2942 Ex-DDR-Spitzel im öffentlichen Dienst Brandenburgs tätig

2942 frühere Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sind der „Financial Times Deutschland“ (ftd.de)  zufolge trotz Prüfung im öffentlichen Dienst ( Landesverwaltung Brandenburgs) verblieben.

13 Gedanken zu „2942 Ex-DDR-Spitzel im öffentlichen Dienst Brandenburgs tätig

  1. Helga

    In Wahlkampfzeiten wird jeder uralte Mist wieder ausgebuddelt, der sich nur irgendwie anbietet. Nach zwanzig Jahren sollte das Thema endlich abgehakt sein. In wie vielen Einrichtungen, Betrieben usw werden auch heute die Leute ausspioniert? Und in der Bundesrepublik hatten Leute, die gerade vorher als SS-, SA- oder sonstige Mitglieder „Heil“ geschrieen hatten, auch wieder gut bezahlte Posten. Es wird immer Menschen geben, die ihr Fähnchen in den Wind hängen, egal aus welcher Richtung er weht.

  2. schnuppe Artikelautor

    @Helga

    Das Thema abgehakt? Das erklär mal einem Stasi-Opfer. Genauso wenig kann man die NS-Zeit „abhaken“.
    Fast 3000 Menschen im Land Brandenburg, die „früher“ in der DDR Zeit als Stasi-Mitarbeiter tätig waren, erzählen heute den Bürgern was von Demokratie. Noch schlimmer ist, sie sitzen in Ämtern und treffen Entscheidungen. Das ist ein Skandal und kein „uralter Mist“. Einerseits wird den DDR-Opfern eine Entschädigung gezahlt und andererseits sitzen viele ehemalige „Täter“ noch in statlichen Verwaltungen der BRD.

  3. Cehra

    ich glaube die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.Allerdings gibt es ,wenn ich das richtig verstanden habe,gesetzliche Regelungen welche das entfernen solcher „ehemaliger Mitarbeiter“aus dem Öffentlichen Dienst beinahe unmöglich machen.Nichts destotrotz sollte jeder beim bewerten und vergleichen zwischen Nazi und Stasi differenzieren!
    Allerdings kann man angesichts der unreflektierten Verklärung der DDR die momentan statt findet(früher war alles besser…),und gleichzeitiger Desinformation unserer Jugend nicht einfach zur Tagesordnung übergehen!

  4. Beetle

    schnuppe, wenn man die Sache von der Moral her betrachtet, ist deine Empörung sicher berechtigt. Nur das hätte man alles vor 20 Jahren klären müssen. Die Gesetzte unseres Staates
    gewähren auch diesen Menschen Rechtssicherheit. Es wurden Tatsachen geschaffen, von Gauck, Stolpe etc., die heute nur sehr schwer zu ändern sind.
    Und weil diejenigen, die das Thema wieder publik machen wollen, das ganz genau wissen, gebe ich Helga Recht, es ist eine Kampangne weiter nichts. In ein paar Tagen ist das Thema vom Tisch und eine neue Sau wird durchs Dorf getrieben.

    Noch eine Bemerkung, ich halte einen Vergleich DDR – 3.Reich für absolut unzulässig, egal in welcher Hinsicht auch immer. Hier wird ein kleiner Staat, entstanden durch den Willen der Großmächte und letzlich auch zwischen ihnen zerrieben, in dem es viele rechtschaffende Menschen gab aber sicherlich auch großes Unrecht, unbestritten, mit dem größten Terrorregime in der Geschichte, mit 60 Millionen Toten, einem zerstörten Europa verglichen. Das ist nicht zulässig. Dadurch wird das NS-Regime relativiert.

    Na und für die Ostalgie habe ich nur begrenzt Verständniss.
    Ich glaube das ist völlig normal,“Früher war schon immer alles besser“. Menschlich verständlich, wird sich biologisch auflösen.

  5. Rauke

    @schnuppe: Schon klar, dass ein notorischer Querulant auf sowas anspringt und hier den Moralapostel spielt. Helga hat vollkommen Recht: abhaken und fertig.

    Und erzähl hier nichts von wegen „Stasi-Opfer“. Versuch‘ mal, hier in diesem achso freien Land z.B. etwas zum Thema Ausländerpolitik zu sagen, was dem gesunden Menschenverstand entspricht, aber nicht der vorgekauten Meinung der gleichgeschalteten Medien. Dann wirst Du ruck zuck mal zu einem „BRD-Opfer“.

    Und nein, ich bin kein Nazi. Selbsternannte Gutmenschen kramen diese „Keule“ nämlich gerne ‚raus, wenn jemand gewisse Dinge kritisiert oder anspricht…

  6. Beetle

    Rauke, die heutige Situation in unserem Land, welche du hier ansprichst ist ein anderes Kapitel. Vergleiche dieser Art sind hier unangebracht. Etwas mehr Empathie mit den Opfer und ihrem Leiden sollten wir schon aufbringen.
    Diese Vergleiche emfinde ich als etwas zynisch.

    Es gibt viele unschuldige Opfer der STASI-Willkür. Wobei viele diesen Opferstatus heute zu unrecht beanspruchen. Meine Schwiegereltern waren beide 6 Jahre im Zuchthaus, in Gräfentonna und in Hohneck, unverschuldet, weil ihr Geschäft in die HO übernommen werden sollte.
    Es gibt viele Opfer und eine Aufrechnung mit den heutigen Zuständen in unserem Land ist nicht fair und deshalb unzulässig.

    Moralisch ist die Meldung, zitiert von schnuppe, ziemlich eindeutig aber juristisch nicht zu erfassen.
    Die Tatsachen, die vor 20 Jahren geschaffen wurden, sind heute geltendes Recht. Wer heute ohne den Nachweis von Schuld in Bezug auf Dritte entlassen wird, klagt vor Gericht und wird Recht bekommen und zwar zu Recht.

  7. schnuppe Artikelautor

    Kommentare wie die von Rauke sind einfach nur dumm, beweisen aber, in diesem Land kann jeder offen seine Meinung äußern. In der DDR war das nicht so und das wird heute von vielen DDR-Anhängern toleriert. Autoren, die sich als Schreiberlinge befähigt fühlen, sollten sich schon bewusst sein was sie so an Mist abliefern.

  8. Helga

    Ich denke, wir sollten an dieser Stelle aufhören mit den gegenseitigen Angriffen. An der Politik können wir nichts ändern. Und die Politiker vertrösten das Wahlvolk bis nach der Wahl. Hinterher kümmert es sowieso keinen mehr, was die kleinen Leute bewegt. Es gibt genug, was ernsthaft in Angriff genommen werden sollte. Aber wer macht das schon?

  9. Rauke

    Das war nicht anders zu erwarten. Ganz demokratisch wird für dumm erklärt, wer es wagt, anderer Meinung zu sein. Nun gut, so halte dann lieber die Klappe…

  10. Lothar

    Ich habe mich, als Wessi, immer schon gefragt, wie diejenigen Ossis drauf sind, die für eine Rehabilitierung der Stasi-Täter sind. Insofern war für mich das Lesen der Einträge hier sehr aufschlussreich.

    Vielleicht liege ich da falsch. Aber mein Gefühl ist, dass es da in der DDR eine Gruppe von Leuten gab, die sich angepasst und arrangiert haben. Was erstmal nicht verboten ist. Aber, dass das dieselben sind, die sich auch in der Nazi-Zeit angepasst und arrangiert haben oder hätten. Und jetzt, wo die Mutigeren Freiheiten erkämpft haben, die sie nie erkämpft hätten, plötzlich den Kopf rausstrecken und eine kesse Lippe riskieren. Jetzt, wo das keine Kunst mehr ist.

    Das ist menschlich, macht es aber nicht appetitlicher.

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