Diskussion über Methoden des Anfängerunterrichts

In der Märkischen Allgemeinen ist vor einiger Zeit eine Diskussion entfacht worden, welche Methode geeignet wäre, den Schulanfängern das Lesen und Schreiben beizubringen. In den meisten Grundschulen wird mit der Fibel gearbeitet und den Schülern zunächst jeder Buchstabe vermittelt. Gleichzeitig üben die Kinder einzelne Wörter lesen und schreiben. Andere Schulen arbeiten mit Anlauttabellen und vermitteln das Lesen durch Schreiben. Die Kinder erkennen den Buchstaben mithilfe von Bildern (A wie Affe, L wie Lupe, Z wie Zitrone). Danach schreiben sie Wörter, wie sie sie sprechen. Wer nicht gut sprechen kann zu Beginn der Schulzeit, hat dann natürlich Probleme mit dem Hören und Schreiben.
Daraus nun aber ableiten zu wollen, eine Methode wäre gut, die andere schlecht, funktioniert nicht. Es haben beide ihre Vor- und Nachteile. Und wenn zu Hause nichts geübt wird, wird der Anfängerunterricht immer mit Problemen behaftet sein. Dass die althergebrachte Arbeit mit der Fibel zu einer sicheren Rechtschreibung führt, wird auch in den Zeitungen oft widerlegt. Jeder Computer hat heute ein Rechtschreibprogramm. Trotzdem trifft man besonders in Inseraten auf lustigste Wortschöpfungen. So hatte in der vergangenen Woche jemand im Brandenburger Wochenblatt wegen eines Brüttroges annonciert. Gemeint war aber ein Brühtrog. (In einem Trog kann man nichts ausbrüten, wohl aber abbrühen). Ein paar Tage später wollte jemand in der gleichen Zeitung Rinderdunk abgeben. Die MAZ dagegen wies auf eine Veranstaltung im Heimathaus in Großderschau hin. Dort erklärte der Autor des Artikels, dass die Schafwolle kandiert werden müsse. Kandieren bedeutet, dass etwas mit Zucker überzogen wird. Das würde der Wolle wohl kaum bekommen. Wolle muss kardiert (gekämmt) werden, ehe sie gesponnen werden kann.
Im Zweifelsfalle sollte also jeder einfach mal in einem Duden nachschlagen, um sich über die Schreibweise zu informieren.