Bismarckturm wird umgebaut

Die „Chinesenhüte“ des Bismarckturms werden umgebaut. Jahrelang gab es Streit vor verschiedenen Gerichten. Die Turmspitzen waren nicht so saniert worden, wie es dem historischen Vorbild entsprach. Früher lagen die Dächer direkt auf der Mauer auf. Bei der Sanierung waren Abstände zwischen Mauerwerk und Dach eingebaut worden, um einen Rundumblick zu ermöglichen. Nun ist es beschlossenen Sache, dass die Dächer wieder direkt aufliegen sollen.
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Jahrzehntelang war der Turm dem Verfall preisgegeben. Es krähte kein Hahn danach, ob er als Denkmal von Bedeutung war oder nicht. Hätten nicht ein paar Enthusiasten die Sache ins Rollen gebracht, würde heute wahrscheinlich nicht mehr viel von ihm übrig sein.
Damit ist der Bismarckturm zwar von unten immer noch gut zu sehen, verliert aber mächtig an Attraktivität. Was soll ein solcher Turm, wenn man nicht mal von ihm einen Blick ins Umland werfen kann? Dann kann auch gleich die Brücke, die zur BUGA zum Weinberg gebaut werden soll, zu den Akten gelegt werden. Wer wird schon den Weinberg besuchen, um sich mal den Turm aus der Nähe anzusehen, wenn noch andere Standorte der BUGA mit Attraktionen aufwarten?
Im Übrigen hat man vom Turm der Sankt-Marien-Andreas-Kirche sowieso einen besseren Ausblick.

9 Gedanken zu „Bismarckturm wird umgebaut

  1. Nippon

    Dein Schmachruf in allen Ehren.Aber bedenke das es einen Menschen gibt der diese Chinesenhüte da Drauf gemacht hat. Und das für sehr viel Honorar. Und dieser Typ hat genau gewusst das, die Dinger nicht der Historie entsprechen.Unsere Komune hat dummerweise noch geklagt. Sie hätte den Architkten in Regress nehmen sollen. Im übrigen kann man den Bismarkturm auch nach entfernung der Chinahüte als Aussichtsplattform benutzen.Es gibt eine einfache Architektonische Lösung. Last euch nicht verarschen.

  2. Xaverl

    Wenn man halt zu viel Geld hat muss man Wege finden dieses zu verbraten. Das schafft Arbeit.

  3. schnuppe

    Was leistet sich so eine Stadt wie Rathenow ?
    In Rathenow , eine kleine Stadt mit rund 24.000 Einwohnern, ist Goldgräberstimmung angesagt.. Man mag es kaum glauben, aber in dieser Stadt muss man auf eine Goldader gestoßen sein. Nur so ist zu erklären, wieso so viel Geld ausgegeben wird . Man fragt sich, wo kommt das viele Geld nur her? BUGA, Optikpark, Straßenumbau, Gerichtsverfahren, KWR, Gehälter……

  4. Rauke

    Wo das Geld herkommt? Na bestimmt aus dunklen Kanälen oder – oh Schreck! – von Deinem Konto! Ich kann einfach nicht verstehen, wieso man sich über alles so negativ und – mit Verlaub – klugsch***isch äußern muss. Mensch, freut Euch doch mal, dass hier in Rathenow was passiert! Im übrigen ist mir die Diskussion um den Bismarckturm völlig ’schnuppe’…

  5. Rauke

    @schnuppe: Ahh, daher weht der Wind…

    @Nippon: Legasthenie ist schon ’ne schwere Last, oder?

    Und merket Euch: Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Wessi ist es anders ‚rum…

  6. tudo bem?

    Kommen wir nach den vorstehenden mehr- oder mindergeistigen „Ergüssen“ mal wieder zum Thema zurück: Die Dächer der Seitentürme am Bismarck- Turm sollen wahrscheinlich wieder entfernt werden. Wie konnte es dazu kommen?
    Jeder weiß, wer etwas Neues schafft ist dafür auch gesetzlich und moralisch verantwortlich!

    1. So ist das in erster Line der Bauherr, also hier die Stadt Rathenow, vertreten durch den Bürgermeister. Dem Bürgermeister der Stadt Rathenow untersteht das städtische Bauamt. Besetzt mit diversen Baufachleute und Ingenieuren.

    2. Für die Planung der Baumaßnahme beauftragte der Bürgermeister einen zugelassenen Architekten, da die städtische Baubehörde keine Bauvorlageberichtigung besitzt.
    Dieser erarbeitete nach der Aufgabenstellung des Bauherren und im ihm finanziell vorgegebenen Rahmen die prüffähigen Bauvorlagen.
    Dazu zählen aussagefähig Zeichnungen, Berechnungen und Beschreibungen.

    3. Diese Unterlegen wurden beim kreislichen Bauordnungsamt eingereicht. Das Bauordnungsamt hat die Aufgabe alle für derartige Entscheidungen notwendigen Gremien und Einrichtungen bei der Stadt, Land und Bund zu konsultieren und sich deren Zustimmung zur Baumaßnahme einzuholen. Kann das Bauordnungsamt oder einer seiner „Erfüllungsgehilfen“ das geplante Bauvorhaben an Hand der eingereichten Unterlagen nicht eindeutig beurteilen, dann fordert es die entsprechenden weiterführende Unterlagen zur Entscheidungsfindung nach.
    Nach der Prüfung und eventueller Abwägung von Bedenken erteilt die kreisliche Behörde die Baugenehmigung. So auch bei Antrag: Sanierung Bismarck-Turm

    4. Danach und erst danach konnte die Baumaßnahme umgesetzt werden.

    5. Während der Baumaßnahme wurde die fach- und normgerechte Umsetzung des Bauvorhabens gemäß Baugenehmigung kontinuierlich durch den Bauherren, hier durch die Fachleute des städtischen Bauamtes und weiterer Gremien geprüft.
    Dazu zählten ständige Baurapportes und Zwischenabnahmen, auch mit der Unteren Denkmalschutz-Behörde des Landkreises.

    Fest steht: Die Stadt hat das Bauvorhaben, so wie errichtet vom Architekten planen lassen. Sie hat die Pläne des Architekten mit rechtsgültiger Unterschrift abgenommen. Weiterhin hat das kreisliche Bauordnungsamt die Unterlagen geprüft und die rechtsgültige Baugenehmigung erteilt. So wie genehmigt, wurde dann auch gebaut.
    (Gemäß Pressemitteilung der MAZ und Auskünfte einiger in das Bauvorhaben Involvierter. )

    Damit haben sich alle korrekt verhalten! Oder?

    Wie zum Teufel konnte es dann aber zur aktuellen Situation kommen?
    Das Problem der Unstimmigkeit besteht seit der Bauabnahme, kurz vor der Eröffnung des Bismarck- Turmes. Damals wollte die untere Denkmalschutz- Behörde nicht ihr OK zur Abnahme geben.
    Sehr verwunderlich für alle. Denn auch diese Behörde hätte oder hatte ihr Einverständnis zu den Plänen gegeben/ geben müssen.
    Im Anschluss versuchte das Bauordnungsamt die Baugenehmigung zu widerrufen. Das Misslang, denn Baugenehmigung ist nun mal Baugenehmigung. Und Stempel ist Stempel- jedenfalls in Deutschland.

    Offensichtlich wurde aber zwischenzeitlich das Ego einiger „ältere oder alt wirkender Herren“ so angekratzt, dass für diese ein zurückrudern nicht mehr in Frage kam. Warum auch immer das so war.

    Jeder der schon einmal etwas mit dem Bau zu tun hatte weiß, wenn man will, findet man tausend Gründe nach Fertigstellung eines Bauvorhabens Mängel/ Probleme zu diagnostizieren. So kam das was zu erwarten war. Man fand die Probleme: Meßfehler die mit den eingereichten Planungs- Unterlagen nicht zu vereinbaren waren. Na bitte.

    Durch diese „Fehler“ stürzt zwar der Bau nicht ein oder die Nutzungsfähigkeit wird gar eingeschränkt. Dennoch hier war offensichtlich Ungeheuerliches im Spiel.
    Da spielte es auch keine Rolle, dass die Zeichnung den Vermerk enthält: Maße sind am Bau zu überprüfen. ( Eine durchaus übliche Praxis- bei historischen Gebäuden sowieso)
    Jetzt stand endgültig auch für die angerufenen Gerichte fest: Rübe ab! Hüte runter.

    Nun stehen die Verantwortliche von Stadt und Kreis vor dem Scherbenhaufen und wir dürfen zusehen. Dabei ist manchem egal was da geschieht. ( siehe Rauke)

    Mir tun jedenfalls die Bürger der Stadt leid. Die müssen das auslöffeln was ihnen einige eingebrockt haben.
    Besonders trifft es aber die Enthusiasten des Bismarck- Vereins. Die müssen schon ganz schön hart gesotten sein, um das alles zu verkraften. Deshalb besonders diesen Leuten mein Respekt, dafür was sie erreicht haben und für das was sie so alles ertragen.

    … und bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zu letzt. Bei so vielwn klugen Menschen in den Verwaltungen von Stadt und Kreis muß es doch eine einvernehmliche Lösung geben. Vielleicht war ja der Schritt von Dr. Lemle in Richtung Landkreis vor einigen Tagen schon der erste entscheidende Schritt.
    Ich würde es mir jedenfalls sehr wünschen.

  7. schnuppe

    Kluge Menschen in den Verwaltungen?
    @tudo bem meint das Ego einiger „ältere oder alt wirkender Herren“ so angekratzt ist, dass für diese ein zurückrudern nicht mehr in Frage kommt.
    Der Bismarckturm ist doch nur ein Beispiel wie Stadt und Kreis Steuergelder aus dem Fenster rauswerfen und dann die Meldung: Die Kämmerin der Stadt prophezeit einige schwierige Haushaltsjahre.
    Die Stadt kann ja auch ganz locker Eigenmittel für BUGA, Konjunkturpakete und Brücken bereitstellen. Diese „klugen“ Menschen sind Verschwender und kriegen den Hals nicht voll. Von Klugheit nicht die winzigste Spur zu erkennen.
    Die Bürger der Stadt müssen die Suppe ausbaden. Sie werden jammern. Respekt!

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