Kahlschlag wird fortgeführt

Es wird ständig über Klimawandel lamentiert. An den Veränderungen sind wir selbst Schuld. Nicht nur, dass immer mehr Fahrzeuge unterwegs sind. Sie brauchen auch Platz zum Fahren – also werden Straßen verbreitert. Die Fahrer, die viele Stunden hinter dem Lenkrad sitzen, müssen vorgeschriebene Pausen einhalten – also werden neue Parkplätze angelegt. Für beide Maßnahmen werden oft viele Bäume gefällt. Das ist deutlich zu sehen, wenn man auf der A11 fährt. Aber auch Rathenow beteiligt sich sehr aktiv an Baumfällaktionen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit kann ich da nur die Abholzungen dieses Winters in der Berliner Straße, in der Puschkinstraße und in der Seegersallee nennen. Die Seegersallee sollte in Seegers Kahlschlag umbenannt werden, denn von den schönen Rotdornbäumen ist kein einziger mehr übrig geblieben. Früher kostete das Abholzen wenigstens noch Schweiß und Mühe. Heute hört man ein kurzes Motorengeheul und ein Baum, der viele Jahre zum Wachsen brauchte, ist gefällt. Man sieht es ein, dass manche Bäume krank oder altersschwach sind. Aber dann sollte er durch Neupflanzung ersetzt werden. Früher führten komplette Apfelalleen nach Steckelsdorf oder Göttlin. Heute kann man die paar verbliebenen Bäume an einer Hand abzählen.