Landesgartenschau – gelungenes Endzeitszenario

Die LAGA ist ja an und für sich eine tolle Sache! Nicht nur, dass Besucher aus ganz Deutschland die Ausstellung besuchen und Geld in Rathenows Taschen stecken, auch optisch ist das pittoreske Blumenarrangement eine Bereicherung. Klingt traumhaft. Wäre da nicht die Natur, die ebenfalls für das Prestigeprojekt zahlen musste. Um der Landesgartenschau ihre neidlos anzuerkennende Ansehnlichkeit zu verpassen, musste die nämlich erst einmal den Schwedendamm verlassen. All die hässlichen Büsche und Sträucher die das Gelände säumten, waren zwar schon immer da, passen aber nicht ins Konzept der wohlgeordneten Farbenfreude. Auch stellen Naturerscheinungen wie genanntes Grünwerk den Lebensraum für eine Vielzahl Vögel und Kleinsäuger dar, haben aber, ein Gärtner wird es mir bestätigen, in einem Garten, in dem es darum geht die schönsten Pflanzen zu selektieren und zur Schau zu stellen, nichts verloren. Wer mag, kann da gerne Parallelen ziehen.
Nicht minder widerlich finde ich den gelungen Versuch den Weinberg für Besucherströme gangbar zu machen. Um genügend Platz für asphaltierte Wege zu schaffen wurden jahrhundertealte Bäume einfach umgeschlagen. Wo bitte ist da die Logik? Ich kann doch niemandem etwas als Natur verkaufen, was vor urbaner Bequemlichkeit nur so strotzt. Was kommt als nächstes: betonierte Waldböden, rasierte Eichhörnchen, Eintrittskassen? Warten wir mal ab.

2 Gedanken zu „Landesgartenschau – gelungenes Endzeitszenario

  1. Dr. Dandy

    Klingt ein bisschen nach Herrengärten, aber nur wer Parallelen ziehen will!

  2. moernex

    Wird aber auch Zeit, dass sich das feine Fräulein Natur gefälligst der deutschen Leit(d)-Kultur unterwirft.

    Gut das mit westDEUTSCHEM Fördergeld dem ROTkehlchen, dem GartenROTschwanz, der ROTbauchunke und anderem linken Gezücht mal Einhalt geboten wird.

    Das scheinen sogar die Havelländer Grünen so zu sehen. Ich habe jedenfalls von denen dazu nicht viel gehört.

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