohnungen oder Büros. Das ehemalige Kasino stand leer und wurde offensichtlich durch Unbefugte als heimlicher Aufenthaltsort genutzt. Vor ein paar Tagen begannen Sicherungsarbeiten, die eine noch stärkere Schädigung verhindern sollen. Zumindest soll das Dach soweit instand gesetzt werden, dass nicht noch mehr Regenwasser eindringen kann.
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Es wurde mal in Erwägung gezogen, dieses Haus zu restaurieren und als Rathaus zu nutzen. Bisher kam es aber wohl noch zu keiner Einigung mit dem derzeitigen Besitzer.

7 Gedanken zu „Rettung in Sicht?

  1. p.knapp

    Wirklich zu schade um dieses schöne Haus! Neben der Nutzung als Rathaus ist es (im Innenstadt FORUM Rathenow 2020 🙂 auch als möglicher Standort für ein Heimatmuseum mit integrierter Vereinsnutzung im Gespräch!

  2. Helga Artikelautor

    Was sicher eine sehr gute Lösung wäre. Das mickrige Hinterhaus, das jetzt als Heimatmuseum gedacht ist, ist weder repräsentativ, noch ist es leicht zu finden und wird auf längere Sicht auch kaum genug Platz bieten.

  3. Xaverl

    Feuer — und dann monatelang Regenwasser. Das ist doch eine Möglichkeit, auch bei einem denkmalgeschützen Gebäude, gewisse Änderungen zu erzwingen. Das Feuer war wahrscheinlich nicht zu vermeiden – aber das Regenwasser ???

  4. Rathenowerin

    Natürlich! Ein Unternehmer erlangt das Eigentum an diesem denkmalgeschützten Haus, kümmert sich über Jahr(zehnt)e nicht um die Erhaltung dieses würdigen Denkmals – und unsere wohlsituierte Stadt erwähnt ernsthaft, dieses Ruinchen zu erwerben, um es nach Brand und Regenwasser zu sanieren? Natürlich!

  5. p.knapp

    Klar hat das einen echt schalen Beigeschmack – noch dazu, wenn zu befürchten ist, dass andere „tatkräftige / geschäftstüchtige“ Immobilienbesitzer ihre Probleme dann ähnlich lösen wollen. Aus meiner Sicht ist das Sache der Justiz…
    Andererseits würde (wieder einmal) ein Zeugnis der baulichen Geschichte Rathenows einfach so verschwinden. Wer auch immer Recht hat oder Schuld ist – ist dem Haus ja egal.

  6. Helga Artikelautor

    Ich finde auch, dass in Rathenow viel zu oft eingeebnet wurde, anstatt über erhaltende Sanierung nachzudenken (Beispiel Goethestraße). Andererseits haben sich zu Wendezeiten manche Leute Immobilien zugelegt oder zurückerobert, ohne sich über Folgekosten oder Nutzungsmöglichkeiten im Klaren gewesen zu sein. Aber sogar Großinvestoren haben sich in Bezug auf die Stadtentwicklung gewaltig verschätzt. Ich denke mal mit dem heutigen Wissen um Bevölkerungsentwicklung und Arbeitslosigkeit wäre ein Körcenter nie gebaut worden. Dagegen ist es doch sogar gelungen einige mittelalterliche Häuser auf dem Kirchberg für die Nachwelt zu bewahren.

  7. Thomas

    Jahre sind seitdem vergangen und – jedenfalls baulich – hat sich nichts getan. Ich bekomme jedesmal den sprichwörtlichen Hals, wenn ich am Offizierskasino vorbeifahre und immer noch diesen unwürdigen Anblick erleben muß. Hat sich amtlicherseits inzwischen irgend etwas getan?

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