Ein Schmuckstück entsteht

Ein weiteres Haus im Stadtzentrum wird „runderneuert“. Das Wohn- und Geschäftshaus direkt neben der Stadtschleuse wird gründlich renoviert und hinterlässt schon jetzt einen äußerst positiven Eindruck. Im Erdgeschoss befand sich mal das Kinderkaufhaus. Damals bot es eine relativ kleine Verkaufsfläche. Etwa Ende der 1970er Jahre wurde dann das auf gleichem Niveau liegende nach hinten sich anschließende Gebäude mit benutzt als Ladenfläche. Es gab dann außer Kinderbekleidung auch Haushaltswäsche, Unterwäsche, Strümpfe und Berufsbekleidung zu kaufen. Gleichzeitig war das Kellergeschoss ausgebaut worden und diente dem Verkauf von Haushaltswaren, Geschirr und Haushaltsgeräten. In den oberen Etagen befanden sich Wohnungen. Gleich nach der Wende wurde das Kinderkaufhaus zu einem Sonderpostenmarkt, in dem Ladenhüter eines großen Versandhauses verscherbelt wurden. Das dauerte allerdings nicht lange, denn bald brach ein Feuer aus. So blieb das Gebäude etliche Jahre ungenutzt. Nach einer ersten Renovierung eröffnete ein Sportgeschäft im Erdgeschoss. Das konnte sich jedoch nicht lange in Rathenow halten. Seit mehreren Jahren befindet sich hier nun das Sanitätshaus von Frau Wilma. Frau Wilma hatte anfangs ein kleines Geschäft in der Mittelstraße. Hier in der Steinstraße konnte sie ihr Angebot erweitern und hat auch bessere Möglichkeiten der Präsentation. Im hinteren Gebäude befindet sich die Kanzlei eines Steuerberaters.
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Ein Gedanke zu „Ein Schmuckstück entsteht

  1. Hans- Jürgen Wodtke

    In der Aufzählung darf natürlich die jüdische Familie Conitzer nicht vergessen werden. Sie betrieben in dem Gebäude ein Modehaus und wurden von den Nazis gezwungen das Haus für einen Spotpreis zu verkaufen. Der spätere Besitzer Strehlow wurde nach 1945 enteignet.

    Sehr bedauerlich fand ich, das letztendlich doch erfolglose Ringen von Heidi Daniel, für den Aufbau eines Sporthauses. Die äußeren Umstände wie Brand, Verzögerung der Versicherungsauszahlung, Abwanderung der Kaufkraft aus Rathenow usw. haben zum Scheitern des Projektes und zum finanziellen Desaster von Frau Daniel geführt. Trotz angespannter finanzieller Situation hat sie vor Schließung des Hauses dennoch versucht ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber ihren Partnern und Lieferanten aus der Region nachzukommen, bevor sie dann unsere Region verlassen hat.

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