„Wir sind auf einem guten Weg“- Rathenow vor dem Ausverkauf.

Das Markenzeichen dieser Stadt- Alles zum halben Preis! 30, 60 oder 90% Rabatt auf alles. Menschen und Geschäfte kämpfen ums überleben. Die Straßen sind leer und dreckig. Kothaufen, Papier und Müll und dazwischen taumeln ein paar Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Geschäfte stehen leer. Wer kann sie noch mieten -ausser vielleicht Volksbanken, Sparkassen oder Herr Kaiser von nebenan? An einigen Häusern steht bereits: „Zu verkaufen“. Körgraben, City-Center, Musikbrauerei. Insolvenz, Zwangsversteigerung, Hartz IV…. was kommt als nächstes? Armenhäuser, Suppenküchen? Warum tun Politiker so als sei alles in Ordnung und es geht bergauf? Havellands CDU lud lt.Pressebericht zum Neujahrsempfang und verkündete prompt: „Wir sind auf einem guten Weg“.  Was können sie damit nur gemeint haben? Stadtumbau, BUGA 2015, Autobahnanbindung oder etwa die Sanierung der KWR? 70 Millionen Euro Schulden hatte das 100%ige Tochterunternehmen der Stadt Rathenow im Laufe der Jahre angehäuft und sie war nicht mehr in der Lage, die Kredite zu bedienen. Zum Vergleich: Der Jahresetat der Stadt selbst umfasst rund 30 Millionen Euro. Wer trägt die Schuld? Wer zieht die Konsequenzen? Keiner? Über Jahrzehnte hinweg wird diese Schuld den Stadthaushalt belasten und es dann auf die Bürger dieser Stadt abtragen! Dann ist wohl eher gemeint: „Wir sind auf einem guten Weg dies zu tun”. 

5 Gedanken zu „„Wir sind auf einem guten Weg“- Rathenow vor dem Ausverkauf.

  1. tudo bem?

    Wer kann da noch helfen?
    Der Messias, ein starker Führer oder gar eine Einheitspartei?

    Sollten wir doch lieber keine Kinder mehr in die Welt setzen?
    Vielleicht auch lieber die Heimat verlassen, denn in anderen Regionen scheint ja alles besser zu sein?

    Oder ist vielleicht doch schon alles, aber auch alles, zu spät?

    Doch vielleicht warten wir noch auf den morgigen Tag, da soll ja die Sonne scheinen. Den Sonnentag sollten wir unbedingt noch mitnehmen. Und dann ?

    Wir krempeln die Ärmel hoch, so wie unsere Eltern und Vorfahren nach dem II. Weltkrieg und nach andern Katastrophen die unsere Heimat heimsuchten.
    Das wäre doch was. Nicht mehr jammern und nicht mehr in die Richtung der Anderen zeigen. Einmal selbst voran gehen. Das müsste doch ein tolles Gefühl sein.

    Zugegeben ist nichts für Weicheier aber wer will schon ein Weichei sein.

  2. Helga

    Das Meckern bringt uns tatsächlich nicht weiter. Und man kann auch nicht erwarten, dass nur die Anderen aktiv werden. Die „Stadt“ ist doch nicht für die Verschmutzung verantwortlich zu machen. Wenn jeder nur seinen eigenen Dreck beseitigen würde, sähe es schon ganz anders aus. Aber es ist leichter, von anderen zu fordern als selbst zu handeln, besonders, wenn es nichts dafür gibt. Und mit Leerstand und Perspektivlosigkeit kämpfen viele andere Regionen auch, aber sie kämpfen wenigstens. Bei uns gibt es zu viele, die gern meckern, aber selbst nicht bereit sind zu handeln.

  3. schnuppe Artikelautor

    Kristisieren als „meckern“ runterzustufen- na prima! So wird Kritik runtergemacht wa.? „Und mit Leerstand und Perspektivlosigkeit kämpfen andere auch“- Na klar. So kann man das auch erklären.
    In die Wunde stechen und auf den ganzen Mist mal drauf aufmerksam machen! Ja aber das
    passt einfach nicht ins Bild vom schönen Rathenow. Tja, wer ne gute Rente bekommt oder ne Beamtenbesoldung- der klatscht weiter…… und wählt brav die Volksvertreter.
    Schon mal angestanden am Tafelladen? Die unten angekommen kämpfen nicht mehr……sie haben verloren und haben nicht die Kraft zu kämpfen und die jungen Leute ziehen weg.
    Wer also soll kämpfen?

  4. Der Rathenower Steppenkurier II

    …. Wer also soll kämpfen?
    Du und ich Schnuppe! Wir können uns wehren und kämpfen – wenn du willst. Willst Du?

    Manch einer kann wirklich nicht mehr kämpfen. Das stimmt. Ich habe erleben müssen, wie das ist wenn alles wegzubrechen scheint. Daraus habe ich gelernt. Ich habe aber auch gelernt, dass man sich strecken und kämpfen muss, wenn man nicht die entäuschen will, die einem in der schweren Zeit geholfen haben.

    Ich habe aber auch gelernt, dass nicht jeder kämpfen will obwohl er es könnte. Und das sind gar nicht so wenige.

    Sollen wir für diese Menschen auch kämpfen? Da komme ich mir ausgenutzt vor. Mach was du willst. Für die kämpfe ich nicht.

    Fazit: Mit deinen schwarz-weiss-Betrachtungen kommen wir da dann wohl nicht weiter, jedenfalls nicht sachlich.

    Und sachlich muss es sein, sonst ist mir die Zeit zu schade. Dann helfe ich in der Zeit lieber denen die es wollen.

  5. Cehra

    Wenn jeder an sich denkt,wird keiner vergessen.Ist ein Motto zur „Lebensbewältigung)!??Freude in der Familie das ist der kleinste gemeinsame Nenner.Freundschaft,Gemeinsinn sind dies Auslauf Modelle?Ich hoffe nicht,aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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