Zugabe

Das passiert einem sicher nur einmal im Leben: Ich wollte heute am Sparkassenautomaten 200 Euro abheben. Der Vorgang zog sich eine ganze Weile hin, obwohl ich alles routiniert eingegeben hatte. Der Automat hörte sich an, als ob im Innern ein Schredder liefe. Ich fürchtete schon um meine Karte. Nein, alles in Ordnung. Und als das Geld erschien, waren es sogar 240 Euro. Es braucht niemand mehr zu fragen, wo das geschah. Ich habe das Personal informiert und auch die überzähligen 40 Euro dort gelassen. Wahrscheinlich hatte sich einer der erst seit sechseinhalb Jahren im Umlauf befindlichen und trotzdem schon mächtig abgegriffenen Scheine irgendwo verklemmt. Mein erster Gedanke bei der langen Bearbeitung galt ja Ganoven, man wird schließlich in jeder Kriminalreportsendung davor gewarnt. Nur können die mit meiner Sparkassenkarte sowieso nicht viel anstellen.

6 Gedanken zu „Zugabe

  1. Helga Artikelautor

    Das ist es! Ich habe schon immer überlegt, ob ich nicht in die Politik gehen sollte, denn nach dem Willen des Gesetzgebers „darf“ ich ja noch sieben Jahre arbeiten. So nimmt mich keiner mehr, aber für die Politik hätte ich ja gerade erst das richtige Alter. Können muss man auch nichts, denn dafür sind genug gut bezahlte Berater da. Leider habe ich, wie Du festgestellt hast, ein Problem mit der Ehrlichkeit. Ich kann nichts versprechen, was ich nicht einzuhalten gedenke und Gedächtnislücken sind mir auch noch nicht aufgefallen. Also scheidet diese Variante der Beschäftigung für mich aus. Ich glaube, ich werde doch noch ein paar Jahre auf einer Parkbank sitzen.

  2. Rauke

    Nein Nein, Du hast schon absolut korrekt gehandelt. Es handelte sich dabei um einen Test mit versteckter Kamera. Bestimmt wärst Du dann mit verkrisseltem Gesicht dem Publikum von RTL als Bösewicht vorgeführt worden, hättest Du die 40 EUR behalten 😉

  3. Helga Artikelautor

    Wobei die Kamera nicht mal versteckt ist. Aber ehrlich, die 40 Euro waren mir die Sache auch nicht wert. Das sind ja andere, die von Mitnahmementalität sprechen und sich ganz andere Summen einstecken.

  4. Hedwig

    ich hätte das erst mal gar nicht gemerkt… das ist meine Mitnahmementalität… die natürlich auch schon mein Nachteil war. Aber ich denke, ich hätte auch Bescheid gesagt und einen Finderlohn gefordert… harr.

  5. Helga Artikelautor

    Wie viel Finderlohn gibt es? 10 %? Das wären dann gerade mal 4 Euro. Na gut, bei meinem derzeitigen „Gehalt“ mehr als ein halber Tagelohn.

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