Deutschland, ein Wintermärchen

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Heinrich Heine hatte vor 166 Jahren Albträume, wenn er über die deutsche Politik nachdachte. Heute kann einem der kalte Kaffee hochkommen, wenn man das Gefasel von Kanzlerin oder Ministern anhört. Eigentlich kein Wunder. Wie sollen die Leute, die von ihrem Ressort absolut keine Ahnung haben, merken, dass sie von ihren Beratern manipuliert werden? Da sind Minister nach dem Kinderspiel „Bäumchen, wechsel dich“ ausgetauscht worden. Nach hundert Tagen im Amt (wobei man von der Kanzlerin hätte erwarten können, dass sie sich schon eingearbeitet hatte) ist für das Land nichts weiter herausgekommen als weiter abwärts zu schlittern. Und das wird sich fortsetzen, wenn wir uns nicht schnell genug darauf besinnen, dass wir das Volk sind. Gute Nacht, Deutschland!

4 Gedanken zu „Deutschland, ein Wintermärchen

  1. Rathenowerin

    „.. Besonders originell ist das nicht. Tatsächlich gehört es in Deutschland zur Tradition, einer neuen Regierung ein möglichst schlechtes Erstzeugnis auszustellen. Egal, ob linke oder rechte Regierung – die Vorwürfe, die gegen sie erhoben werden, ähneln sich oft bis in den Wortlaut.

    Nicht nur die Medien, auch die jeweiligen Oppositionspolitiker bedienen sich dabei aus dem gleichen Arsenal an Empörungsvokabeln. So wetterte die damalige Oppositionschefin Angela Merkel 2003, 100 Tage nach Beginn des zweiten rot-grünen Kabinetts, über „hundert verlorene Tage“. Ähnliches hielt ihr nun SPD-Chef Sigmar Gabriel vor. FDP-Chef Westerwelle, der immer schon ein Faible für Superlative, hatte, sagte 2003: Rot-Grün sei die „die schlechteste Regierung seit Bestehen der Bundesrepublik“. Ähnlich vernichtend klingen seine Kritiker heute, wenn sie über den vermeintlichen Lobbyismus seiner „Mövenpick-Partei“ spotten und das Gestolpere der gesamten schwarz-gelben Regierungstruppe. ..“

    weiterzulesen in http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-02/100-tage-regierung-schwarz-gelb-historisch?page=1

    „Ich bin dankbar für schärfste Kritik, wenn sie nur sachlich bleibt.”
    Otto von Bismarck (1815-98)

    In diesem Sinne.. Ein schönes Wochenende!

  2. Helga Artikelautor

    Und was ist daran unsachlich? Wie viele Minister wurden mal kurz auf einen anderen Sessel geschoben? Zu Guttenberg, Von der Leyen, Schäuble, Frau Köhler als Familienministerin völlig unbedarft, macht alles nichts, schließlich sollen sie doch auch eine Chance bekommen. Man hat ja genug gut bezahlte Berater.
    Und wie hat sich Deutschland in den zurückliegenden zwanzig Jahren entwickelt? Der Schuldenberg hat unvorstellbare Ausmaße angenommen, Rohstoffe werden sinnlos verpulvert, Entscheidungen werden nur zugunsten der Stärksten getroffen. Viele Durchschnittsbürger bleiben inzwischen auf der Strecke. Das interessiert keine Regierung!

  3. Rathenowerin

    Liebe Helga,

    unsachlich empfinde ich an Deinen Worten:

    – „..die Leute, die von ihrem Ressort absolut keine Ahnung haben, merken, ..“
    – „..Minister nach dem Kinderspiel “Bäumchen, wechsel dich” ausgetauscht ..“
    – „..wobei man von der Kanzlerin hätte erwarten können, dass sie sich schon eingearbeitet hatte ..“
    – „..für das Land nichts weiter herausgekommen als weiter abwärts zu schlittern ..“ .

    Meckern oder unsachlich kritisieren bringt nichts.

    Mobilisiere Deine Kräfte, organisiere Deine Gedanken und bringe Dich z.B. positiv in die Regionalpolitik ein.

    Vielleicht sprichst Du dadurch weitere (unzufriedene)Menschen an und kannst im Kleinen etwas bewegen.

  4. Helga Artikelautor

    Ja, ich weiß, ehrenamtliche Arbeit ist überall willkommen. Da hätte ich mir in den letzten drei Jahren allein hier in Rathenow Arbeit für 24 Stunden am Tag einhandeln können. Ich will aber erst mal Arbeit, von der ich leben kann.
    Und zur Politik:
    – Wodurch ist denn z.B. eine Frau Köhler für das Amt eines Familienministers qualifiziert? Weil sie wahrscheinlich mal in einer Familie aufgewachsen ist?
    – Herr Zu Guttenberg wurde als geeigneter Verteidigungsminister dargestellt, weil ein entfernter Verwandter angeblich Widerstand gegen Hitler geleistet hatte.
    Und wie viel ist in den letzten Jahren im Bereich des Gesundheitsministeriums experimentiert worden? Leider ist nie was Sinnvolles für die Versicherten dabei herausgekommen. Wenn ein alter Mensch pflegebedürftig wird, sollte er sich bei der Begutachtung am besten einen eigenen Anwalt mitbringen, sonst wird doch einem Beinamputierten noch bescheinigt, dass er für Botengänge durchaus noch geeignet wäre.
    – Oder die Kleinstaaterei im Bereich der Bildung. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen. Ich freue mich jedenfalls, dass sich die Studenten nicht mehr alles gefallen lassen.
    Ja, es gibt noch viel, was mir an diesem hochgelobten Land nicht gefällt, weil viele Menschen von vornherein vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind.

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