Laut und bunt – Jugend macht Wind

Unter diesem Motto findet im Moment noch die von Jugendlichen für Jugendliche organisierte Veranstaltung auf der Hauptbühne und im Mühleninnenhof des Optikparks statt. Sie begann um 14 Uhr und soll noch bis Mitternacht andauern. Ich war heute zweimal am Ort des Geschehens, kurz nach der offiziellen Eröffnung und etwa zwei Stunden später.
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Den Organisatoren muss man bescheinigen, dass sie ganze Arbeit geleistet haben. Angesichts der wenigen Besucher stelle ich nun doch ein paar Fragen, die ich mir selbst nicht beantworten kann. Die Veranstaltung wurde von Jugendlichen vorbereitet und durchgeführt. Sie müsste also dem Geschmack der jungen Leute entsprechen. Warum ist dann das Interesse so gering? Es wird immer wieder gemeckert, dass für die Jugend zu wenig getan wird. Und wenn ein paar Leute weder Zeit, noch Kosten oder Mühe scheuen, um für Gleichaltrige etwas auf die Beine zu stellen, geht kaum jemand hin. Am Preis kann es auch nicht gelegen haben, denn es kostete keinen Eintritt. Oder war es von der Zeit her zu früh? Sind die Massen am frühen Nachmittag noch nicht aus dem Tiefschlaf nach der vorangegangenen Disco-Nacht erwacht? Oder lag es etwa am Untertitel der Veranstaltung (für Toleranz – den Nazis keine Chance)? Sind wir so weit, dass sich bei Tageslicht kaum noch jemand traut, öffentlich gegen Nazis Stellung zu beziehen? Wenn jemand eine Antwort auf meine Fragen weiß, dann bitte ich um Aufklärung.

6 Gedanken zu „Laut und bunt – Jugend macht Wind

  1. schnuppe

    Du hättest abends da mal hingehen sollen.Da war es etwas voller. Ich finde die Veranstaltung fing einfach zu früh an. Wer will sich schon 10 Stunden bei Wind und Regen hinstellen. Es spielten verschiedene Musikgruppen und da war jede Gruppe von der Musikrichtung etwas anders.
    Was mich am meisten gestört hatte war die „Politisierung“ dieser Veranstaltung. Junge Leute wollten was auf die Beine stellen ohne gleich wieder Stellung beziehen zu müssen.
    Es hat sich nichts geändert!

  2. Rauke

    Das mittlerweile notorische „Stellung beziehen“ und „Flagge zeigen“ hängt sicher nicht nur mir, sondern auch vielen anderen zum Halse ‚raus. Da kann ich über so eine Veranstaltung nur mitleidig lachen und fühle mich irgendwie an Zeiten vor 1989 zurückerinnert. Damals wurde auch alles politisiert und absolut nichts anderes stellen „Laut & bunt“ sowie ähnliche Aktionen dar. Diese – ich nenn’s mal Hexenjagd – auf NPD und Co. bringt rein gar nichts. Außer unnötige Aufmerksamkeit für diese Kameraden…

  3. schnuppe

    Genauso ist es und die lieben Politiker machen eine Grundidee wieder zunichte. Denn die Idee war einfach nur ein Festival auf die Beine stellen. Das geht aber nicht so einfach. Denn Herr „Dr“ will ja Geld für sein Optik-Park- der auch Eintritt kassieren wollte … und die Sicherheit und Werbung…. Ja da klatschen die Politiker und können in Rathenow wieder „Flagge“ zeigen. Ansonsten geht alles den Bach runter…

  4. Hedwig

    Ich bin auch wenig fürs Meckern, aber wenn doch so viel getan wird für die Jugend, dann sollte es auch bei denen ankommen, dass was getan wird. Irgendwo fehlt da die Schnittstelle. Achja richtig, die Jugendlichen werden entweder von unqualifizierten EinEuroKräften betreut oder die Jugendclubs werden gleich ganz zugemacht.
    Allerdings gibt es in Rathenow erwähnenswerte Unternehmungen wie die Fahrradtour nach Berlin… Besagte Veranstaltung sehe ich genauso wie meine Vorschreiber. Sowas trifft die Jugend nicht.

  5. Robert

    Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch. Nun, ich bin einer der Veranstalter dieses Festivals. Ich persönlich wollte lediglich ein Festival auf die Beine stellen, um zu sehen, wie schwer das eigentlich ist und ob „normale“ Jugendliche wirklich in der Lage sind, so etwas zu schaffen. Es hat geklappt und dafür, dass es unser erstes Festival war, sind wir definitiv zufrieden, schließlich haben wir sogar den Zuschauerrekord in RN gebrochen (mit ca. 635 Gästen). Ich bin so ziemlich unpolitisch, finde „rechts“ genauso „bescheuert“ (entschuldigen Sie die Ausdrucksweise) wie auch „links“, doch Politiker und viele Vereine geben
    nunmal einfach mehr Geld, richtet man sich gegen etwas, bzw. setzt man sich für etwas ein. So ist es nun einmal. Alles dreht sich um Geld und natürlich bin ich auch gegen Rechtsradikale, ganz extrem anzutreffen in Rathenow. Doch wie soll es sich bessern, wenn niemand anfängt, etwas gegen sie zu tun. Wer eine bessere Idee hat, der soll sie umsetzen und uns nicht kritisieren. Für uns war es ein Erfolg, uns haben die Bands gefallen und wir haben viele positive Resonanzen bekommen. Natürlich war es wie immer eine Frechheit, dass die Politiker solch Veranstaltung wieder für sich und ihre Zwecke nutzten. Zuschauer hatten
    wir gar nicht mehr erwartet, 500 waren für mich als Pessimist schon fast unvorstellbar, aber ja, es hätten mehr sein können, warum so viele nicht kamen, ist eine berechtigte Frage, die auch mich interessiert, also bitte beteiligt euch und schreibt noch mehr Antworten hier hinein. Ich bin nun dabei, 2 weitere Festivals zu veranstalten, ein kleineres und ein ziemlich großes, die beiden werden nichts mit Politik und Glauben zu tun haben und auch speziell in meine Musikrichtung gehen!
    Noch angenehme Ferien an die Schüler, schöne Grüße an die Veranstalter und Helfer des Festivals und für alle anderen: genießt einfach das schöne Wetter und engagiert euch^^

  6. Helga Artikelautor

    So ist es richtig. Man darf sich durch kleine Misserfolge nicht vom Weg abbringen lassen. Und wenn später die Zahl der Zuschauer oder Zuhörer zugenommen hat, ist es auch gut. Wenn sich niemand engagiert, passiert auch nichts. Ein paar Enthusiasten müssen schon sein. Für die nächsten Veranstaltungen viel Erfolg und auf keinen Fall entmutigen lassen!

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