Sperrmüllanmeldung im Havelland…

…ist eine Wissenschaft für sich. Vor der Wende wurden von Zeit zu Zeit große Container aufgestellt und jeder konnte das einwerfen,wovon er sich trennen wollte. Das war sicher nicht die beste Lösung. Entweder hatte der erste Entsorger gleich ein sperriges Stück, sodass der Behälter fast gefüllt war oder nach einiger Zeit stellte jemand fest, dass er ein unten liegendes Teil gebrauchen konnte. Dann wurde ausgekramt und leider oft nicht wieder eingeräumt, war meist kein schöner Anblick. Danach wurden bloß noch Zeit und Ort festgelegt und jeder konnte dort seinen Kram abstellen. Diese „Haufen“ nahmen oft gigantische Ausmaße an. Seit einigen Jahren bekommt man nun zum Jahresende den Abfallkalender zugestellt mit den Tourenplänen für Hausmüll, gelbe Säcke und Papier für das kommende Jahr. Mit diesem erhält jeder Haushalt eine Karte für die Anmeldung zur Sperrmüllentsorgung. Gleichzeitig ist auch eine Telefonnummer vermerkt. Wer nun glaubt, telefonisch ginge die Anmeldung schneller vor sich, der irrt sich gewaltig.
„Ich möchte eine Sperrmüllentsorgung anmelden.“ „Was alles?“ „Reste einer Anbauwand.“ „Wie viele Schränke?“ „Es waren mal drei. Sie sind aber teilweise zerlegt. Außerdem ein paar andere Bretter.“ „Bauholz wird nicht über Sperrmüll entsorgt.“ „Es ist kein Bauholz. Das sind Bretter von einem anderen Schrank. Daraus hatten wir mal ein Regal gebaut. Nur dass Sie wissen, sie passen nicht zu der zerlegten Anbauwand.“ „Das interessiert mich nicht.“ „Kann ja sein, dass sie nicht mitgenommen werden, wenn sie nicht passend sind. Und außerdem noch drei Jalousien aus Plaste.“ „Die können Sie über den Hausmüll entsorgen.“ „Sie passen nicht in die Tonne. Wenn der Deckel nicht schließt, wird doch die Tonne nicht geleert.“ „Dann müssen Sie sie zerkleinern.“ „Entschuldigung, ich möchte Sperrmüll loswerden. Wir hatten wohl schon zehn Jahre nichts mehr entsorgen lassen.“ „Sie haben auch keinen Anspruch auf eine regelmäßige Abfuhr.“ „Will ich ja auch gar nicht, aber dieses Mal möchte ich was loswerden. Schließlich wird eine saftige Grundgebühr jedes Jahr erhoben, egal ob ich fleißig sortiere und meine organische Abfälle selbst kompostiere.“ Wir bekamen tatsächlich einen Termin genannt. Nun darf man nur noch gespannt abwarten, ob die gemeldeten Sachen auch wirklich mitgenommen werden, denn am Telefon wurde gleich gesagt, was nicht mitgenommen wird, müsse man zurückholen auf das Grundstück. Ich glaube, allmählich begreife ich, warum Leute ihren Dreck in den Wald karren.

2 Gedanken zu „Sperrmüllanmeldung im Havelland…

  1. Sebastian

    Meine Mutter hatte eine andere unliebsame Begegnung mit der Abfallwirtschaft. Sie hatte alte Schaumstoffmatratzen (oder etwas ähnliches). Ein Mitarbeiter der Abfallwirtschaft hat bei der telefonischen Anmeldung gemeint, klein schneiden und in gelbe Säcke packen. Diese wurden auch nach Diskussion mit einem Müllmann nicht abgeholt, nur als ganzes. Ende vom Lied, den Krempel selber und kostenpflichtig nach Bölkershof gebracht…

    Eine andere Sperrmüllbegebenheit ist wiederum eher witzig als traurig. Meine Schwiegereltern haben Sperrmüll angemeldet. Ein durchgelegenes Bett, einige Möbel, Lampen, defekte Computer, Fernseher… Eben ein typischer Sperrmüll. Beim Ausräumen wurden schon von Passanten erste Teile mitgenommen. Keine zwei Stunden später war alles weg. Die Müllabfuhr kam am nächsten Tag umsonst, die Anmeldung hätte man sich sparen können…

  2. Helga Artikelautor

    Wir haben inzwischen von unseren Nachbarn einen anderen Tipp bekommen: Die Sperrmüllkarte nehmen und den ganzen Krempel selber kostenlos in Bölkershof abliefern. Nachdem die Reste der Anbauwand endgültig auseinandergenommen waren, hat alles bequem auf einen PKW-Anhänger gepasst. Und die Abnahme auf der Deponie funktionierte anstandslos. Zum Glück haben wir es ja nicht so weit bis nach Bölkershof. So haben wir dem Landkreis sogar noch die Transportkosten erspart, aber wir sind alles zeitnah losgeworden. Nun müssen wir morgen nur noch telefonisch Bescheid sagen, dass sie unseren Termin streichen können.
    Zu deiner zweiten Bemerkung: Kürzlich stand in der Zeitung, dass niemand berechtigt ist, von einem Sperrmüllhaufen etwas wegzunehmen. Ich wollte ja die gute Frau neulich nicht noch mehr ärgern, sonst hätte ich sie ja gefragt, ob wir bei Wegnahme durch andere zu Ersatz verpflichtet wären, wo sie doch alles so akribisch notiert hat.

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