Tag des Imkers

Am Sonnabend ist der Tag des Imkers. Im Wald an der Chaussee nach Bamme befindet sich ein Schaugelände. Dort sind am 4. Juli interessierte Besucher herzlich willkommen. Man kann sich die unterschiedlichsten Bienenstöcke ansehen und erfährt viel über diese fleißigen und nützlichen Tiere. Vielleicht entscheidet sich jemand für dieses Hobby, denn in den letzten Jahren ist im Havelland der Bestand an Honigbienen stark zurückgegangen. Das lag daran, dass Krankheiten und Schädlinge die Bestände drastisch reduziert haben, aber es mangelt auch am Imkernachwuchs.
Ich habe mich heute schon mal bei Hobby-Imker Bernd Hansen in Rathenow-West umgesehen. Man kann sein Grundstück nicht verfehlen, denn diese lustige Biene lädt zum Besuch ein:
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Sie ist natürlich von Herrn Hansen selbst gebaut worden. Viele Rathenower wissen noch, dass er als Drechsler Nussknacker, Räuchermännchen und andere hübsche Holzfiguren hergestellt hat. Nun bietet er Honig an. Von den Etiketten erfährt der Kunde auch, wo die Bienen die süße Ware eingesammelt haben.
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Augenblicklich sind sie mit der Herstellung von Lindenblütenhonig beschäftigt.
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Zum Schluss noch ein Blick hinter die Kulissen. In diesen Beuten befinden sich die Waben. Sind alle mit Honig gefüllt, werden sie mit Wachsdeckelchen verschlossen.
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6 Gedanken zu „Tag des Imkers

  1. Xaverl

    Ich hätte da eine Frage: Hat der Mann dressierte Bienen. Mille Fiori verstehe ich ja noch. Aber Fiori di Robinia? Wie macht der Mann das nur, dass die Tierchen nur die wenigen Akazien anfliegen? Oder gibt es um Rathenow Akazienwälder?

  2. Beetle

    Ich finde den Beitrag von Helga sehr schön, na ja schließlich handelt es sich ja um meine Bienen. (o:

    Na dann will ich mal versuchen Xaverls Wissensdurt zu stillen.

    Nein, die Bienen sind nicht dressiert. Bienen werden zwar von Menschen seit mehreren tausend Jahren gehalten aber eigentlich sind sie immer noch Wildtiere.
    Fiori di Robinia, okay klingt etwas extravagant, na ja mein Honig ist ja auch der Beste. HAHA

    Ja, hier im Havelland und besonders hier in den Havelauen gibt es sehr viele Robinien, der Volksmund nennt sie Akazien, was natürlich falsch ist.

    Die Bienen haben eine Eigenschaft, die nennt sich Blütenstetigkeit. Wenn die Robinie blüht oder Obstbäume, Raps etc. und die Kundschafterbienen sie entdeckt haben fliegen die Bienen vorrangig immer zu der gleichen Blütenart. Natürlich naschen sie auch mal hie und da am Wegesrand.

    Jo, das wars erst mal. Xaverl,wenn du noch Fragen hast
    ich beantworte sie gerne.

    cul8er Beetle

  3. Helga Artikelautor

    Das Gute an der Sache mit den Kundschafterbienen ist ja, dass sie tatsächlich nach lohnenden Objekten Ausschau halten. Wenn sie also eine große Anzahl Blüten der gleichen Art entdeckt haben, werden die Sammlerinnen informiert. Und es blühen nun mal alle Rapspflanzen, alle Robinien, alle Sommerlinden usw zur gleichen Zeit. Man kann auch als Laie erkennen, dass es Honig von unterschiedlicher Farbe und Konsistenz gibt. Beispielsweise ist Rapshonig viel heller als andere Sorten und kristallisiert relativ schnell aus, wird also fest. Linde ist goldgelb und hat einen intensiven Duft. Waldhonig dagegen ist sehr dunkel und würzig. Und so lassen sich für alle Sorten Unterscheidungsmerkmale finden.

  4. Xaverl

    Danke für den Hinweis. Das Verhalten der Bienen ist mir schon bekannt. Die Robinie wird in vielen Ländern (Ungarn und Frankreich) ja als Bienenweide angebaut und der Honig wird unter der Bezeichnung Akazienhonig verkauft. In Deutschland ist der Baum aber eine Parkpflanze. Sie ist für Mensch und Tier giftig. Und da wir ja mit Giftpflanzen sehr pingelig sind, war ich überrascht, dass es um Rathenow so viele Scheinakazien gibt.

  5. Helga Artikelautor

    Hallo Xaverl, dieses Mal irrst du dich. Wahrscheinlich verwechselst du die Robinie mit dem Goldregen. Ich habe extra noch mal in drei Büchern (H. Weymar „Lernt Pflanzen kennen“ Neumann Verlag Leipzig Radebeul, „Bäume und Sträucher unserer Heimat“ Verlag Slovart Bratislava und „Der neue Kosmos Pflanzenführer“) nachgelesen, um hier keine Fehler zu verbreiten. Übereinstimmend wird in allen drei Büchern die Robinie als hervorragende Bienenweide und Honiglieferant beschrieben. Außerdem liefert sie sehr festes, haltbares holz. Durch die Wurzeln sammelt sie wie alle Schmetterlingsblüter Stickstoff und dient damit zur Bodenverbesserung. Das ist auch der Gund dafür, weshalb sie auf unseren mageren Sandböden und zur Rekultivierung von Tagebauen gezielt angebaut wird. Wir haben als Kinder die weißen Blüten ausgelutscht, ebenso die Fliederblüten und es ist nie jemandem übel geworden.

  6. Xaverl

    Das mit der Giftpflanze stimmt schon. Schau im Internet nach. Das hat nichts damit zu tun, dass es eine bekannte Bienenweide ist und der Honig hervoragend ist. Auch unsere Kartoffelpflanze hat giftige Teile. Aber wir essen nur die ungiftigen Knollen.

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